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alpha-Forum extra AFRIKA – neuer Standort für die Spitzenforschung?

In der Diskussion geht es u. a. um die Fragen: Wie ist der Wissenschaftsstandort Afrika politisch und wirtschaftlich aufgestellt? Wo liegen die Herausforderungen und wo die Chancen?

Stand: 23.06.2015 | Archiv

"Es gibt eine Entwicklung in Afrika dergestalt, dass nicht nur die Wachstumsraten im wirtschaftlichen Bereich in vielen Ländern sehr hoch sind – im Durchschnitt sogar höher, als auf jedem anderen Kontinent der Welt –, sondern das betrifft eben auch Forschungs- und Wissenschaftsstandorte in Afrika. Auch wenn der Anteil, den Afrika zum weltweiten Bruttosozialprodukt leistet, nicht so sehr groß ist, liegt diese Entwicklung in der Wissenschaft jetzt doch durchaus im Trend. Wichtig ist, dass wir Afrika eben nicht als ein einziges Land sehen dürfen, denn diese 54 Länder in Afrika sind nun einmal sehr unterschiedlich. Und als Kontinent ist Afrika so groß, dass darin China, die USA, Indien und auch Europa fast noch Platz hätten. Deshalb muss man, wenn man über Afrika spricht, eben auch sagen, wo genau der Wissenschaftsstandort bereits global vernetzt ist und Teil der globalen Wissenschaft, die überall stattfindet, und wo man sich diesbezüglich noch ganz am Anfang befindet, weil vielleicht noch nicht einmal der Strom reicht für die Computer oder das Internet nicht funktioniert. Ich glaube, diese Vielfalt muss man also klar sehen, aber die Dynamik insgesamt ist positiv."

Günter Nooke

Wie kann Afrika wissenschaftliche Spitzenforschung seinerseits unterstützen? Worin bestehen die Vor- und Nachteile für afrikanische Jungwissenschaftler, in ihrem Heimatland zu forschen, etwa im Gegensatz zu den USA oder Europa? Kann "Heimatverbundenheit" effizient für Spitzenforschung sein und wenn ja, inwiefern? Welche Rolle kann/soll/muss Europa und speziell auch Deutschland bei der Unterstützung afrikanischer Spitzenwissenschaft(ler) einnehmen? Wo muss diese Hilfe ansetzen und wo hört sie auf (Stichworte: Hilfe zur Selbsthilfe, Paternalismus)?

Gäste:

Dr. Thomas Baden
Neurowissenschaftler, Universität Tübingen und Vorsitzender der NGO TReND in Africa

Dr. Maxwell Barffour
Epidemiologe, Department of International Health Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health (JHSPH)

Günter Nooke
Afrikabeauftragter des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Prof. Dr. Hartmut Michel
Biochemiker und Nobelpreisträger


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