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Bundesrat Lärmschutz an Sportplätzen wird gelockert

Der Bundesrat hat heute grünes Licht für eine Änderung der Lärmschutzverordnung gegeben. Der Bundestag hatte im Januar die Neuregelung beschlossen. Der Inhalt: Auf Sportplätzen darf es auch abends eine vernehmbare Geräuschkulisse geben.

Von: Dirk Vilsmeier

Stand: 31.03.2017

Sportplatz | Bild: picture-alliance/dpa|CHROMORANGE / Norbert J. Sülzner

Insgesamt werden mehrere Vorgaben gelockert. So werden etwa die Immissionsrichtwerte für Ruhezeiten angepasst. Konkret heißt das: Am Abend bis 22.00 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen zwischen 13.00 und 15.00 Uhr sollen Sportler genauso laut sein dürfen wie tagsüber an Werktagen.

Laufgruppe im Stadion

Die Dezibelgrenzwerte sollen dafür um 5 DB angehoben werden. Sportler können ihre Anlagen damit deutlich umfangreicher nutzen. So können beispielsweise aus bislang 40 Minuten Trainingszeit während der Ruhezeiten nun zwei Stunden werden.

Lärmschutz bremst Vereine aus

Außerdem können Sportanlagen und Wohngebäude künftig deutlich näher aneinander gebaut werden. Hier heißt es, die Abstände können sich in etwa halbieren.

Mehr Rechtssicherheit wird es außerdem für Anlagen geben, die vor 1991 genehmigt wurden. Gerichte hatten Zugeständnisse an Anwohner durchgesetzt, so dass die Trainingszeiten begrenzt werden mussten. Mit der Folge, dass keine neuen Mitglieder mehr aufgenommen werden konnten oder die Zahl der Jugendmannschaften begrenzt werden musste.

Im Sommer soll's losgehen

Allerdings wird es noch einige Zeit dauern, bis die Änderung wirksam wird. Denn der Bundesrat hat eine weitere Verschärfung eingebaut. Deshalb muss der Entwurf noch einmal das Gesetzgebungsverfahren durchlaufen. Das heißt: Noch einmal vom Bundestag verabschiedet werden.

Barbara Hendricks (SPD)

Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) geht aber davon aus, dass das Verfahren bis zur Sommerpause abgeschlossen ist. Die Neuregelung ist ihr ein besonderes Anliegen:

"Die dichter werdende Stadt soll nicht auf Kosten des Sports wachsen. Wir brauchen Sportplätze in der Stadt - für die Gesundheit, aber auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und für die Kinder, die nicht mal eben an den Stadtrand fahren können."

Barbara Hendricks (SPD), Bundesumweltministerin


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