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Fotomedienfachmann/-frau Alles für die besten Bilder

Sie beraten beim Kauf eines Fotoapparates, sie entwickeln die Urlaubsbilder und machen Pass- und Bewerbungsfotos. Fotomedienfachleute arbeiten in Fachgeschäften im Verkauf, im Labor und im Studio.

Stand: 20.02.2017

Die junge Kundin kann sich nicht so recht entscheiden. Vor ihr liegen kleine bunte Digitalkameras. Die blaue, die schwarze oder die rote? Marina Meister (19) erklärt ihr die Unterschiede im Zoombereich. Sie zeigt ihr wichtige Funktionen und fordert sie immer wieder auf alles auszuprobieren. Marina ist im zweiten Lehrjahr ihrer Ausbildung zur Fotomedienfachfrau. Die Technik in dieser Branche entwickelt sich schnell. Ständig informieren sich die Fachverkäufer über neue Produkte, um immer auf dem aktuellen Stand zu sein. Fotomedienfachleute müssen eine hohe Lernbereitschaft mitbringen.

"In unserer Branche gibt es generell einen permanenten Weiterbildungsprozess, das heißt man muss natürlich immer am Ball bleiben, gerade bei den ganz neuen digitalen Medien."

Reiner Märtin, Geschäftsführer

Auch Nicole (22) hat Kundschaft. Sie soll Urlaubsfotos von der Speicherkarte hochladen, bearbeiten und Abzüge entwickeln. Die Beratung reicht von der Auswahl des Formats über die Entwicklungsdauer bis hin zur Bildqualität. Dann macht die angehende Fotomedienfachfrau den Auftrag fertig und bringt ihn ins Labor.

"Mit gefällt vor allem die Vielseitigkeit. Ich bin in der Bildbearbeitung weiter fortgeschritten, ich bin im Labor, ich habe direkt mit Kunden zu tun, bin aber auch im Studio und arbeite dort fotografisch."

Nicole Hermann, Auszubildende 3. Lehrjahr

Fit für den Wettbewerb

Im Labor korrigiert Nicole die Farben der Urlaubsbilder und optimiert Helligkeit und Kontrast am Touchscreen des Minilabs. Wenige Minuten später sind die Abzüge fertig. Jetzt muss sie ins Studio: eine Kundin braucht Bewerbungsfotos. Das Fotografieren lernt Nicole in der Berufsschule in Nürnberg, hierher kommen alle Azubis aus Süddeutschland zum Blockunterricht. Der Beruf Fotomedienfachmann/-frau soll die Fachgeschäfte für den Wettbewerb fit machen.

"Man will eine fundierte, bessere Beratung, um sich auch in Zukunft gegen das Internetgeschäft abzuheben. Das kann man nur durch gute Beratung und durch gut ausgebildete Fachverkäufer."

Reinhard Thye, Fachlehrer für Fotografie

Sie wissen worauf's ankommt

Das Bewerbungsfoto ist fertig. Gemeinsam mit der Kundin wählt Nicole eine Aufnahme zur Nachbearbeitung aus. Fotomedienfachleute wissen, worauf es dabei ankommt und sie können wertvolle Tipps geben, wie man die besten Bilder macht.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Fotomedienfachmann/-frau
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre, eine verkürzte Ausbildungszeit ist möglich
  • Ausbildungsform: die bundesweit geregelte Ausbildung wird in Industrie und Handel sowie im Handwerk angeboten. Die Ausbildung erfolgt in den Geschäften und Betrieben und im Blockunterricht in der Berufsschule.
  • Zugang: Grundsätzlich braucht man für die Ausbildung zum Fotomedienfachmann/-frau keine bestimmte schulische oder berufliche Voraussetzung. Einige Betriebe bevorzugen einen mittleren Schulabschluss, in den Berufsschulklassen sind aber auch Hauptschulabsolventen und Abiturienten.
  • Prüfung: Die Abschluss- bzw. Gesellenprüfung besteht aus einem mündlichen   und einem schriftlichen Teil. Sie setzt sich aus den vier Prüfungsbereichen Kundengespräch, Waren und Dienstleistungen, kaufmännisches Handeln sowie Wirtschafts- und Sozialkunde zusammen. Im Bereich Kundengespräch soll aus dem Gebiet Verkauf oder Bildtechnik ein fallbezogenes Fachgespräch geführt werden. Im Bereich Waren und Dienstleistungen bearbeitet man Themen wie Produktinformationen, technologische Entwicklungen, Prozesse der Bildaufnahme, -verarbeitung, -übermittlung und -ausgabe sowie gestalterische, technologische, wirtschaftliche, ökologische und rechtliche Anforderungen. Der Bereich kaufmännisches Handeln umfasst schriftliche Aufgaben. Es geht beispielsweise um die Durchführung von Kalkulationen, die Entwicklung von Gestaltungsvorschlägen, das Planen von Marketingmaßnahmen, Verkauf, Einkauf, Lagerung. Im Bereich Wirtschaft- und Sozialkunde sollen die Prüfungsteilnehmer/innen schriftliche Fragen zu allgemeinen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenhängen der Berufs- und Arbeitswelt beantworten.
  • Ausbildungsorte: Fotofachgeschäft, Fotofiliale, Labor, Fotostudio, Bildagentur
  • Eignung: Fotomedienfachleute brauchen ein generelles Interesse an Foto- und Videotechnik. Durch die schnelle Entwicklung der Technik müssen sie sich quasi ständig fortbilden und brauchen eine hohe Lernbereitschaft. Der Umgang mit der Kundschaft erfordert gute Kommunikationsformen und die Arbeit im Einzelhandel setzt kaufmännische Grundlagen voraus.
  • Weiterbildung: Filialleiter/-in, Fach- oder Betriebswirt/-in, Studium, Selbstständigkeit

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Kommunikation

Fotomedienfachleute sind Verkäufer in der Foto- und Videobranche. Sie müssen die Wünsche und Maßstäbe ihrer Kunden erkennen und ihnen die entsprechenden Produkte vorführen. Je nach Technik können solche Fachgespräche einige Zeit in Anspruch nehmen.        

Geld

Das Einkommen von Fotomedienfachleuten orientiert sich am Durchschnitt des Einzelhandels, ist dabei aber von Geschäft zu Geschäft verschieden.

Geschick

Beim Zuschnitt von Passbildern oder Passepartouts benötigen Fotomedienfachleute eine gewisse Fingerfertigkeit. Auch das Einfädeln von Filmstreifen erfordert Geschick.


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