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Mechatroniker/-in Strom und Maschinen

Mechatroniker bauen verschiedene Komponenten zu mechatronischen Systemen zusammen, installieren Steuerungssoftware und prüfen sie, stellen Anlagen ein und warten sie. Das geht von einfachen Lichtanlagen bis zu Schaltschränken für Industrieroboter.

Stand: 22.06.2015

Kristina Lindner ist im ersten Lehrjahr bei MAN-Nutzfahrzeuge in Nürnberg und wird voll gefordert. Im Dreh- und Fräskurs heißt es, handwerklich äußerst präzise zum Beispiel Keilriemenscheiben oder Kurbelwellen zu fertigen - auf den hundertstel Millimeter genau. Dann wieder sitzt sie mit den anderen Azubis zwischen Schaltplänen und Drähten und montiert mit Zange und Schraubenzieher das Modell einer Flurlichtanlage mit mehreren Einzelschaltern - den Schaltplan im Kopf. Sie hat Spaß an der Arbeit, für die sie sich vor einem dreiviertel Jahr entschieden hat.

"Ich hab' teilgenommen an einem Technikcamp für Mädchen, und da hatten wir viele Einblicke in den elektronischen Bereich. Und ich hab' auch viele Praktika absolviert im mechanischen Bereich. Da mir das sehr gut gefallen hat, habe ich einen Mix aus beidem genommen und hab' Mechatroniker gewählt."

Kristina (17)

Unter Last

Zylinderkopffertigung

Daniel Mörtl ist schon im dritten Ausbildungsjahr und prüft bereits eigenständig die Versorgungsspannungen von Robotern zum Beispiel in der Zylinderkopffertigung. Und Maria Wiesinger ist seit einem Jahr fertig mit der Ausbildung und von der Firma übernommen worden. Ihr Tätigkeitsfeld ist das Versuchslabor, in dem Tag und Nacht die neuesten Motoren unter wechselnden Belastungen laufen. Angeschlossen sind sie dabei an ein kompliziertes Diagnosegerät. Falls es da mal hakt, kennt Maria die Schaltpläne und kann sofort eingreifen, um Fehler abzustellen.

"Ich hab' jetzt vor, demnächst den Techniker zu machen. Also, eigentlich ist auch der Meister drin. Und ich könnte theoretisch, wenn ich das Abitur noch nachmache, auch noch studieren gehen. Also, es gibt sehr viele Möglichkeiten."

Maria (19)

Steuerung per Knopfdruck

Steuerungseinheit für Aufzüge

Bei der Firma Schmitt & Sohn in Nürnberg werden Aufzüge gefertigt. Hier lernt Jochen Pendelin im dritten Jahr, wie Steuerungseinheiten, sogenannte Bussysteme zusammengebaut werden. Es ist ein buntes Gewirr aus Hunderten von Drähten, die nach einem Schaltplan exakt verschraubt und verlötet werden müssen. Letztlich muss der Aufzug auf Knopfdruck verlässlich und sicher funktionieren. Bevor so eine Schalteinheit die Firma verlässt und zu einem Kunden geschickt wird, der damit seinen neuen Aufzug bestückt, führt Mechatronikergeselle Viktor Reh eine Isolationsmessung durch. Sie stellt sicher, dass kein Kurzschluss und in der Folge davon vielleicht sogar ein Brand entstehen könnte.

Wartungsarbeit beim Kunden

Stahlseile

Am nächsten Tag ist Jochen mit dem Gesellen Kevin Steidl bei Wartungsarbeiten an einem Personenaufzug. Im Maschinenraum überprüft er sowohl die elektronische Schalttechnik als auch den Zustand der Stahlseile, an denen die Kabine im Schacht hängt. Dann steigen die beiden ein, d.h. genau genommen steigen sie auf - auf das Dach der Kabine. Sie lassen sie auf und ab fahren und prüfen dabei die gesamte Mechanik - immer dem Wartungsplan entsprechend. Im Servicebereich ist man zwangsläufig weniger in der Werkstatt als unterwegs, um vor Ort zu helfen.

"Ich würde sagen, dass ich meinen Traumjob gefunden habe. Es ist sehr abwechslungsreich. Ich bin immer draußen, hocke nicht in einem muffigen Büro, bin sozusagen immer auch in Kundennähe, kann mit den Leuten reden, kann ihnen natürlich auch helfen, wenn der Aufzug mal steht. Insofern würde ich sagen: das ist mein Traumjob, ja!"

Kevin (24)

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Mechatroniker/-in
  • Ausbildungsdauer: 3,5 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung im Betrieb in Industrie und Handwerk und an der Berufsschule.
  • Prüfung: Die Prüfung wird an der Industrie- und Handelskammer abgelegt. Die Abschlussprüfung wird in zwei zeitlich auseinanderfallenden Teilen durchgeführt.
  • Ausbildungsorte: Betriebe der Metall- und Elektroindustrie, zum Teil in speziellen Lehrwerkstätten. Da einige Betriebe nicht alle Ausbildungsinhalte vermitteln können, verlagern sie Teile der Ausbildung in andere Betriebe oder auch in überbetriebliche Ausbildungsstätten. Der Berufsschulunterricht findet zum Teil in Blockform in Fachklassen statt.
  • Zugang: Offiziell vorgeschrieben ist kein bestimmter Schulabschluss - die meisten Azubis haben den qualifizierenden Hauptschulabschluss oder die Mittlere Reife.
  • Eignung: Bewerber brauchen Kenntnisse in Mathematik und Physik; auch Englischkenntnisse können nützen, weil Montage- und Schaltpläne gelegentlich in Englisch abgefasst sind. Sie sollten handwerkliches Geschick mitbringen. Das Installieren von mechatronischen Systemen ist Alltag.
  • Perspektiven: Nach der Ausbildung müssen sich die Fachkräfte meist entscheiden, welche Einsatzgebiete für sie in Frage kommen und worauf sie sich spezialisieren möchten. Das Spektrum reicht von der Instandhaltung über die Endmontage bis hin zur Qualitätssicherung.
  • Alternativen: Zu diesem Berufsbild gibt es viele Alternativen. Vom Elektroniker für Automatisierungstechnik über den Mikrotechnologen bis zum Systeminformatiker.

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Verdienst

Die Ausbildungsvergütung ist überdurchschnittlich hoch, der spätere Verdienst dann eher im Mittelfeld ähnlicher Berufe zu finden. Allerdings sind Mechatroniker gesuchte Arbeitskräfte, weil sie universell einsetzbar sind.

Geschicklichkeit

Da der Beruf eben auch eine deutliche mechanische Seite hat, muss der Mechatroniker handwerklich geschickt sein und sich vor Ort immer mal zu helfen wissen. Der Umgang mit Schraubenzieher und Zange gehört zum Alltag.

Genauigkeit

Beim Drehen und Fräsen kommt es z.B. auf den hundertstel Millimeter an. Teile, die später in Motoren oder Robotern ihren Dienst tun, müssen exakt gearbeitet sein, sonst funktioniert die ganze Anlage nicht richtig.

Gefahr

Der Job ist nicht ganz ungefährlich. Schwere Maschinen und Anlagen, die auch noch Starkstrom führen können - da muss man auf sich acht geben.


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