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Augenoptiker/-in Für Durchblick sorgen

Fast könnte man den Beruf als Heilberuf bezeichnen. Der Augenoptiker berät und hilft den Menschen, damit sie besser sehen können. Sein Produkt, die Brille, korrigiert Fehlsichtigkeiten und ist zugleich ein modisches Accessoire.

Stand: 18.06.2013

Insofern muss jeder in diesem Beruf auch eine Art Typ- und Modeberater sein. Eine Motorradfahrerin braucht eine leichte, aber stabile Brille. Eine Software-Ingenieurin eine, die sowohl die Tastatur des Computers als auch den Bildschirm ohne Unschärfen lässt. Der Freizeitangler eine Sonnenbrille, die die Spiegelungen des Wassers wegfiltert. Die Ansprüche und Sonderwünsche sind endlos, der Augenoptiker muss sie alle kennen und bedienen können. Gleichzeitig kommt das Wichtigste dazu: die Korrektur der Fehlsichtigkeit. Die Gläser müssen die richtigen Stärken haben, damit der Brillenträger durch sie die Welt so sieht wie ein anderer mit normalsichtigen Augen. Und dann muss der Augenoptiker ein Gespür dafür haben, welches wohl das passende Modell für seinen Kunden sein könnte.

"Darauf werden wir schon in der Berufsschule vorbereitet. Man muss die Gesichtsform bedenken für die Form. Für die Farbe sind Hautton, Haar- und die Augenfarbe wichtig. Auch muss das Modell zur Frisur passen."

Christiane Knecht (2. Lehrjahr)

Yvonne Neuner repariert mit einem feinen Schweißbrenner eine Metallbrille. Der Steg ist abgebrochen. Mit viel Fingerspitzengefühl spannt sie die nun zweigeteilte Fassung in ein Haltegestell und biegt die Bruchstellen vorsichtig aneinander. Mit dem Pinsel trägt sie Lötpaste auf. Dann richtet sie die spitze Flamme des Brenners auf die Bruchstelle und schweißt die Teile wieder zusammen. Nach einem Ultraschallbad ist die Brille gereinigt, die Reparaturstelle ist nicht mehr zu sehen. Die Fassung wirkt wie neu.

Können und Präzision

Die Gläser müssen nicht mehr wie einst mit einer Brechzange auf die grobe Form der Brillenfassung gebröckelt und dann noch per Hand fein geschliffen werden. Heute besorgt das alles ein Schleifautomat. Kreisrundes, übergroßes Glas rein, exakt zurechtgeschliffenes Glas wieder raus. Dann kann es direkt in die Fassung eingepasst werden. Ein, zweimal an der richtigen Stelle gedrückt und das Glas sitzt. Überhaupt: die Gläser- das "A und O" der Brille. Der Augenoptiker bestimmt mit der Refraktion, einer speziellen Augenprüfung, die Gläserstärken, die notwendig sind, um dem Kunden wieder zu richtigem Sehen zu verhelfen. Später müssen die Gläser nicht nur die richtigen Stärken haben, sondern auch so geschliffen sein, dass sie in der ausgesuchten Fassung richtig sitzen. Das heißt, dass ihr Mittelpunkt letztlich direkt über den Pupillen der Augen landet. Hier ist Können und Präzision gefragt. Beides hat Zukunft.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Augenoptiker/-in
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in in Handwerksbetrieb und Berufsschule.
  • Zugang: Keine formale Zugangsvoraussetzung, das Handwerk stellt aber vorwiegend Augenoptiker mit mindestens der mittleren Reife ein
  • Prüfung: Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer
  • Ausbildungsorte: Einzelne Handwerksbetriebe und große Ketten und Berufsschule
  • Eignung: handwerkliches Geschick, physikalisch-technisches Verständnis, gute Umgangsformen, Einfühlungsvermögen in Menschen.
  • Perspektiven: Augenoptiker/-innen stellen Sehhilfen her, beraten den Kunden bei der Auswahl der Gläser und Fassungen und passen die Brillen dann an. Auch Reparaturarbeiten an den Brillen gehören zum täglichen Geschäft.
  • Weiterbildung: Meister/-in, staatlich geprüft(e) Augenoptikermeister/-in, Bachelor in Optometrie plus Masterstudium
  • Ausbildungsalternativen: Hörgeräteakustiker/Hörgeräteakustikerin, Orthopädietechnik-Mechaniker/Orthopädietechnik-Mechanikerin, Verfahrensmechaniker/Verfahrensmechanikerin für Brillenoptik, Feinoptiker/Feinoptikerin

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Verdienst

Die Ausbildungsvergütung variiert stark - je nach Bundesland. Auch die spätere Bezahlung des ausgebildeten Augenoptikers variiert ähnlich. Aktuelle Zahlen gibt es auf den Webseiten der Arbeitsagentur

Genauigkeit

Beim Arbeiten an der Brille kommt es auf Präzision an. Letztlich muss das Brillen-Glas-Gefüge eine wirkliche Einheit sein, die tausende Male auf- und abgesetzt wird. Eine leichte Ungenauigkeit beim Arbeiten und die Brille passt nicht richtig oder korrigiert gar die Fehlsichtigkeit nicht optimal.

Geschicklichkeit

Augenoptiker müssen mit verschiedenen Materialien umgehen. Je nachdem, ob ein Glas geschliffen und in eine Fassung eingepasst werden muss, eine Metallbrille gerichtet oder eine Kontaktlinse angepasst werden muss. Handwerkliches Geschick gehört immer dazu.


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