Mittelfranken


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Anton Koberger Der Drucker der "Schedelschen Weltchronik"

Zum 500. Todestag des Druckers, Verlegers und Buchhändlers Anton Koberger öffnet die Nürnberger Stadtbibliothek ihre Schatzkammern: Eine Ausstellung zeigt seltene Buchdrucke, darunter ein Exemplar der "Schedelschen Weltchronik".

Stand: 21.09.2013

Bekannt ist die Ansicht der Stadt Nürnberg aus der "Schedelschen Weltchronik" von 1493 – weniger bekannt ist der Drucker, der hinter dem Werk steht. Die Ausstellung im Bildungscampus in Nürnberg gewährt einen Einblick in das Lebenswerk des Nürnberger Großunternehmers Anton Koberger, der Ende des 15. Jahrhunderts lebte.

Geschäftsmann Koberger

Anton Koberger war um 1470 als Drucker in Nürnberg tätig. Er stieg schnell zu einem Großunternehmer auf, der europaweit Geschäfte machte und den Buchmarkt im deutschsprachigen Raum dominierte. Auch war Koberger einer der Ersten, der das Buch als geistige Ware erkannte und auch so vermarktete: Koberger bot erstmals gebrauchsfertige Bücher mit zierendem Buchschmuck und einem Einband an.

"Schedelsche Weltchronik"

Koberger wurde 1493 für die "Schedelsche Weltchronik" verpflichtet, deren lateinische und deutsche Ausgaben als die am reichsten bebilderten Drucke gelten, die vor 1500 entstanden. Um die Verzahnung der Texte mit den rund 1.800 Holzschnittillustrationen zu gewährleisten, wurden eigens Reinschriften angefertigt. Diese einzigartigen Vorzeichnungen und Layouts mit Zeichnungen aus der Werkstatt des Malers Michael Wolgemut, dem Lehrer von Albrecht Dürer, sind ein Höhepunkt der Ausstellung.

25 Bücher ausgestellt

Insgesamt werden 25 ausgewählte Werke in einer Ausstellung zu Ehren Kobergers gezeigt. Die Bücher geben einen Eindruck über die damalige Buchproduktion und die Zusammenarbeit von Buchmalern und Buchbindern. Die Stadtbibliothek beherbergt mehr als die Hälfte der produzierten Werke des Druckers: Insgesamt sind 130 von schätzungsweise 250 Büchern in der Bibliothek untergebracht.

Ausstellung Anton Koberger

Die 25 Werke sind vom 20. September bis 28. Dezember 2013 in der Stadtbibliothek zu sehen. Die Ausstellung hat Montag bis Freitag von 11.00 bis 19.00 Uhr und Samstag von 11.00 Uhr bis 16.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Die Stadtbibliothek bietet kostenlose Führungen an.


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