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Behälter- und Apparatebauer/-in Vom Blech zum Edelstahlgiganten

Ob Kupfer, Eisen oder Stahl: Behälter- und Apparatebauer bringen jedes Metall in Form und lassen es so richtig glänzen. In Lagerhallen produzieren sie für die Lebensmittel-, Getränke- und Pharmaindustrie Behälter in allen Größen und Gewichtsklassen.

Stand: 15.01.2018

Für Leandro Costa heißt es Anpacken. Er muss mit seinen Kollegen einen riesigen Biertank verladen. 16 Tonnen schwer, 17 Meter hoch - das geht nur im Team. Der 19-Jährige macht bei der Firma Rieger Behälterbau in Bietigheim-Bissingen eine Ausbildung zum Behälter- und Apparatebauer. Jeden Tag stellt er Krüge, Kessel und ganze Anlagen aus Metall her. Dabei ist Genauigkeit und Sorgfalt gefragt. Alle Bauteile müssen den richtigen Maßen entsprechen und sauber verarbeitet sein.

"Es ist wie bei einem Puzzle. Alle Teile müssen zusammenpassen. Da kommt es auf jeden Millimeter an. Wir müssen uns bei den Maßen zu hundert Prozent sicher sein. Ein Fehler - und es funktioniert nicht."

Leandro Costa (19), 4. Lehrjahr

Altes Handwerk neu erfunden

Früher hieß der Behälter- und Apparatebauer noch Kupferschmied. In mühsamer Handarbeit wurde damals das Kupfer weichgeglüht und stundenlang verformt. Auch heute noch sind die Auszubildenden auf ihr handwerkliches Geschick angewiesen. In der Fertigung kommt allerdings überwiegend automatisierte Technik zum Einsatz. Hochmoderne CNC-Maschinen schneiden und verformen Bleche ganz einfach per Knopfdruck.

Sorgfalt bis ins kleinste Detail

So auch bei der Firma Raff & Grund in Freiberg am Neckar. Hier lernt Pascal Köhler im zweiten Lehrjahr. Für ihn war von Anfang an klar, dass er etwas im Metallbereich machen möchte. Bauteile zusammensetzten, umformen, schweißen, löten - das alles gehört zu Pascals Aufgaben. Er und seine Mitarbeiter haben eine hohe Verantwortung. Viele ihrer Behälter- und Apparate gehen in die Chemie- und Pharmaindustrie und müssen zu hundert Prozent dicht sein. Mit einem Endoskop kontrolliert der 17-Jährige die Schweißnähte eines Behälterdeckels.

"Die Behälter müssen sauber verarbeitet sein, sonst können sich später in kleinen Poren Bakterien ansammeln. Das wäre in der Chemie- und Pharmaindustrie eine Katastrophe. Ich muss immer sehr sorgfältig arbeiten, aber das mag ich."

Pascal Köhler (17), 2. Lehrjahr

Braukessel für Hochprozentiges

Kanada, Australien, Portugal - mit seinen Brennereianlagen reist Michael Hohensteiner um die ganze Welt. Der Behälter- und Apparatebaumeister arbeitet bei der Firma Kothe in Eislingen. Hier kommt noch eines der ältesten Metalle der Menschheit zum Einsatz, nämlich Kupfer. Daraus entstehen edle Brennereien und Brennereianlagen. Gerade hat der 27-Jährige ein Modell für einen Ginhersteller fertig gestellt. Bevor die Anlage die Werkstatt verlässt, muss der Meister jedes Detail prüfen.

"Bis so ein Teil fertig ist, dauert es fast ein Jahr. Da stecken jede Menge Arbeit und Herzblut drin. Wenn ich danach die glänzenden Augen des Kunden sehe, macht mich das immer wieder stolz."

Michael Hohensteiner

Metallexperten - überall einsetzbar

Nach ihrer Ausbildung haben Behälter- und Apparatebauer gute Aussichten auf einen Job. Sie sind in fast allen Metallbereichen einsetzbar. Aufgrund ihres umfangreichen Know-hows sind sie auch bei Gas- und Wasserinstalltionsfirmen sowie Heizungs- und Lüftungsanlagenbauern gefragt.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Behälter- und Apparatebauer/-in
  • Ausbildungsdauer: 3,5 Jahre
  • Ausbildungsform: duale Ausbildung im Betrieb und an der Berufsschule
  • Prüfung: Handwerkskammer
  • Ausbildungsorte: mittlere und größere Metall- und Maschinenbauunternehmen, die Kessel, Behälter und Apparate fertigen; außerdem Gas- und Wasserinstallationsfirmen
  • Zugang: Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Auszubildende mit Hauptschulabschluss ein.
  • Eignung: handwerkliches Geschick, technisches Verständnis, räumliches Vorstellungsvermögen, Teamgeist, körperliche Fitness
  • Perspektiven: Prüfung zum Behälter- und Apparatebauermeister/-in; Weiterbildung zum Techniker/-in, z. B. in Fachrichtung Metallbautechnik; Studium, z. B. Maschinenbau oder Verfahrenstechnik
  • Alternativen: Maschinen- und Anlagenführer/-in, Anlagenmechaniker/-in, Konstruktionsmechaniker/-in, Schweißer/-in

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Behälter- und Apparatebauer/-innen müssen beim Zuschneiden und Verformen von Metall genau arbeiten.

Teamarbeit

Im Berufsalltag arbeiten Behälter- und Apparatebauer/-innen viel zu zweit. Sie brauchen Hilfestellung beim Schweißen oder beim Verladen von übergroßen Druckbehältern.

Kraft

Stahlrohre und andere Bauteile für Behälter und Apparate können schwer werden. Beim Montieren per Hand brauchen die Auszubildenden Kraft.

Gefahr

Nicht nur beim Schweißen und Löten droht Verletzungsgefahr. Behälter- und Apparatebauer/-innen arbeiten mit chemischen Stoffen und müssen dabei vorsichtig sein.

Sorgfalt

Die Fachkräfte haben eine hohe Verantwortung. Viele der Behälter kommen in der Lebensmittel-, Chemie- oder Pharmaindustrie zum Einsatz und müssen sauber verarbeitet und dicht sein.


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