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Assistent/in für Freizeitwirtschaft Freizeit zum Beruf machen

Assistent, Assistentin für Freizeitwirtschaft - eine spannende, zweijährige schulische Ausbildung mit Perspektive - für alle, die Freizeit zu ihrem Beruf machen wollen.

Stand: 22.05.2017

Für die Reise durch die lange und dunkle Geschichte der Hansestadt strömen jährlich 350.000 Schaulustige ins Hamburg Dungeon. Da braucht es Profis hinter den Kulissen. Mina Said will Assistentin für Freizeitwirtschaft werden. Während der Schulzeit macht sie ein sechswöchiges Praktikum. 90 Minuten Show - individuell angepasst. Mina hat den Ablauf für die Firma, die heute kommt, nach den Kundenwünschen gestaltet. Sie verrät worauf es ankommt:

"Unter anderem ist das Planen und Organisieren ganz wichtig, das muss man schon drauf haben. Man muss auch Spaß dran haben, denn wenn man nicht wirklich an die Sache rangeht und unmotiviert ist, dann macht man auch relativ viele Fehler."

Mina Said, 1. Ausbildungsjahr (17 Jahre)

Kommunikation ist das A und O

Dungeon Showmanager Jörg Homeyer mit der Auszubildenden Mina Said

Zahlreiche Besucher warten schon neugierig vor dem Dungeon in der Speicherstadt. Gleich ist Einlass und Mina klärt noch schnell in der Maske, ob die Schauspieler zur morgendlichen Besprechung kommen. Vor der Gruppe darf Mina vortragen, wie der gestrige Tag lief und berichtet, was heute alles ansteht. Assistenten für Freizeitwirtschaft sollten keine Scheu vor Präsentationen haben und gern im Team arbeiten.

"Ja, in der Tat ist es so man darf nicht auf den Mund gefallen sein. Man muss schon bisschen Pfeffer im Hintern haben und es darf einem vor nichts grauen - weder vor der Arbeitszeit noch vor Gästen. Man muss da schon ein bisschen was in der Hose haben."

Hermann Florkowski, Eventmanager Hamburg Dungeon

In zwei Jahren zwei Abschlüsse

Staatliche Handelsschule Berliner Tor

An der Staatlichen Handelsschule Berliner Tor beginnt immer zum 1. August die zweijährige vollschulische Ausbildung. Wer will, kann wie Mina die allgemeine Fachhochschulreife gleich mitmachen. Um für die Prüfung zur Fachhochschulreife zugelassen zu werden, darf der Notendurchschnitt in Mathe, Deutsch und Englisch 3,0 nicht überschreiten.

"Ich sitze hier nicht mehr und denke, wozu erzählen die mir so was, weil alles macht einfach Sinn und man kann sich vorstellen, wie ich das später im Leben auf Sachen anwenden kann."

Jonas Gottschalk, 1. Ausbildungsjahr (16 Jahre)

Der Unterricht ist oft unkonventionell in kleinen Arbeitsgruppen. Neben Fachenglisch sind Sprache und Kommunikation sowie das Erstellen und Planen von Leistungen die wichtigsten Unterrichtsfächer. Oft unterschätzen die Schüler, dass sie bei Freizeitwirtschaft auch viel über "Kosten und Controlling" lernen müssen.

Hamburg boomt als Reiseziel

Die Elbphilharmonie in Hamburg

Die Einsatzgebiete der angehenden Assistenten für Freizeitwirtschaft liegen quasi vor der Haustür. Ob in Tourismuszentralen, bei Vermietern von Freizeitobjekten oder in der Reiseleitung - die Beschäftigungsmöglichkeiten sind sehr vielfältig - deutschlandweit sowie im Ausland. Was bei Interessenten allerdings immer mitschwingen muss, ist Herzblut, damit die Freizeitaktivitäten anderer unvergesslich bleiben.

"Die Welt steht einem wirklich offen. Es ist der erste wichtige Schritt, wenn man gerne mit anderen Menschen kommuniziert, wenn man gerne etwas organisiert, wenn man Verantwortung übernehmen möchten, um anderen Menschen eine Freude zu machen. Denn wir wissen, wenn wir Freizeit verbringen, dann ist das eine kostbare Zeit und die soll auch gut organisiert sein, damit man hinterher sagen kann: Da gehe ich nochmal hin, das buche ich noch einmal."

Gregor Leiß, Ausbildungsleiter

Erfahrung im Ausland sammeln

Besonders gut lässt sich die bunte Freizeitwelt während eines Auslandspraktikums erkunden. Während der schulischen Ausbildung stehen zwei Praktika von à sechs Wochen an - wahlweise davon einmal im Ausland. Die Einstiegsgehälter variieren stark. Nach oben ist allerdings keine Grenze gesetzt - Engagement lohnt sich!

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Staatlich geprüfte/r Assistent/in für Freizeitwirtschaft
  • Ausbildungsdauer: Zwei Jahre
  • Ausbildungsform: Vollschulische Ausbildung an einer Berufsfachschule. Die Praxis wird während zwei Praktika von à sechs Wochen vermittelt - wahlweise einmal sechs Wochen im Ausland. Die Fachhochschulreife kann innerhalb der zwei Jahre durch Zusatzqualifikation erworben werden.
  • Prüfung: Schriftliche Prüfung in den Fächern, Fachenglisch, Sprache und Kommunikation. Zum Erwerb der Fachhochschulreife zusätzlich in Mathematik. Plus Facharbeit mit mündlicher Präsentation. Praktische Prüfungen: Stadtführung, Animation und Computerreservierungssysteme.
  • Ausbildungsorte: Deutschlandweit einmalig an der Staatlichen Handelsschule Berliner Tor in Hamburg (Stand: 2017). Praktika z.B. in Freizeiteinrichtungen und Themenparks, in Reise- und Fremdenverkehrsbüros und in Eventagenturen
  • Zugang: Mittlere Reife mit einer Durchschnittsnote nicht schlechter als 3,3 ohne Sport. Keine Altersbegrenzung. Aussagekräftige Bewerbung mit: Anschreiben, Aktueller Hamburger Meldebestätigung, Zeugnis der Mittleren Reife oder Zeugnis des letzten Halbjahres, Lebenslauf
  • Eignung: Assistenten für Freizeitwirtschaft sollten Freude im Umgang mit Menschen haben, kaufmännisch denken und gut organisieren können, sowie die nötige Kreativität und Flexibilität mitbringen.
  • Perspektiven: Studium, z.B. Marketing oder Eventmanagement, Selbstständigkeit, Auslandseinsätze, Berufstätigkeit, Qualifizierung für die duale Ausbildung
  • Alternativen: Assistent/in für Hotel-und Tourismusmanagement, Tourismuskauffrau/-mann

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Team

Assistenten für Freizeitwirtschaft fungieren oft als Schnittstelle zwischen den einzelnen Gewerken. Organisieren sie Projekte, müssen alle im Team auf dem gleichen Wissensstand sein, sonst wird es schnell chaotisch.

Arbeitszeit

Assistenten für Freizeitwirtschaft arbeiten dann, wenn andere frei haben. Unregelmäßige Arbeitszeiten stehen auf der Tagesordnung, denn Freizeitaktivitäten gehen gerne bis spät in die Nacht oder spielen sich am Wochenende ab. Assistenten für Freizeitwirtschaft müssen die nötige Flexibilität mitbringen und ihre freien Tage eventuell unter der Woche nachholen.

Kommunikation

Kommunikation ist das A und O: Ob vor Gästen im Hotel, bei Stadtrundgängen oder auf dem Kreuzfahrtschiff. Assistenten für Freizeitwirtschaft müssen sich oft Gehör verschaffen und sich gut präsentieren können.

Mathematik

Wer innerhalb der zweijährigen schulischen Ausbildung sein Fachabitur erwerben möchte, der muss auch eine Abschlussprüfung in Mathematik ablegen. Zugelassen wird nur , wer mindestens einen Notendurchschnitt von 3,0 in den Fächern Englisch, Kommunikation und Mathe mitbringt.

Geld

Die Einstiegsgehälter für Assistenten für Freizeitwirtschaft variieren stark. Nach oben ist allerdings keine Grenze gesetzt - Engagement lohnt sich!

Kreativität

Um in der Branche erfolgreich zu sein, braucht es Kreativität, Einfühlungsvermögen für die Kunden und individuelle Konzepte.

Wetter

Assistenten für Freizeitwirtschaft sollten wind- und wettertauglich sein. Gerade in der Ausbildungsstadt Hamburg gehören Wetterkapriolen dazu.  Bei Stadtführungen ist es wichtig, immer einen Plan B in der Tasche zu haben, um rechtzeitig einen Abstecher in ein Kaffee zu machen.


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