ARD-alpha - Ich mach's!


0

Packmitteltechnologe/-in Mit Pappkarton und Folie

Packmitteltechnologen oder Verpackungsmittelmechaniker, wie der Beruf lange Jahre hieß, stellen Verpackungen aus Papier, Pappe und Kunststoff her. Mit CAD-Programmen entwickeln sie ökologische und ökonomische Verpackungen.

Stand: 23.11.2015

Andrea Röderer wird Packmitteltechnologin oder Verpackungsmittelmechanikerin, wie der Beruf lange Jahre hieß. Am Reißbrett entwickelt sie eine Steige in der Joghurtbecher sicher transportiert und im Supermarkt in der Kühltheke abgestellt werden können. Technisches Zeichnen auf der Wellpappe ist ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung. Beim Ausschneiden muss Andrea aufpassen, dass sie ganz exakt arbeitet. Nur dann passen die Teile am Ende perfekt zusammen. Von Hand gezeichnet und geschnitten wird aber nur noch in der Ausbildung. Der eigentliche Entwicklungsprozess passiert am CAD-Rechner. Hier kann Andrea dreidimensionale Modelle ihrer Zeichnungen erstellen. Wenn alles stimmt, dann schickt sie die Daten zum Plotter. Der schneidet beziehungsweise rillt die Wellpappe. Später in der Massenproduktion wird die Pappe dann gestanzt.

Folien aus dem Extruder

Packmitteltechnologen besuchen den Blockunterricht in der Berufsschule in Lindau am Bodensee. Fachlehrer Harald Reiß erklärt die Herstellung von Kunststofffolien. Im sogenannten Extruder wird Kunststoffgranulat erhitzt und geschmolzen - bei rund 190 Grad. Ein Gebläse kühlt den Kunststoff, bläst ihn auf und dehnt so die Folie auf die gewünschte Stärke.

"Packmitteltechnologen können als Maschinenführer tätig sein, zuerst als Junggehilfe, dann bekommen sie die Verantwortung über eine Maschine. Die Maschinen haben einen Wert von bis zu vier Millionen Euro. Das ist eine schöne Verantwortung. Sie können sich weiterbilden zum Industriemeister Papierkunststoffverarbeitung, der Techniker steht ihnen offen und das Studium zum Verpackungsingenieur."

Andreas Gmeindner, Ausbildungsleiter

7.500 Bögen in der Stunde

Wellpappe

In Andreas Betrieb wird Wellpappe hergestellt und Verpackungen aus Karton. In großen Bögen kommt die Wellpappe zur Stanzerei. Bis zu 7.500 Bögen in der Stunde kann die Maschine verarbeiten. Heute darf sie zum ersten Mal an der Stanzmaschine die Werkzeuge wechseln. Für jeden neuen Auftrag muss eine andere Stanzform eingesetzt werden. Die Formen haben Packmitteltechnologen so gestaltet, dass möglichst wenig Pappe abgeschnitten werden muss und so möglichst wenig Abfall entsteht. An der Computersteuerung muss Andrea dann noch das richtige Programm abrufen und die Maschine einrichten. Zu jeder Stanzform gibt es einen genau abgespeicherten Ablauf, abgestimmt auf Werkzeug, Pappbogen und Endprodukt.

Wie stabil ist die Pappe?

Belastungstest

Qualitätskontrolle ist auch bei der Pappkartonherstellung wichtig. Wie viele Kartons können aufeinander gestapelt werden? Wie viel Druck von oben hält die Konstruktion aus? Wie stabil ist die Pappe? In vielen Testläufen werden die Eigenschaften des Materials immer und immer wieder geprüft. Die letzte Station Produktion: Die Faltklebemaschine - hier werden die geschnittenen Kartonrohlinge gefaltet und zusammengeklebt. Auch hier muss Andrea die Maschine neu einstellen, damit jeder Bogen einzeln eingezogen wird und kein Papierstau entsteht. Packmitteltechnologen haben einen abwechslungsreichen Beruf, geeignet für Frauen und Männer, bei dem man für einen Industrieberuf auch ordentlich verdienen kann.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Packmitteltechnologe/-in
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule
  • Ausbildungsorte: Industriebetriebe aus der Druck und Verpackungsmittelbranche
  • Zugang: Es ist keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben. Meist wird aber ein qualifizierender Hauptschulabschluss verlangt.
  • Eignung: Packmitteltechnologen müssen anpacken können und technisches Verständnis mitbringen. Im Team zu arbeiten ist für Maschinenführer wichtig. Packmitteltechnologen sollten auch räumliches Vorstellungsvermögen mitbringen.
  • Perspektiven: Baugeräteführer haben gute Berufsaussichten, werden von den Betrieben gesucht und haben auch gute Chancen übernommen zu werden.
  • Weiterbildung: Packmitteltechnologen können sich weiterbilden zum Meister oder Techniker. Auch ein Ingenieurstudium ist denkbar.

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Geschick

Packmitteltechnologen brauchen handwerkliches Geschick. Sie müssen mit Maschinen umgehen und anpacken können.

Genauigkeit

Packmitteltechnologen müssen oft millimetergenau arbeiten. Gerade bei der Konstruktion von Verpackungen und dem Standformenbau kommt es darauf an, dass alles exakt passt.

Gefahr

Packmitteltechnologen haben mit Gefahrstoffen zu tun, etwa lösemittelhaltigen Klebern. Außerdem transportieren sie schwere Papier- oder Kunststoffrollen. Sicherheitskleidung ist zwingend vorgeschrieben.


0