BR Fernsehen - Querbeet

Tischbeete und Co. Pflücken ohne Bücken

Für viele ist es lästig, für einige einfach unmöglich: Das Bücken. Körperbehinderte Personen können nicht ohne weiteres am Boden säen, pflanzen oder ernten. Gärtnern können sie trotzdem und zwar an speziellen Beeten.

Stand: 17.06.2016

GenerationenGarten

An der Bayerischen Landesanstalt für Gartenbau in Bamberg gibt es 4 unterschiedliche Mustergärten, vom Säulenobst bis zur Erdbeere, vom Salat bis zu Linsen wachsen hier jedes Jahr die unterschiedlichsten Kulturen. Und nicht nur die Pflanzen unterscheiden sich, sondern auch die Beete. Im GenerationenGarten kann JEDER Gärtnern von 1 bis 99 Jahren. Die passenden Beete ermöglichen auch körperbehinderten Menschen das Garteln.

Für sie besonders ideal: Hochbeete, Kistengärten oder Tischbeete. An allen drei Varianten kann im Stehen gearbeitet werden, ein lästiges und teils unmögliches Bücken und Knien entfällt. Anschauen kann man sich die Gärten während der Arbeitszeiten des Betriebs oder am ersten Sonntag im Juli. Dann heißt es an der LWG in Bamberg „Tag der offenen Tür“.

Offene Tür an der LWG Bamberg

Unter folgendem Link gibt’s die genauen Daten:

Hochbeet oder Tischbeet

Der Unterschied: Während das Hochbeet in der Regel mit ganzer Fläche am Boden steht, wird das Tischbeet nur von Beinen getragen. Rollstuhlfahrer können diese Beete unterfahren und so bequem arbeiten, wie an einem normalen Tisch auch. Die in Größe und Form variablen Beete sind aus Edelstahl gefertigt. Einmal aufgebaut brauchen sie keine Wartung mehr. Gefüllt werden diese Beete mit hochwertigem Kultursubstrat, dadurch reicht die nur knapp 20 Zentimeter dicke Schicht für viele Gemüse- und Kräuterkulturen problemlos aus. Einzig Wurzelgemüse kann hier nur bedingt wachsen.

Kistengärten von Mini bis Maxi

Hat man keinen Garten, sondern nur einen kleinen Balkon, kann man in Kisten gärtnern. Schon drei Kisten reichen für eine ordentliche Gemüseernte. Die Grundlage bilden Gärtner- oder Bäckerkisten mit 70 Liter Fassungsvermögen. Kartons an Seitenwänden und Boden verhindern, dass die Erde rausbröselt und dass später zu viel Wasser verdunstet.

Die Füllung erfolgt schichtweise, erinnert sehr an den Aufbau eines Hoch- oder Hügelbeetes. So kommt in die untere Kiste als erstes grobes, holziges Material.

Den Rest füllt man mit halbreifem Kompost. Die obere Etage, das heißt die zweite Kistenreihe, wird zu gut einem Drittel mit umgesetztem, reifem Kompost versehen.

Kompost bekommt man übrigens in vielen größeren Städten oder Gemeinden, denn sie betreiben ein eigenes Kompostwerk. Als letzte Schicht kommt hochwertiges Kultursubstrat in die Kisten. Dieses ist gut mit Nährstoffen versorgt, besitzt zudem einen optimalen Wasser-Luft-Haushalt.