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Der Freistaat und sein neues Betreuungsgeld Sozialministerin übergibt erste Bescheide

Seit heute können Familien in Bayern das Betreuungsgeld beantragen. Familienministerin Müller übergab die ersten von 101.000 Bescheiden für das bayerische Betreuungsgeld persönlich an zwei Familien. Für den aktuellen Doppelhaushalt sind dafür 230 Millionen Euro eingeplant.

Von: Erich Wartusch

Stand: 22.06.2016

ARCHIV - Die 18 Monate alte Elisa mit ihren Eltern, aufgenommen am 16.04.2011 auf einem Spielplatz in München (Bayern). | Bild: picture-alliance/dpa/Andreas Gebert

Jede Familie im Freistaat solle selbst entscheiden können, was für ihre Kinder am besten sei, sagte die Ministerin. Damit sei die Wahlfreiheit bei der Kinderbetreuung in Bayern wieder hergestellt. In den letzten drei Wochen haben mehr als 100.000 Eltern in Bayern Post bekommen - mit Antragsformularen. Der Freistaat wirbt ganz offen für sein am 1. Juni im Landtag beschlossenes Betreuungsgeld. 150 Euro pro Monat. Das steht Eltern nun bereits zum zweiten Mal zu. Allerdings nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts nicht mehr bundesweit, sondern wenn – dann aus der Kasse der Bundesländer.

Die anderen Länder wollen das nicht

Außer Bayern hat jedoch bisher kein anderes Bundesland das alte Modell eins zu eins übernommen. Nur Sachsen zahlt bereits seit längerem ein einkommensabhängiges Landeserziehungsgeld. Andere Länder wie z.B. Nordrhein-Westfalen investieren die freiwerdenden Mittel aus dem Betreuungsgeld des Bundes zum Ausbau und die Betriebskosten von Kindertageseinrichtungen. Trotzdem erhalten deutschlandweit auch noch die Eltern weiterhin Betreuungsgeld, die es vor dem Urteil im Juli vergangenen Jahres beantragt hatten.

150 Euro für Kinder unter 3 Jahren

Die 150 Euro erhalten Eltern für Kinder unter drei Jahren, die nicht in einer Krippe untergebracht sind. Ganz unabhängig davon, ob die Eltern berufstätig sind und die Kinder beispielsweise bei den Großeltern versorgt werden.

Gezerre um die "Herdprämie"


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Barbara, Freitag, 24.Juni 2016, 13:21 Uhr

17. In München werden jährlich 16.000 Kinder geboren,

das sind soviele, wie ein halbes Stadtviertel Einwohner hat. Die Sterberate ist nur halb so hoch! Wo soll diese Übervölkerung noch hinführen? Deutschland ist mit ca. 83 Mio ohnehin schon das bevölkerungsreichste Land von Europa!

Bettina, Donnerstag, 23.Juni 2016, 11:03 Uhr

16. super

Unabhängig vom Betreuungsgeld stand für mein Mann und mich ab dem Zeitpunkt der Schwangerschaft sofort fest, dass einer von uns die ersten drei Lebensjahre auf jeden Fall zu Hause bei den Kindern bleibt.
Umso mehr freuen wir uns, dass das Betreuungsgeld in Bayern wieder eingeführt wurde und ich als Frau somit zum kleinen Teil das Gefühl bekomme meine Arbeit zu Hause wird auch honoriert und geschätzt!!
Danke Freistaat Bayern!

Mama, Mittwoch, 22.Juni 2016, 22:14 Uhr

15.

Für uns war es selbstverständlich dass ich nach einem Jahr wieder in die Arbeit gehe. Wir stellten uns schon die Frage Kita oder Betreuung durch die Oma's. Durch Kitagebühren und Verzicht auf das Betreuungsgeld sind die Kosten unterm Strich deutlich höher und in Teilzeit arbeiten wird immer unrentabler. Als das Betreuungsgeld gekippt wurde warf es für viele Familien die finanzielle Planung über den Haufen. Ich finde es toll dass es das Betreuungsgeld wieder gibt und es gibt genügend Familien wo sich Arbeit und Kitagebühren unterm Strich einfach nicht auszahlen. Ich kenne keine Mama die mit Kindern Vollzeit arbeiten möchte ... und unserer Tochter gefällt es bei den Oma's sehr gut nur ohne Betreuungsgeld hätten wir uns leichter für die Kita entschieden und hätten Plätze wo es nicht anders geht ggf. besetzt und darum geht es doch auch.

Andrea Hilbig, Mittwoch, 22.Juni 2016, 14:45 Uhr

14. Betreuungsgeld

Ich finde es super wenn gleich auch zu gering.
Unser Staat braucht Kinder aber ehrlich, wer entscheidet sich heute noch ohne Zweifel und dann natürlich mit dem Wissen auf Einschränkung dafür. Ich selbst bin Oma und mein Sohn bekommen im September Baby Nr. 2. Das war auch ihr Wunsch und wir alle freuen uns sehr. Leider haben aber nicht alle Kinder Oma und Opa greifbar in der Nähe und wir alle wissen wie schwer es ist, einen Platz für die Kita zu bekommen. Dann sind die hohen Kosten für die Einrichtung, was ich nicht negativ ansprechen möchte, aber unterm Strich ist es doch oft ein plus -minus wenn eine Mutter (Vater- wegen der Gleichberechtigung)arbeitet, bedingt Teilzeit, denn der andere Elternteil hat nicht immer Arbeitszeiten um das Kind aus der Einrichtung wieder abzuholen. Fazit: Familie und Beruf sind nicht für jeden so einfach unter Dach und Fach zu bringen, aber machbar. Und ich rede nicht von den schwarzen Schafen die das Geld kassieren und eigennützig verwenden.

G.W., Mittwoch, 22.Juni 2016, 12:58 Uhr

13. Kinder

Wenn ich das so lese hier, dann frage ich mich, wie meine Eltern uns 3 Kinder denn groß bekommen haben. Und meine Kinder habe ich auch groß bekommen mit nur 50 DM Kindergeld, später 70 DM ab dem 2. Kind. Das Kindergeld haben wir angelegt und ohne jeden Zuschuss alles gekauft, Klassenfahrten und Bücher, was ein Kind sonst an Bedarf hatte. Wir haben den höchsten Satz im Kindergarten bezahlt, da mein Mann selbständig war.
Ich war 10 Jahre Hausfrau und Mutter und es hat mir gefallen, den Kindern hats gut getan und mein Mann war ebenfalls froh,das er nicht noch im Haus oder Garten groß was machen musste. Lieber hat er mit den Kindern etwas unternommen. Und geschadet hat das niemandem- das man sich für die Familie entscheidet.

Betreuungsgeld ja- aber nur für Eltern, die weniger haben und die Frau noch nebenher arbeiten muss. 150 Euro.- das ist ja nix heut zu Tage. 3 x einkaufen ist das weg !
Wenn schon Staat -dann nicht für die Reichen und Besserverdienenden, die haben ihr Privileg !