BR Fernsehen - Lebenslinien


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Lebenslinien - Ulla pflegt ihren schwerstbehinderten Pflegesohn Ziemlich bestes Leben

Ulla und Timo sind ein wunderbares Paar. Ulla ist Mitte 70, anpackend, kreativ und positiv. Der schwerstbehinderte und rund um die Uhr pflegebedürftige Timo ist Mitte 20, witzig und sehr schlau. Gemeinsam mit Ullas leiblicher Tochter bilden sie im Allgäu eine ungewöhnliche und fröhliche Familie. Mittlerweile studiert Timo, und Ulla sorgt sich, was aus ihm wird, wenn sie sich nicht mehr um ihn kümmern kann.

Stand: 10.08.2017

Ulla erfährt schon früh, was es heißt, verlassen zu sein. In den letzten Kriegstagen verliert sie den Vater, und ihre Mutter muss jahrelang wegen Tuberkulose das Bett hüten. Doch Ulla hat Glück und kommt ins Internat in einer diakonischen Einrichtung. Dort leben Behinderte und Nichtbehinderte wie selbstverständlich zusammen.

Filminfo

Originalitel: Ziemlich bestes Leben (D, 2016)
Regie: Gabriella Balassa/Klaus Ralf
Redaktion:  Christian Baudissin
Länge: 44 Minuten
VT-UT, 16:9

Nach einem Pädagogikstudium zieht Ulla Anfang der 1970er Jahre nach Sardinien. Sie verliebt sich in einen deutschen Bonvivant, von dem sie eine Tochter bekommt. Doch sardische Banditen entführen ihren Partner, und er wird nie wieder lebend gesehen.

Ulla geht zurück nach Deutschland und schließt sich einer anthroposophischen Dorfgemeinschaft an, bis ihre Tochter erwachsen ist. Seither lebt Ulla im Allgäu, wo sie 1996 von dem schwerstbehinderten Säugling Timo erfährt, dessen Eltern mit ihm überfordert sind.

Schließlich willigt sie ein, die Pflegschaft für ihn zu übernehmen, holt ihn zu sich und kümmert sich seit über 20 Jahren in beispielloser Aufopferung um ihn.

Mittlerweile studiert Timo in Augsburg Jura und schreibt laufend Bestnoten. Seine Betreuung ist perfekt organisiert, doch mit Mitte 70 macht sich Ulla zunehmend Gedanken, wie es mit Timo weitergehen wird, wenn sie mal nicht mehr bei Kräften ist.


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