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Alpen abseits des Trubels Alternative Bergsteigerdorf

Vielerorts bietet man den Winterurlaubern hunderte von Pistenkilometern, alpine Fun-Parks und ausufernde Hotel-Burgen. Das Gegenmodell sind "Bergsteigerdörfer“. Mittlerweile gibt es in Österreich 20 davon, darunter das Lesachtal im südlichen Kärnten nahe der Osttiroler Grenze, dem sich Brigitte Kornbergers Film besonders widmet.

Stand: 30.01.2017 | Archiv

Ein Film von Brigitte Kornberger

Lange war die Zeit nicht reif für den "sanften Tourismus“. Die Winterurlauber wollten  hunderte von Pistenkilometern und auch rundherum noch was erleben. Orte, die nichts bieten konnten, galten lange Zeit als rückständig. Heute sieht man in vielerorts die Berge nicht mehr vor lauter "Events“: Gewaltige Liftanlagen, Apres-Ski-Stadel, alpine Fun-Parks und ausufernde Hotel-Burgen dominieren das Bild im Winter ebenso wie im Sommer.  

Das Gegenmodell sind "Bergsteigerdörfer“: Seit 2005 zeichnet der Österreichische Alpenverein Orte aus, die nicht aufgesprungen sind auf den Zug des Massentourismus, weil sie zu abgelegen waren, kein Geld hatten oder einfach ihre Ruhe wollten. Das ist jetzt ihr Trumpf, denn so konnten sie ihre historischen Ortsbilder bewahren, ihre Traditionen und vor allem eine intakte Natur und Landschaft – ideal für Bergsteiger, Wanderer und alle, die das Unaufgeregte und Authentische suchen. In unserer schnelllebigen, hektischen Zeit werden das immer mehr.

In Österreich gibt es mittlerweile rund 20 "Bergsteigerdörfer“, darunter das Lesachtal im südlichen Kärnten, dem sich Brigitte Kornberger in ihrem Film besonders widmet. Sie besucht auch die Gemeinde Ramsau bei Berchtesgaden, die im September 2015 vom Deutschen Alpenverein zum ersten Bayerischen Bergsteigerdorf gekürt wurde.  

Denn im Sinne der Alpenkonvention, die für eine nachhaltige Entwicklung im gesamten Alpenraum steht, soll die Initiative auch auf andere Länder ausgeweitet werden.


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