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Kaufmann/-frau für Marketing-Kommunikation Zwischen Kostenplan und Kreativität

Die Werbebranche: Alle sind reich, berühmt, schön und sexy, mit super Kampagnen bringen sie einer Marke den großen Erfolg: Soweit das Klischee. Die alltägliche Arbeit ist die andere Seite.

Stand: 11.11.2013

Florian Wege, 21, ist Azubi für Marketingkommunikation in München. Er arbeitet für die mittelständische Werbeagentur "Wächter und Wächter". Drei Jahre dauert die Ausbildung, dabei durchlaufen die Azubis alle wichtigen Bereiche einer Agentur. Eine neue Kampagne steht an: Für den Ökumenischen Kirchentag soll die Agentur eine Werbung entwerfen. Für die vielen Besucher werden tausende private Betten gesucht - doch wie bekommt man die Leute dazu, jemand Fremdes bei sich übernachten zu lassen? Plakate mit tief schlafenden Menschen drauf - die erste Idee der Agentur.

Vermittler zwischen Agentur und Kunde

Besprechung im Konferenzraum

Bevor eine Kampagne überhaupt starten kann, muss Florian viel organisieren. Kostenvoranschläge prüfen, Preise berechnen, Dienstleister wie Fotografen buchen, Rechnungen kontrollieren. Als Kaufmann muss er die Kosten immer im Blick haben. Kaufleute für Marketingkommunikation treten oft als Vermittler auf - zwischen Agentur und Kunde, müssen oft auch auf Mitarbeiter in den verschiedenen Abteilungen zugehen. Dazu brauchen sie viel kommunikatives Geschick. Offenheit, Teamfähigkeit und Flexibilität sind auch gefragt. Sie arbeiten eng mit vielen kreativen Leuten zusammen, deshalb müssen sie auch wissen, wie Werbung funktioniert und wie sie wirkt.

Arbeit unter Termindruck

Änderung am Design

Auch die Marktforschung übernehmen Kaufleute für Marketingkommunikation in einigen Agenturen: Sie werten Marktforschungszahlen aus, um ein besseres Bild von der Zielgruppe zu bekommen und lassen die Daten in die Kampagne einfließen. Bis 2006 hieß der Beruf übrigens noch "Werbekaufmann" - aber die Werbebranche hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Zu Printwerbung, Kinospots und Radioreklame kommen neue Werbekanäle im Internet, in Blogs oder sozialen Netzwerken. Auch PR und Event sind neue Bereiche. Die negativen Seiten am Job: Oft findet die Arbeit unter Termindruck statt, wenn eine Kampagne oder eine Präsentation unbedingt fertig werden muss; Überstunden sind gut möglich. Viele Azubis satteln nach der Lehre noch ein Studium drauf: Beliebt sind Betriebswirtschaft, Kommunikationswissenschaft, aber auch kreative Studiengänge wie Design. Auch private Akademien bieten Fortbildungen an.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Kaufmann/-frau für Marketingkommunikation
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Dual in Berufsschule und Agenturen. Auch eine rein schulische Ausbildung ist möglich.
  • Zugang: Nicht vorgeschrieben. Acht von zehn 10 Azubis haben Abitur.
  • Eignung: Bewerber sollten gute Noten in Deutsch und Mathe mitbringen. Kommunikative, offene, flexible Leute sind gefragt, die offen sind für neue Ideen und gut im Team arbeiten können.
  • Prüfung: Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer
  • Ausbildungsorte: Agenturen, Beratungsunternehmen, Marketingabteilungen von Unternehmen, Non-Profit-Organisationen, öffentliche Institutionen
  • Perspektiven: Die Jobaussichten in einer Agentur hängen auch für Azubis stark von der Wirtschaftslage ab. In einer Krise streichen viele Firmen ihre Werbebudgets zusammen.
  • Alternativen/Spezialisierung: Spezialisierung auf einzelne Bereiche einer Agentur möglich, wie Verkaufsförderung oder Werbeplanung.

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Kreativität

Die Werbebranche ist eine der kreativsten Branchen überhaupt. Zwar haben Kaufleute für Marketingkommunikation viel am Schreibtisch zu tun - aber sie müssen auch selbst gestalten können: zum Beispiel das Layout einer Zeitungsanzeige oder einer Werbebroschüre.

Team

Kaufleute für Marketingkommunikation sind keine Einzelkämpfer: Sie stimmen sich jeden Tag mit vielen Abteilungen im Haus ab - von der strategischen Planung bis zur Kreation. Viele neue Ideen entstehen im Team.

Kommunikation

Kunden beraten, Ergebnisse präsentieren, Dienstleister buchen, in der Agentur offene Fragen klären - da ist viel kommunikatives Talent gefragt.

Kleidung

Gepflegtes Auftreten wird von den Azubis auf jeden Fall beim Kontakt mit den Kunden erwartet. In der Agentur selbst geht es oft lässiger zu.


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