BR Fernsehen - Welt der Tiere


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Welt der Tiere Die Tränen des Geparden

Geparden in Namibia haben es nicht leicht: Sie werden gejagt und getötet. Oft bleiben verwaiste Junge zurück. Sie können Glück im Unglück haben: Eine Auffangstation nimmt sie auf und wildert sie später wieder aus.

Von: Angela Graas

Stand: 17.02.2017

Gepard | Bild: BR

Nur 40 Kilometer von Namibias Hauptstadt Windhoek entfernt liegt Naankuse: Ein Ort, an dem Unrecht wieder gut gemacht werden soll - zum einen an der Urbevölkerung, zum anderen an den Geparden. Sowohl die Buschmänner, als auch die Raubkatzen sind Vertriebene und Gejagte in ihrer eigenen Heimat. Beispielsweise die beiden jungen Gepardenbrüder Ayla und Tearmark und ihre Ziehmutter Lucky.

Glück im Unglück

Lucky verlor ein Hinterbein in einer Falle - jetzt lebt sie in der Auffangstation in Naankuse. Ayla und Tearmark sind Waisen, weil ein Farmer ihre Mutter erschossen hat. Doch auch sie hatten Glück im Unglück: In Naankuse hat man die Gepardenjungen aufgepäppelt und dem älteren Weibchen Lucky anvertraut.

Ziel in Naankuse ist es, möglichst viele Geparden wieder in die Freiheit zu entlassen. Lucky hätte mit ihrer Behinderung keine Chance in freier Wildbahn. Doch die beiden vierjährigen Geparden-Brüder Ayla und Tearmark sollen bald ihr sicheres Gehege verlassen und in Namibrand, einem Naturschutzgebiet am Rande der Namibwüste, ausgewildert werden. Die erste Zeit in Namibias Wildnis wird für die beiden schwierig werden. Sie müssen viel lernen - vor allem, selbst Beute zu machen und sie vor anderen Geparden, Hyänen und Löwen zu verteidigen.

Traditionelles Wissen hilft moderner Forschung

Auch Hooga hat in Naankuse eine Zuflucht gefunden. Bis vor wenigen Jahren hat er noch nach Buschmann-Art mit seinem Vater in der Wildnis Namibias gejagt. Jetzt unterstützt er mit seinem traditionellen Wissen über wilde Tiere die Biologen in Naankuse bei ihrer Arbeit. Seine Hilfe können sie gut gebrauchen, wenn sie wissen wollen, wie es den ausgewilderten Geparden ergeht: Hooga versteht es, Spuren zu lesen. Die ausgewilderten Geparden tragen zwar ein Senderhalsband, doch da sie weite Strecken am Tag zurücklegen, sind sie oft außerhalb des Sendebereichs. Dann kann Hooga ihre Spuren entdecken - er weiß, wie frisch sie sind und in welcher Richtung die Biologen suchen müssen. Und sie werden fündig:  Ayla und Tearmark geht es gut, sie haben ihre erste Beute gemacht.

Ein neues Ziehkind für Lucky

Mittlerweile ist in der Station in Naankuse ein neues Gepardenjunges angekommen. Ein Farmer hat seine Mutter und Geschwister getötet. Im Gehege neben Lucky soll sich das drei Monate alte Männchen eingewöhnen. Und die seit der Auswilderung von Ayla und Tearmark einsame Lucky bekommt wieder ein Ziehkind.

Das Märchen von den Tränen des Geparden

Ein altes Märchen der Buschmänner erzählt, warum die Geparden Tränenspuren im Gesicht haben: Ein feiger Jäger hat einer Gepardin heimlich ihr Junges gestohlen. Das brach der Gepardenmutter das Herz - sie weinte und weinte …
Ein alter Mann hörte das Klagen der Gepardin. Er fand heraus, was passiert war, holte das Gepardenjunge zurück und brachte es zu seiner Mutter. Das lange Weinen hatte jedoch das Gesicht der Gepardin gezeichnet, und deshalb - sagen die Buschmänner - tragen Geparde bis zum heutigen Tag Spuren der Tränen in ihrem Gesicht.

Sendehinweis

"Die Tränen des Geparden" sehen Sie am Samstag, 18.02.2017 um 13:00 Uhr in "Welt der Tiere" in BR Fernsehen.


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