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Musikfachhändler/-in Hobby als Beruf

Acht Millionen Menschen machen in Deutschland Musik. Und dafür benötigen sie Instrumente, Noten, Verstärker, Tonträger und viel Zubehör. Damit für Anfänger wie Profis das Musizieren nicht zur Qual wird, sorgt der Musikfachhändler für die passende Ausrüstung.

Stand: 03.08.2015

Michael Reinhardt stammt aus einer musikalischen Familie. Schon mit drei Jahren hat er das Klavier spielen gelernt und jeder bei ihm zuhause beherrscht ein Instrument. Ihm war schnell klar – auch beruflich soll es etwas mit Musik sein. Und so absolviert er jetzt die dreijährige Ausbildung zum Musikfachhändler. Und da ist er im dritten Lehrjahr als Verkäufer in der Elektro-Gitarrenabteilung voll gefordert.

Vorspielen für den Kunden

Vorspielen für den Kunden

Der Arbeitstag des 22-Jährigen beginnt noch bequem um zehn Uhr morgens. Da ist noch nicht viel los. So hat er Zeit, frisch angelieferte Ware auszupacken, zu kontrollieren und einzustellen. Seine Erfahrung als Sänger und Gitarrist in einer Rockband hilft ihm dabei. Michael ist kontaktfreudig, er liebt einfach den Umgang mit Menschen. Und so fällt es ihm nicht schwer, seine Kunden, seien es Anfänger oder Profis, geduldig und ausführlich zu beraten. Und das auch noch kurz vor 19 Uhr, wenn der Laden schließt. Regelmäßig muss er auch samstags arbeiten. Oft kommen Schüler zu ihm, die den Antestraum mit den Verstärkern stundenlang als Übungsraum benutzen. Hier muss er deutlich werden und die "Talente" mit einem kurzen "Geübt wird zuhause" wieder aus dem Laden schicken. Vergraulen will er die musikbegeisterten Kunden von morgen allerdings nicht. Ansonsten geht es leger in dieser Abteilung zu. Oft duzen sich Kunden und Verkäufer, Anzug und Krawatte sind auch nicht gefragt.

Auftritt im Internet

Gitarre wird gestimmt

Viel läuft heute in der Musikalienbranche über das Internet. Und auch damit muss Michael umgehen können. Das heißt, Instrumente digital fotografieren, im PC genau beschreiben und den Kunden online Angebote machen. Auch so werden heute Instrumente verkauft. Im Geschäft helfen sich die Kollegen untereinander, beantworten für ihn mal eine Frage, wenn Michael nicht weiter weiß. Im Verkaufsraum seines Ladens ist er viel auf den Beinen. Kaufmännische und organisatorische Aufgaben erledigt er meist im Sitzen am Computer.

Neuheiten von der Messe

Neuheiten von der Messe

Gelegentlich muss er auch auf Dienstreise. Wichtig für die ganze Branche ist zum Beispiel die Internationale Frankfurter Musikmesse. Da steht er dann um drei Uhr früh auf, um nach der Fahrt von München nach Frankfurt vormittags die ersten Termine wahrzunehmen. In den Messehallen geht es höllisch laut zu, manchmal versteht er seine Ansprechpartner nicht, die ihm gerade neueste Verstärkermodelle vorstellen wollen. Und nach kurzer Zeit ist er selbst schon heißer. Aber er muss genau aufpassen, sich wichtige Details notieren und später seinen Abteilungsleiter über die Messeneuheiten informieren. So trägt er bereits Mitverantwortung für das zukünftige Sortiment und damit auch für das Geschäft seiner Firma. Michael weiß, nach bestandener Prüfung wird er übernommen. Und zwar in der Abteilung für Klavier. So knüpft er auch beruflich an das Instrument an, das er schon mit drei Jahren begonnen hat zu lernen. Und er hat die Chance genutzt, sein Hobby zum Beruf zu machen.

"Ich hab mit drei Jahren das Klavier spielen angefangen. Ich komme aus einer sehr musikalischen Familie. Bei uns spielt daheim jeder ein Instrument. Musik hat mich mein ganzes Leben immer mit begleitet. Es war klar, dass es irgendwann relevant wird, Musik irgendwann zu meinem Beruf zu machen."

Michael Reinhardt, 3. Lehrjahr

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Musikfachhändler/ -in
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Betrieb und an der Berufsschule.
  • Prüfung: Industrie- und Handelskammer
  • Ausbildungsorte: Im Einzelhandel in Verkaufsräumen, aber auch in Lagerräumen, Büro bei Tätigkeiten im Versandhandel, Berufsschule an der Geigenbauschule in Mittenwald.
  • Eignung: Sich klar und gewandt ausdrücken, Kontaktfreude, Spielen eines Instrumentes, gutes Gefühl für Zahlen, Belastbarkeit und Flexibilität
  • Perspektiven: Hauptsächlich arbeiten Musikfachhändler im Einzel-, Versand- oder Großhandel, in Musikabteilungen von Warenhäusern sowie Fachmärkten. Möglich sind Aufstiege in den Bereichen Onlineshop, Abteilungsleitung und in der Geschäftsleitung. Wer sich selbstständig machen möchte, kann z.B. ein eigenes Fachgeschäft für Musikalien, Musikinstrumente oder Tonträger eröffnen.
  • Weiterbildung: Wer eine leitende Position anstrebt, kann die Weiterbildung als Betriebswirt /-in oder Fachwirt/-in ins Auge fassen.

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Team

In einem großen Musikhaus muss der Musikfachhändler auch einmal Produkte erklären, die ihm nicht so geläufig sind. Und da helfen sich die Mitarbeiter gegenseitig, um Kundenfragen zufriedenstellend beantworten zu können.

Kommunikation

Sich klar und gewandt auszudrücken, je nach Abteilung manchmal auch in der legeren Sprache der Musiker, kontaktfreudig sein - das sind wichtige Fähigkeiten für den Musikfachhändler. So kann er Kunden von der Qualität eines Instrumentes am besten überzeugen.

Arbeitszeit

Arbeitstage bis in den frühen Abend und auch häufig samstags sind die Regel. Messebesuche, Serviceleistungen für den Kunden und Gespräche mit Vertriebsleitern erfordern vom Musikfachhändler auch zeitliche Flexibilität nach Feierabend.


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