Unternehmen - Medienkompetenzprojekte


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Storytelling im mobilen Internet Grenzgeschichten – crossing borders

Geschichten, die aus Ländergrenzen heraus entstehen, sind das Thema von "Grenzgeschichten – crossing borders", einem bundesweiten Projekt der Stiftung Zuhören. Schüler und Studierende veröffentlichen dabei crossmediale Geschichten in grenzgeschichten.net

Stand: 04.02.2016

Impressionen zu Grenzgeschichten | Bild: Stiftung Zuhören

Grenzgeschichten.net ist ein ortsbasiertes Internetportal, das sowohl zu Hause am Computer wie unterwegs mit Smartphone oder Tablet nutzbar ist. Schüler und Studenten erzählen darin Geschichten von der deutsch-deutschen Teilung, dem Kalten Krieg, Grenzgebieten heute, Sicherheit und Freiheit, Flucht- und Zuflucht in Europa und überall auf der Welt. Aber nicht nur thematisch, auch medial werden Grenzen überschritten.

Die Geschichten werden an verschiedenen Schauplätzen erzählt und mit Profilen der Autoren und handelnden Personen verknüpft. So entsteht ein Beziehungsgeflecht von Geschichten, Orten und Personen. Das ganze Repertoire medialen Geschichtenerzählens kann genutzt werden: Text, Audio, Bild und Video. Die Inhalte werden kommentiert und im Social Web geteilt.

Im Mai 2014 wurde die Website grenzgeschichten.net gelauncht. Der crossing borders blog dokumentiert den Fortgang des Projekts. Auf Facebook gibt es eine sich rege über Grenzthemen austauschende Gruppe. Und auf Twitter wird über den aktuellen Stand des Projekts gezwitschert. Grenzgeschichten ist damit das erste crossmediale, interaktive und ans Social Web gebundene, bundesweite Bildungsprojekt der Stiftung Zuhören.

Beispiele für Grenzgeschichten-Projekte

München und Prag

Bilder zu Grenzgeschichten 2014/15 | Bild: BR / Stiftung Zuhören

München und Prag: Radio Free Europe
Schüler in München und in Prag arbeiten gemeinsam an Lebensgeschichten tschechischer Exilanten, die nach der Niederschlagung des Prager Frühlings nach Deutschland geflohen waren und als Journalisten bei Radio Free Europe arbeiteten. Der Sender versorgte Menschen auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs in ihrer jeweiligen Landessprache mit unzensierten Nachrichten aus dem Westen. Seine Mitarbeiter waren von den Aktivitäten der Geheimdienste der Sowjetunion und ihrer Verbündeten bedroht.

Helmstedt

Bilder zu Grenzgeschichten 2014/15 | Bild: BR / Stiftung Zuhören

Helmstedt - die Stadt am Grenzübergang
Landkreis und Stadt Helmstedt waren in besonderer Weise von der ehemaligen innerdeutschen Grenze betroffen. Befanden sie sich zuvor im Herzen Deutschlands, so ergab sich durch die Grenzziehung eine ungünstige Randlage. Nicht nur fast alle Verkehrsverbindungen, auch zwischenmenschliche und wirtschaftliche Netzwerke wurden über Nacht durchtrennt. Die Storyteller der Giordano-Bruno-Gesamtschule haben aus ihren eigenen Familien viel aus dieser Zeit zu erzählen. Sie arbeiten außerdem eng mit dem Zonengrenz-Museum Helmstedt zusammen.

Flossenbürg und Lety

Flossenbürg und Lety – Orte erinnern
Das bayerisch-tschechische Jugendbegegnungsprojekt bringt 30 Schüler aus Weiden (Bayern) und Pilsen (Tschechien) zusammen. In intensiven gemeinsamen Workshops setzen sie sich mit Orten des Gedenkens an nationalsozialistische Verbrechen nahe ihrer Heimat und der gemeinsamen Grenze auseinander. Die Jugendlichen besuchen die KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg und das Mahnmal für die in Lety und Písku internierten und später in Auschwitz ermordeten Roma. Um beide Orte entwickelten sich erst seit den 90er Jahren kontroverse Debatten, wie sie als Gedenkstätten zu gestalten seien.

Weimar

Bilder zu Grenzgeschichten 2014/15 | Bild: BR / Stiftung Zuhören

Weimar – Geist und Gewalt
Kriegspropaganda im Ersten Weltkrieg ist das Thema einer Ausstellung der Klassik Stiftung Weimar, die den Titel “Krieg der Geister” trägt. Und sie ist der Ausgangspunkt für 30 Mittel- / Regelschüler aus Bayern und aus Thüringen, die sich für eine Projektwoche in Weimar treffen, um eigene Gedanken und Geschichten zum Thema in grenzgeschichten.net zu veröffentlichen. Denn wer sensibel für die Macht der Sprache und Bilder ist, fällt Propaganda – egal aus welcher Richtung sie kommt – nicht so leicht zum Opfer.

Mitmachen und Storyteller werden

In Bayern wird das Projekt in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk und der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien durchgeführt. Diese vermitteln Rundfunkprofis als Coaches, die Schüler und deren Lehrer bei der Entwicklung und Umsetzung des Storytellings unterstützen.

Grenzgeschichten eignet sich für Studierende und für Schüler aller weiterführender Schularten ab der 7. Klasse. Ideal ist die Durchführung in mehreren Workshop-Blocks, z.B. zweimal drei Tage. Das Projekt kann aber auch in Unterrichtseinheiten über einen längeren Zeitraum hinweg umgesetzt werden. Die Schüler produzieren mit ihren Smartphones, mit Tablets, Kameras, Laptops oder Aufnahmegeräten rund dreiminütige Videos und Hörstücke, die von Fotos begleitet werden. Sie veröffentlichen Dokumente in Bildergalerien, Comics, Zeichnngen und Artikel.

Kontakt

Wer Ideen für spannende Grenzgeschichten hat, kann sich zu den Möglichkeiten der Umsetzung von der Stiftung Zuhören beraten lassen:

Grenzgeschichten
Gundula Iblher (Projektleitung)
089 / 5900 41260
iblher@stiftung-zuhoeren.de

Grenzgeschichten ist ein gemeinsames Projekt der Stiftung Zuhören und der Bayerischen Sparkassenstiftung. Es wird in Kooperationen mit Projektpartnern und Förderpartnern durchgeführt. Eine Liste aller Partner finden Sie hier im crossing borders blog.


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