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Bergbautechnologe/-in Tiefbau "Glückauf"

Bergbautechnologen regeln und steuern Einrichtungen des Grubenbetriebes. Sie bedienen Maschinen und Anlagen für den Abbau von Rohstoffen und den Vortrieb von Stollen und Bohrlöchern.

Stand: 09.01.2017

Benjamin Braun steht in einem Stollen, 700 Meter unter der Erde. Der 19-jährige Azubi trägt einen Helm, an dem eine kleine Lampe leuchtet. Vor seinem Bauch hängt eine Fernbedienung mit einer ganzen Anzahl an Hebeln und Knöpfen. Unter der Aufsicht eines Ausbilders dirigiert er einen 20 Tonnen schweren Bohrwagen zu einer Grubenwand. Es gilt, sieben Meter tiefe Löcher in die Wand zu bohren, in die der Sprenghauer später Sprengstoff einbringen wird. Dann wird das Gestein gesprengt und kann so leichter abgebaut werden. Es handelt sich um Kalisalz, das zu Industriedünger verarbeitet wird. Für Benjamin lag die Berufswahl nahe.

"Mein Vater war auf'm Schacht, mein Opa, mein Onkel und auch meine Cousins. Ja, und da hat es sich angeboten, auch auf'n Schacht zu gehen!"

Benjamin Braun

50 Tonnen und 350 PS

350 PS Schaufellader

Vielen angehenden Bergbautechnologen geht es ähnlich. Irgendwie sind sie mit dem Bergbau aufgewachsen, und sei es nur, dass sie in der Gegend leben, wo er noch betrieben wird. Der Beruf kann auch nur in einigen wenigen Regionen Deutschlands ausgeübt werden. Patrick Seiler ist im dritten Lehrjahr und macht seine Ausbildung ebenfalls bei k+s im hessischen Heringen. Er hat Abitur gemacht und möchte später einmal Ingenieur werden. Jetzt fährt er einen 50 Tonnen schweren Schaufellader, mit dem er das gesprengte Salzgestein zum Förderband schafft. 350 PS hat so ein Monstrum, das man kaum unter Tage vermuten würde. Das hat ihn schon als Junge fasziniert.

"Man hat einfach ein Mordspferd unterm Arsch, und es macht Spaß, so einen Lader zu fahren. Man hat auch einen Funken Verantwortung. D.h., man sitzt auf so einem Ding drauf und ist dabei für seine eigene Sicherheit und die Sicherheit von anderen verantwortlich."

Patrick Seiler

An der nächsten Station ist der 20-jährige Patrick Sockel dabei, anderthalb Meter lange Dübel in die Decke einer Grube zu treiben. Die Decke heißt im Bergbau "First" und das Verdübeln "Firstanker setzen". Damit "verschrauben" Bergbautechnologen sozusagen verschiedene Gesteinsschichten miteinander und verhindern so ungewollten Steinschlag. Auch Patrick Sockel dirigiert dabei einen Bohrwagen, der erst die Löcher bohrt und dann die Anker in die Löcher schießt.

Immer ohne Tageslicht

Die Umkleide wird "Kaue" genannt

Bergbautechnologen arbeiten immer ohne Tageslicht. Außerdem müssen sie sich auf Schichtdienste einstellen. Die Bezahlung ist im Vergleich mit anderen Berufen ähnlicher Art etwas überdurchschnittlich. Wenn Feierabend ist, geht es im Förderkorb wieder nach oben. 700 Meter in anderthalb Minuten. Da kann kein Kaufhauslift mithalten. Danach geht es in die "Kaue", so heißt im Bergbau die Sammelumkleide, in der die Kleidung in Körben an der Decke hängt. Wenn Schichtwechsel ist, werden die Körbe herabgelassen und man kann sich umziehen.

Bergbautechnologe: ein etwas anderer Beruf. Es gibt nur wenige Betriebe, die noch Rohstoffe fördern in Deutschland. Hauptsächlich werden Kali und Salze abgebaut. Der Steinkohleabbau wird voraussichtlich im Jahr 2018 eingestellt. Aber auch dann gibt es noch viele Einsatzmöglichkeiten. Auch verlassene Gruben und Bergwerke und solche, die als Deponien weiter Verwendung finden, werden von Bergbautechnologen gesichert und überwacht.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Bergbautechnologe / Bergbautechnologin Fachrichtung Tiefbau
  • Ausbildungsdauer: Drei Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung im Betrieb/Unternehmen und an der Berufsschule
  • Prüfung: Die Prüfung wird an der IHK abgelegt.
  • Ausbildungsorte: Industrieunternehmen / Betriebe
  • Zugang: Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. Ein guter Hauptschulabschluss wird allerdings mindestens vorausgesetzt.
  • Eignung: Bergbautechnologen sollten körperlich fit sein. Sie brauchen technisches Verständnis und handwerkliches Geschick. Außerdem müssen sie teamfähig und verantwortungsbewusst sein.
  • Perspektiven: Nach der Ausbildung kann sich der Bergbautechnologe weiterbilden zum Steiger (das ist die Aufsichtsperson für einen Trupp) und zum Techniker. Er kann auch Ausbilder werden und mit den richtigen Voraussetzungen ein Ingenieursstudium absolvieren.
  • Alternativen: Aufbereitungsmechaniker/-in, Brunnenbauer/-in, Spezialtiefbauer/-in

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Arbeitszeit

Schichtdienst. Unter Tage wird in drei Schichten gearbeitet.

Kleidung

Sicherheitskleidung ist vorgeschrieben. Helm und Lampe, starkes Schuhwerk und ein sogenannter Lebensretter müssen mitgenommen werden. Der Lebensretter ist ein Festsauerstoffgerät, aus dem im Ernstfall eine Atemmaske fällt. Damit kann der Bergbautechnologe 50 Minuten auch in dichtem Qualm überleben.


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