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Geomatiker/-in Pläne, Karten, Daten - alles digital

Geomatiker erfassen und bearbeiten Geodaten, sie werten Luftbilder und digitale Flurkarten aus und visualisieren oft komplizierte Sachverhalte in übersichtlichen Plänen. Geomatiker sitzen fast den ganzen Tag am Computer und lernen mit Grafikprogrammen umzugehen.

Stand: 20.06.2012

Tim Schwägerl lernt schon im zweiten Ausbildungsjahr. Zusammen mit dem Vermessungsingenieur Thomas Klotzke will er heute die Basisdaten für ein Baumkataster ermitteln. Mit einem Tachymeter messen die beiden entlang eines Radweges die Standorte von Bäumen auf. Viele Kommunen setzen ein digitales Baumkataster ein. Wo steht der Baum, welche Baumart, wie alt, wie dick, wie hoch und noch viele andere Attribute können erfasst werden. Zurück im Büro pflegt Tim die Daten in den Computer ein. Aus dem einfachen Standortplan wird ein intelligentes Informationssystem. Städte und Gemeinden können so Bäume lückenlos erfassen und Auswertungen über den Zustand der Bäume erstellen, ob sie standsicher sind oder bei Sturm eine Gefahr darstellen.

Geometrisches Verständnis von Vorteil

Digitaler Stadtplan

Tim genießt, dass er ziemlich viel am PC sitzt, er mag es gerne mit Grafikprogrammen zu arbeiten. Tim hat den Realschul-Abschluss. Die mittlere Reife setzen die meisten Ausbildungsbetriebe voraus. Viele seiner Azubikollegen haben aber auch Fachabitur oder Abitur. Vor allem naturwissenschaftliche Fächer, wie Geografie sind wichtig und natürlich geometrisches Verständnis in der Mathematik. Tims Arbeitgeber stellt ein internetbasiertes Informationssystem für Verwaltungen her, etwa um Volksfeste zu organisieren. Die Standorte von Karussells und Imbissständen werden im digitalen Stadtplan mit den Daten der Betreiber hinterlegt, dazu die Rettungswege eingezeichnet. Fertig ist eine Karte die Viele zu unterschiedlichen Zwecken nutzen können.

"Ich bin von klein auf mit dem PC aufgewachsen. Ich mache auch ziemlich viel zu Hause mit Grafikprogrammen, im Photoshop Bilder bearbeiten und so weiter. Das macht Spaß."

Tim Schwägerl (18),  2. Lehrjahr

Feldvergleich vor Ort

Feldvergleich vor Ort

Nach so viel Computerarbeit darf Tim mal wieder an die frische Luft. Im Memminger Waldfriedhof macht er einen Feldvergleich. Er hat Pläne vom Friedhof mit den Grabeinteilungen und Listen von Gräbern und deren Eigentümern. Die beiden Dokumente stimmen nicht überein. Tim muss vor Ort die Fehler aufspüren, herausfinden was stimmt und sich alles genau notieren, damit er später den digitalen Friedhofsplan richtig erfassen kann. Geomatiker müssen genau arbeiten

Der Geomatiker ist ein relativ junger Beruf. Früher wurden Karthographen ausgebildet, doch die digitalen Medien erfordern eine neues Berufsbild. Geomatiker erfassen und verknüpfen Daten und korrigieren auch mal, sie lernen Daten zu verwalten und zu visualisieren. Ein interessanter Beruf für alle, die gerne mit Computern und Grafikprogrammen umgehen.

"Geomatiker brauchen Freude an den digitalen Medien. Dass man sagt da gibt es neues Programm, da kann ich etwas ausprobieren, eine Visualisierung, die vielleicht für den Kunden noch besser ist."

Herbert Zwerenz, Ausbildungsleiter Geomatik

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Geomatiker/-in
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in der Berufsschule und Ausbildungsbetrieben
  • Zugang: Grundsätzlich braucht man für die Ausbildung zum Geomatiker keine bestimmte schulische oder berufliche Voraussetzung. Die allermeisten Azubis haben die mittlere Reife, viele Abitur oder Fachabitur, nur ganz wenige bekommen mit dem  Hautschulabschluss eine Ausbildungsstelle.
  • Eignung: Geomatiker müssen genau arbeiten. Sie brauchen gute Kenntnisse in Mathematik, vor allem in Geometrie. Geomatiker sollten sich ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen haben und sich für digitale Medien interessieren.
  • Weiterbildung: Ingenieurstudium

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Geomatiker müssen exakt arbeiten. Sie gehen oft mit amtlichen Daten um - müssen diese genau übernehmen und verarbeiten.

Mathematik

Geomatiker arbeiten mit Grafikprogramm, brauchen räumliches Vorstellungsvermögen und müssen sich vor allem mit Geometrie sehr gut auskennen.

Geld

Geomatiker sind gesucht und verdienen meist gut, verglichen mit anderen Ausbildungsberufen. Im öffentlichen Dienst wird nach den Tarifverträgen dort bezahlt.

Kreativität

Geomatiker brauchen gute Ideen, wie sie komplizierte Sachverhalte anschaulich und übersichtlich aufbereiten.


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