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Verwaltunggericht München und Haltungsfragen Schlangen sollen Tiefkühlmäuse bekommen

Eine Münchner Schlangenhalterin will ihre Tiere mithilfe eines Experten auf das Verschlingen toter - statt lebender - Mäuse umerziehen. Das sagte die 46-Jährige am Mittwoch vor dem Verwaltungsgericht München. Es ging um die Frage, ob die Schlangen lebendige Mäuse bekommen dürfen.

Von: Erich Wartusch

Stand: 22.06.2016

Der Dunkle Tigerpython (Python molurus bivittatus) ist gefährdet, weil Haut und Fleisch der Schlange in China begehrt sind. | Bild: picture-alliance/dpa

Das Verwaltungsgericht München hat heute nicht grundsätzlich entschieden, ob lebende Mäuse nun an Schlangen verfüttert werden dürfen oder nicht. Eine Frau, die vier Königspythons in einem Terrarium hält, hatte gegen eine Anordnung der Stadt München geklagt. Dannach hätte sie ihren vier schlangen keine lebenden Mäuse mehr zum Fressen geben dürfen.

Vor Gericht einigten sich die Vertreter der Stadt, die einen Experten von der Reptilienauffangstation hinzugezogen hatten, und die Klägerin darauf, dass die Münchnerin weiterhin versucht, ihren Schlangen tote Mäuse zu geben.

Bevor die Schlangen verhungern, sollen sie lebende Mäuse bekommen

Pur schmeckt sie der Python am besten

Nur wenn diese sich standhaft weigern, darf sie auf lebende Tiere zurückgreifen. Diese dürfen auch nicht länger als zwei Wochen in der Wohnung der Frau gehalten werden. Allerdings wird ein Experte der Frau in den kommenden Monaten über die Schulter schauen und ihr beibringen, wie man tiefgefrorene Mäuse geschmackvoll für die Pythons zubereitet.

Markus Baur kennt sich aus. Hier mit einer Schildkröte. Viele Schlangen landen am Ende bei ihm in der Auffangstation

Er wird dann der Stadt bis Ende des Jahres ein Gutachten vorlegen, ob es tatsächlich nicht gelungen ist, den Tieren der Frau tote Mäuse schmackhaft zu machen. Im Verfahren entbrannte eine langwierige Debatte über die Haltung und die Fütterung von Pythons. Der Experte, Dr. Markus Baur von der Reptilienauffangstation, erläuterte dabei die Umstellungsmöglichkeiten und die Eigenheiten der Tiere. Die Klägerin besitzt neben den vier Königspythons noch zahlreiche weitere Tiere: Rotbauchunken, Vogelspinnen und einen Schäferhund.

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Mark Essers, Freitag, 24.Juni 2016, 19:53 Uhr

7. regius/python generell / beute

Nun,
fern ab davon, ob sich die Tiere umstellen lassen..was ich in den überwiegenden Fällen natürlich nur bestätigen kann, werden hier aber einige Themen ausgeblendet.
der Python ist ein Lauerjäger, zumindest in den meisten Fällen, wenn er nicht aktiv auf Beutesuche geht. das beuteschlagen, ist einer der wenigen Reize, der in einem Pythonleben etwas ausmacht. Ansonsten sind die Tiere, bis auf Kommentkämpfe in der Paarungszeit, eher ruhige Zeitgenossen.
Der Art gerecht werden, also "Artgerecht", würde da ebenso diese Reize mit einbeziehen. Die Natur hat ihn dort nicht unbedingt zum "Aßfresser" gemacht..sondern zum Predator.
Dieser reiz, ist auch nicht so einfach mit einer Pinzette und Prekilled nachvollziehbar.
Das er es mitunter frißt..ja sogar im überwiegenden Fall..heißt nicht das es nicht negativ ist ;-)
Auch das Leben eines Python besteht nicht aus Fressen alleine....

Tobias, Freitag, 24.Juni 2016, 08:44 Uhr

6.

Sehr geehrte Damen und Herren,
wenn es sich schon um Königspythons handelt, warum wird dann eine völlig falsche Schlange abgebildet?
Mit freundlichem Gruß
Tobias

Marianne, Donnerstag, 23.Juni 2016, 10:24 Uhr

5. artgerecht

Erstens mal sieht man da mit welchem Krampf sich da Beamte alle Art auf Kosten des Steuerzahlers beschäftigen (müssen). War da jemandem langweilig? Während der Arbeitszeit?
Zum zweiten: Ich habe zwar keine Ahnung ob Schlangen in freier Wildbahn (wo sie hingehören) TOTE Mäuse fressen. Vielleicht sagt ihnen ihr Instinkt, dass die für sie gefährlich sein könnten (tot, weil vergiftet oder krank). Es liegt halt mal in der Natur der Schlangen lebende Mäuse zu fressen. So wie es die Natur mit den Mäusen vorsieht von anderen Tieren gefressen zu werden um nicht überhand zu nehmen und dann zur Gefahr (Krankheitsüberträger) für sich und andere zu werden.

Robert, Donnerstag, 23.Juni 2016, 08:14 Uhr

4. DoS

Dürfen Schlangen in der freien Natur lebende Mäuse essen? Warum dann nicht auch im Terrarium?
Wie hat die Stadt eigentlich überhaupt davon erfahren?
In der IT nennt mas sowas eine DoS-Attacke: Man beschäftigt das Gericht mit unsinnigen Anfragen damit es keine Zeit mehr für wichtigere Dinge hat!

abendstern, Mittwoch, 22.Juni 2016, 19:50 Uhr

3.

Hat man nichts besseres zu tun als vors Verwaltungsgericht zu ziehen mit einen solchen SCHMARRN.
Die haben wichterige Fälle zu bearbeiten.