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Bauzeichner/-in Planen und entwickeln

Die Zeiten sind längst vorbei, da Bauzeichner am Zeichenbrett zeichneten. Heute arbeiten sie mit CAD-Programmen, also computergestützt. Treppen oder Dächer konstruieren, Grundrisse entwickeln: Alles entsteht am Bildschirm.

Stand: 11.04.2016

Isabelle Evrard kommt um 7.30 Uhr ins Hochbauamt der Stadt Nürnberg. Sie lernt im dritten Ausbildungsjahr Bauzeichnerin. Es macht ihr Spaß zu sehen, wie sich ein Gebäude im Plan langsam entwickelt und wie es später an der Baustelle entsteht. Momentan zeichnet sie an einem Kinder- und Jugendhaus, mit einem CAD-Programm am Computer. Das bedeutet viel sitzen, oft stundenlang.

Präzision bis ins letzte Detail

Kontrolle einer Autobahnbrücke

Bauzeichner können sich in drei Schwerpunkten ausbilden lassen: Im Hochbau, im Tiefbau und im Ingenieurbau. In einem kleinen Ingenieurbüro in Marktredwitz lernt Dominic Neidhardt im zweiten Lehrjahr. Am Bildschirm zeichnet er Betonstützen für ein Verwaltungsgebäude. Präzision bis ins letzte Detail, damit später am Bau nichts danebengeht. Er findet es gut, dass er drinnen und draußen arbeitet: Immer wieder geht's mit einem Kollegen auf die Baustelle zur Bauwerksprüfung. Autobahnbrücken müssen zum Beispiel alle sechs Jahre auf ihre Statik hin kontrolliert werden. Dominic kontrolliert die Betondeckung der Brückenteile mit einem Hammer und einem Messgerät.

"Ich finde es immer wieder interessant, unterschiedliche Sachen zu zeichnen. An dem einen Tag zeichne ich mal eine Brücke. Am anderen Tag zeichne ich eine Decke von einem Wohnhaus. Und wieder an einem anderen Tag zeichne ich Fertigteile."

Dominic Neidhardt (20), 2. Ausbildungsjahr

Nachmessen auf der Baustelle

Autobahnbrücke auf einer Neubaustrecke

Mit Brücken beschäftigt sich auch die 18-jährige Marie-Luise Zimmer. Sie lernt in einem großen Bauunternehmen in Cham im Bayerischen Wald und arbeitet in der Abteilung "Abrechnung und Vermessung". Auch sie geht immer wieder mal raus auf die Baustelle, um die Flächen abzumessen für die Kalkulation der Kosten. Drei Jahre dauert die Ausbildung, im Betrieb und an der Berufsschule. Ein Beruf voller Abwechslung: Immer wieder neue Bauwerke, immer neue Herausforderungen. Die Berufsaussichten für fertige Bauzeichner sind gut, wenn sie sich nach der Gesellenprüfung weiterbilden.

"Ich hab immer schon gern gezeichnet, früher schon Tattoos! Und auch in der Schule haben wir viel mit CAD-Programm gezeichnet, und deswegen hab ich mich damals entschlossen, in diese Richtung zu gehen."

Marie-Luise Zimmer (18), 2. Ausbildungsjahr

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Bauzeichner/-in
  • Ausbildungsdauer: drei Jahre
  • Ausbildungsform: dual (Betrieb und Berufsschule)
  • Ausbildungsorte: Ingenieurbüros, Bauamt, Bauunternehmen (Baustelle)
  • Prüfung: Industrie- und Handelskammer
  • Zugang: Kein besonderer Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis werden meist junge Leute mit mittlerer Reife eingestellt
  • Eignung: Räumliches Vorstellungsvermögen, technisches Verständnis
  • Perspektiven: Mit Weiterbildung gute Aussichten auf dem Arbeitsmarkt. Aufstieg als Techniker/-in oder mit Studium.


Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Bauzeichner konstruieren in der Berufsschule Treppen, Decken und Dächer mit Zirkel und Lineal. Dabei muss es exakt zugehen. Im Betrieb arbeiten sie vor allem mit Computerprogrammen. Auch da müssen sie gewissenhaft Vorgaben einsetzen und Zeichnungen mit Maßangaben versehen.

Mathematik

Bauzeichner müssen oft mit mathematischen Formeln arbeiten, etwa bei der  Masseberechnung von Bauteilen. Beim Berechnen einer Dachneigung müssen sie die Winkelfunktionen beherrschen. Bauzeichner müssen auch vor Ort vermessen und Kosten kalkulieren.


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