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Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-in Die machen alles wie neu, wenn's mal kracht

Sie kennen sich mit allen Automarken aus und lassen sie nach Unfällen wieder aussehen wie neu. Karosserie- und Fahrzeugsmechaniker mit der Fachrichtung Instandhaltungstechnik analysieren Schäden an der Karosserie eines Fahrzeugs und reparieren alle defekten Teile.

Stand: 13.02.2017

In seiner Freizeit fährt Patrick Weber Cart-Rennen, interessiert sich für Autos und scheut weder Öl noch Schmutz an seinen Händen. Das sind aber nicht die wichtigsten Gründe dafür, dass ihm die Ausbildung zum Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker in der Fachrichtung Instandhaltungstechnik so viel Spaß macht. Jedes beschädigte Auto, das in die Werkstatt seines Ausbildungsbetriebes kommt, ist eine neue Herausforderung. Kein Schaden gleicht dem anderen. Ständig sind es andere Automarken und -typen, die er wieder "in Form" bringen muss.

Rahmenkorrekturen mit dem "Dotzer"

Patrick reizt es, wenn er die beschädigte Tür eines Autos ausbaut, zerlegt und mit viel Gefühl mit Hammer und Klotz Schlag für Schlag die Dellen beseitigt, bis das Blech wieder glatt ist. Größere Schäden an der Karosserie richtet der Azubi mit einem so genannten "Dotzer", einer pneumatischen Zug-Vorrichtung. Patrick schweißt zunächst eine Zugöse an die beschädigte Stelle. Dann befestigt er eine Kette am Dotzer und zieht das verbogene Rahmenteil mit Luftdruck-Unterstützung wieder gerade. Für solche Rahmenkorrekturen gibt es Richtsysteme, die mit Computer-Software funktionieren und das Auto millimetergenau so hinbekommen wie es vor dem Unfall war. Diese und die meisten anderen Arbeiten erledigt Patrick zusammen mit einem erfahrenen Gesellen.

"Man muss sich gut Sachen merken können, für Schrauben... wo sie mal waren und wo sie wieder hin sollen. Das finde ich sehr wichtig. Aber auch Teamwork. Man muss ein Teamspieler sein. Weil, viele Sachen muss man zu zweit machen in dem Beruf, man kann nicht alles alleine machen. Das sind die wichtigsten Voraussetzungen, die man haben muss dafür."

Patrick Weber, 3. Lehrjahr (19)

Verschiedene Schweiß- und Löttechniken

Der Azubi kennt die unterschiedlichen Materialien - von Metallen bis Kunststoffen - und er kennt ihre Eigenschaften. Er beherrscht verschiedene Schweiß- und Löttechniken. Immer mehr Bauteile an Autos bestehen heute aus Kunststoff und werden geklebt. Im 3. Lehrjahr beherrscht Patrick auch die verschiedenen Klebetechniken perfekt. Der Arbeitsalltag in diesem Beruf bietet viel Abwechslung. Während Patrick ein neues Seitenfenster an einem Minicooper festklebt, entfernt sein erfahrener Kollege Dominik Neukam mit einer speziellen Kurbelzugvorrichtung eine kaputte Frontscheibe aus einem VW-Bus. Dabei trägt er eine Schutzbrille. Seit fünf Jahren ist er Geselle und mag seinen Beruf weiterhin.

"Man muss Geduld haben, wenn irgendwas nicht funktioniert, braucht man Geduld auf jeden Fall, Fingerspitzengefühl, ja, .....wenn ein kaputtes Auto rein kommt und du tust das reparieren und es geht wieder ganz raus, das ist auf jeden Fall ein Erfolgserlebnis, genau."

Dominik Neukam, Geselle

Hämmern, schleifen, flexen, schrauben und Oberflächen gestalten - etwa mit flüssigem Zinn - in diesem vielseitigen Beruf arbeiten Azubis mit sehr vielen Werkzeugen. Sie montieren auch elektrische Bauteile und prüfen sie auf ihre Funktion. Die meisten Arbeiten verrichten sie im Stehen. Wer sich für die dreieinhalbjährige Ausbildung bewirbt, sollte körperlich belastbar sein.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Bezeichnung: Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-in, Fachrichtung Karosserieinstandhaltungstechnik
  • Ausbildungsdauer: 3,5 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung im Handwerks- oder Industriebetrieb und in der Berufsschule. Überbetriebliche Kurse laufen blockweise in ausgewählten Meisterwerkstätten.
  • Zugang: Kein Schulabschluss vorgeschrieben, Hauptschulabschluss erwartet
  • Eignung: Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-innen sollten über handwerkliches Geschick verfügen und sich für Autos und Technik interessieren. Im beruflichen Alltag ist räumliches Vorstellungsvermögen gefragt. Bewerber sollten körperliche Anstrengung nicht scheuen. Auszubildende reparieren meist im Team beschädigte Autos, bringen einzelne Teile wieder in Form, zerlegen Karosserien und setzen sie instand.
  • Wichtige Schulfächer: Werken/Technik, Mathematik, Physik
  • Perspektiven: Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker mit der Fachrichtung Instandhaltung sind sowohl bei Karosseriefachbetrieben als auch bei den Autowerkstätten spezieller Marken gefragt. Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten zum Meister, Techniker, Betriebswirt bis hin zum Studium etwa im Fach Fahrzeugbau sind vorhanden. So lange Autos im Straßenverkehr beschädigt werden, geht dem Karosserie- und Fahrzeugmechanikern die Arbeit nie aus.

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Nach der Reparatur eines Unfallschadens wollen die Kunden ihr Auto "wie neu" zurück. Die Instandhaltungs-Profis müssen also genau Arbeiten. Fachwerkstätten geben sogar eine Garantie für den reparierten Wagen. Es kommt auf jeden Arbeitsschritt an, vom genauen Vermessen des Rahmens bis zum letzten Schliff auf einer neu geformten Metall- oder Kunststoffoberfläche.

Gefahr

Beim Schweißen und Löten arbeitet der Azubi ebenso wie beim Modellieren mit flüssigem Zinn mit sehr hohen Temperaturen und Spannungen. Beim Flexen und Schleifen fliegen Funken und sogar Kleinteile durch die Luft. Die Richtsysteme wirken mit mehreren Tonnen Zugkraft auf Karosserien und können ihre Bediener verletzen. Auch beim Kleben von Autoteilen verwenden die Fachleute gefährliche Chemikalien und Gegenstände.


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