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Sondergutachten entlastet Ex-HRE-Vorstände Keine Schuld an der Beinahe-Pleite

"Schwere Management-Fehler, aber keine Schuld an der Beinahe-Pleite der HRE" – das ist das Ergebnis eines Sondergutachtens, in dem die Ereignisse rund um die Skandalbank Hypo Real Estate im Jahr 2008 aufgearbeitet wurden.

Von: Rigobert Kaiser

Stand: 18.10.2016

Hypo Real Estate | Bild: picture-alliance/dpa/Ulrich Baumgarten

Der ehemalige Chef der Hypo Real Estate, Georg Funke, und seine Kollegen können nicht für den Zusammenbruch der Bank verantwortlich gemacht werden. Sie hätten zwar schwere Fehler gemacht, der Hauptgrund sei aber der Konkurs der US-Investmentbank Lehman Brothers gewesen. Zu diesem Schluss kommt ein Sondergutachten, das bereits 2009 in Auftrag gegeben wurde. Auch am Kauf der irischen Depfa im Jahr 2007, die die Gesamtbank mit in den Abgrund riss, gebe es nichts zu beanstanden.

Ein Sprecher der zwangsverstaatlichten HRE erklärte: Man wolle das 600 Seiten starke Gutachten des Stuttgarter Sonderprüfers Wolfgang Russ analysieren, ob sich Anhaltspunkte für Schadenersatzansprüche gegen Georg Funke und die damaligen Vorstände ergeben. Funke lehnt seit jeher jede Verantwortung ab.

Das Landgericht München I prüft seit damals den Fall, hat aber noch keinen Prozess angesetzt. Der Gesamtschaden für den Steuerzahler wird auf 20 Milliarden Euro geschätzt.

  • Rigobert Kaiser | Bild: privat Rigobert Kaiser

    Wirtschaftsjournalist in der Redaktion Wirtschaft und Soziales, Themenbereiche: Börsen-, Finanz- und Unternehmensberichterstattung


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