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Fachkraft für Hafenlogistik 200 Tonnen am Haken

Große Kräne heben Waren von Schiffen. Tee aus Indien, Früchte aus Südamerika, Maschinen aus China - der Hamburger Hafen ist das Tor in die Welt. Rund 150.000 Menschen arbeiten dort.

Stand: 21.11.2016

Noch ist es dunkel und ein kalter Wind pfeift über die Kaimauer des Hamburger Hafens. Überall fahren Maschinen. Große Kräne heben Waren von Schiffen. Tee aus Indien, Früchte aus Südamerika, Maschinen aus China - der Hamburger Hafen ist das Tor in die Welt. Rund 150.000 Menschen arbeiten hier. Einer von ihnen heißt Christopher Thiedemann. Er steckt mitten in der dreijährigen Ausbildung zur Fachkraft Hafenlogistik. Christopher kann sich keinen schöneren Job vorstellen: er packt gerne an, kann gut organisieren, fährt gerne Gabelstapler und genießt das internationale Flair.

Helm, Handschuhe und Ölzeug

Fracht kommt an den Haken

Im Hafen muss alles schnell gehen und präzise ablaufen, damit der Betrieb nicht ins Stocken gerät. Frachtpapiere prüfen, Waren kontrollieren, Schiffe be- und entladen, all dies erledigen Fachkräfte für Hafenlogistik. Helm, Handschuhe und Ölzeug gehören zu ihrer Ausstattung. Dieser Job steckt voller Gefahren. An den Haken der Kräne hängen tonnenschwere Lasten - an diesem Tag eine 200 Tonnen schwere Maschine. Mathematik und Physik sind wichtige Fächer in der Berufsschule. Hier lernt Christopher Berechnungen und Regeln, die für einen gefahrlosen Transport nötig sind.

"Je schwerer, desto besser - umso aufregender wird das Ganze.  Ein Eisenbahnwaggon ist 20 bis 30 Meter lang, und der muss dann waagerecht in der Luft hängen. Dazu brauche ich verschiedenes Geschirr. Man muss darüber nachdenken, was benutze ich dafür. Das spielt alles eine Rolle und da muss man sich halt Gedanken machen, wenn man das an den Kran anhängt."

Christopher Thiedemann - 2. Lehrjahr

80 Meter über der Mauer

80 Meter über der Mauer

Drei Jahre dauert die Ausbildung. Magy Plichta hat sie gerade abgeschlossen. Nun arbeitet sie auf einer Containerbrücke, 80 Meter hoch über der Kaimauer. Mit einem Joystick steuert sie eine sieben Millionen Euro teure Maschine. Sie hebt damit unermüdlich Container auf ein Frachtschiff. Auch Magy fand im Hafen ihren Traumjob. Jedoch rät sie jedem Interessenten zu einem Praktikum. Da zeigt sich, ob einem die schwere Arbeit bei Wind und Wetter liegt.

"Es war bei mir von Anfang an der Traum, auf die Brücke zu kommen. Ich fand es als Frau so einen Job zu machen, fand ich einfach nur geil. Klar es war ungewöhnlich und ich hatte am Anfang auch meine weichen Beine und habe mir gedacht: Hält die Glasscheibe das aus? Aber nach ein, zwei Wochen habe ich mir gedacht, das ist mein Ding, das ich die nächsten Jahre auch machen möchte."

Magy Plichta

Christopher macht in einem Jahr seine Abschlussprüfung. Er hat gute Chancen auf einen festen Arbeitsplatz. Jahr für Jahr werden mehr Güter verschickt. Es braucht die Fachkraft für Hafenlogistik, damit diese sicher ankommen. So wie am Hamburger Seehafen werden die Spezialisten auch in größeren Binnenhäfen gebraucht. Die Aufgabengebiete gleichen sich. Es werden nur weniger Waren umgeschlagen, und die Maschinen sind meist kleiner. Viele Unternehmen stellen auch Hauptschüler ein, sofern sie gute Noten in Deutsch und Mathematik haben.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Fachkraft für Hafenlogistik
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsorte: Berufsschule und Hafenbetriebe. Nur in großen Häfen wie z.B. Hamburg, Bremen oder Duisburg wird ausgebildet.
  • Prüfung: An der Berufsschule in Hamburg schreiben die Auszubildenden ihre Abschlussprüfung. Zudem müssen sie in praktischen Übungen ihr Können unter Beweis stellen.
  • Zugang: Die meisten Auszubildenden haben zuvor die Realschule besucht. Aber auch Hauptschüler haben Chancen in diesem Beruf. Rechtlich ist keine bestimmte Berufsausbildung vorgeschrieben.
  • Eignung: Sorgfalt, Verantwortungsbewusstsein Gute Noten in Mathematik, Deutsch und Englisch
  • Perspektiven: Wer sich für diesen Beruf entscheidet muss wissen: nur in großen Häfen werden diese Fachkräfte beschäftigt, z.B. in Hamburg. Dort bedienen Hafenlogistiker große Maschinen
  • Alternativen: Fachkraft Lagerlogistik, Schifffahrtskaufmann/-frau

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Geld

Im Vergleich zu anderen Facharbeitern in der Industrie verdient die Fachkraft für  Hafenlogistik überdurchschnittlich gut. Der Verdienst hängt jedoch stark vom Einsatzgebiet ab.

Kraft

Anpacken muss man in diesem Job, zumindest während der Ausbildung. Danach gibt es auch die Möglichkeit weitgehend im Büro zu arbeiten. Meist sind Hafenlogistiker jedoch bei Wind und Wetter draußen im Einsatz. Empfehlenswert ist ein Praktikum.

Geschick

Den vorhandenen Frachtraum im Schiffsbauch versucht die Fachkraft Hafenlogistik möglichst geschickt zu füllen. Dies erfordert viel Geschick. Zudem sollten einem Mathematik und Physik liegen, da viele Berechnungen anstehen.  


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