ARD-alpha - Campus Magazin


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Tipps für die Karrieremesse Der erste Eindruck zählt!

Hotspots - Karrieremessen. Dort könnt ihr nicht nur Kontakt zu Arbeitgebern knüpfen, sondern lernt auch die Tricks der richtigen Bewerbung. Campus Magazin gibt Tipps, was vor, während und nach eurem Messebesuch entscheidend ist.

Von: Susanne Bauer-Schramm und Sonja Vodicka

Stand: 01.07.2016

Illustration: Tipps für Männer und Frauen | Bild: BR/Christian Sonnberger

Die wichtigsten  Messe-Termine findest du unter:

Im Folgenden geben wir dir ausführlichere Tipps, was du alles VOR, WÄHREND und NACH der Messe beachten solltest, dass es für dich ein erfolgversprechender, gelungener Messebesuch wird.

VOR DER MESSE

Fähigkeiten entdecken

Eine Jobmesse solltest du nie unvorbereitet besuchen.

Umso mehr du im Vorfeld vorbereitest, umso besser kannst du die Messetage nutzen und umso überzeugender wird dein Auftritt sein.
Um sich optimal präsentieren zu können musst du als allererstes wissen, wen du da eigentlich präsentierst.

Die eigenen Talente und Fähigkeiten zu erkennen, stellt den ersten Schritt zu einer erfolgreichen Berufswahl dar. 

Tipp: Erstelle dir eine Liste mit Erlebnissen aus der Vergangenheit, auf die du stolz bist, oder sammle Ereignisse, die du besonders gut gemeistert hast. Hieraus kannst du  nun deine Stärken und vielleicht auch deine Schwächen, die in dieser Situation zum Tragen kamen, ableiten.

Vorlieben ergründen

Der künftige Beruf sollte nicht nur den eigenen Fähigkeiten entsprechen, er sollte natürlich auch Spaß machen. Neben den Talenten und Fähigkeiten sind dafür auch die Vorlieben und Neigungen des Einzelnen wichtig.  Denn nur die Dinge, für die wir Begeisterung aufbringen können, machen wir auch besonders gut.

Stubenhocker oder Frischluftfanatiker? Philanthrop oder Misanthrop? Strukturpedant oder Kreativchaot?

Richtige Tätigkeit finden

Jetzt gilt es, die Tätigkeit zu finden, die am besten zur eigenen Veranlagung passt. Leichter gesagt als getan? Informationen zu den verschiedenen Berufen findest du bei einer gezielten Internetrecherche. Stimmen aus der Praxis in entsprechenden Fachforen und der eigene Freundes- und Bekanntenkreis können dich ebenfalls bei deiner Meinungsbildung unterstützen.

Wichtig ist hier, wie in so vielen anderen Bereichen des Lebens auch: Unvoreingenommenheit gegenüber Unbekanntem und Kompromissbereitschaft.

Sicher, dass du nur Journalist werden kannst, weil du nur da deine Liebe zum Schreiben ausleben kannst? Vielleicht gibt es andere Berufe, in denen deine Fähigkeiten gefordert sind. Vielleicht findest du aber auch einen Beruf für ein anderes deiner Talente und du schreibst weiterhin in deiner Freizeit.

Passendes Umfeld eruieren

Ob Bezahlung, Aufstiegschancen oder Unternehmensethik:

Oftmals ist das konkrete Arbeitsumfeld bei der Stellensuche ebenso wichtig wie die eigentliche Tätigkeit.
Möglichst genaue Vorstellungen vom idealen Arbeitsplatz schaffen, dabei klare Voraussetzungen für die Wahl des richtigen Unternehmens entwickeln.

Gezielte Fragen vorbereiten

Je besser du vorbereitet bist, desto gezielter fallen deine Fragen aus:
• Möchte ich in einem kleinen oder großen Unternehmen arbeiten?
• Sind mir fest geregelte Arbeitsverhältnisse wichtig?
• Möchte ich meine Arbeit wesentlich mitbestimmen?
• Wie möchte ich in meinem Leben Berufliches und Privates gewichten?
• An welchen Standorten würde ich gerne leben, an welchen keinesfalls?
• Welche Faktoren haben Priorität?

Informationen im Vorfeld sammeln

Das Internet, Unternehmensbroschüren, Geschäftsberichte und Fachliteratur bieten optimale Möglichkeiten zur Orientierung. Darüber hinaus kannst du durch Gespräche mit potentiellen Kollegen subjektive Sichtweisen zur Unternehmenskultur einholen.

Durch Praktika oder Schnuppertage, die bestimmte Unternehmen anbieten, lässt sich bereits im Vorfeld abklären, ob die Arbeitsbedingungen den eigenen Vorstellungen entsprechen. Darüber solltest du dich schon vor der Messe informiert haben, um klare Vorstellungen zu haben und konkret Fragen zum betreffenden Unternehmen stellen zu können.

Zeitplanung beachten

Mit welchen Unternehmen möchtest du auf der Messe unbedingt Kontakt aufnehmen, auf welche Gespräche könntest du bei Zeitmangel am ehesten verzichten? Sinnvoll ist es sich vorab eine Favoritenliste zu erstellen.

Nimm dir hierbei nicht mehr als fünf bis sechs intensive Kontakte pro Messetag vor. Starte  morgens nicht sofort mit deinem absoluten Favoriten – plane stattdessen Warm-up-Gespräche mit ein!

Bewerbungsunterlagen zusammenstellen

Ob vollständige Bewerbungsmappe, Kurzbewerbung oder Online-Bewerbung nach dem Messebesuch, die Aussteller bevorzugen unterschiedliche Varianten.

Zeige dich flexibel, nimm dir einige komplette Mappen und mehrere Kurzbewerbungen mit. Bleibe auch dann entspannt und freundlich, wenn es heißt: "Bewerben Sie sich bitte online bei uns." Man will dich damit nicht vor den Kopf stoßen, sondern arbeitet in diesem Fall mit einem elektronischen Bewerbermanagement

Richtige Kleiderwahl treffen

"You never get a second chance to make a good first impression.“

Zunächst einmal wirst du nach deinem äußeren Erscheinungsbild beurteilt. Dieser erste Eindruck bestimmt auch die Grundstimmung des Vorstellungsgesprächs. Achte deshalb unbedingt auf ein angemessenes, gepflegtes Outfit.

Deine Kleidung solltest du genau wie für ein "klassisches" Vorstellungsgespräch im Unternehmen wählen.

Was muss ich bei meiner Garderobe als Lady beachten?

Was muss ich bei meiner Garderobe als Gentleman beachten?

AUF DER MESSE

Gestik und Mimik im Gespräch

Über die Hälfte der Außenwirkung einer Person wird über die Körpersprache erzeugt. Im persönlichen Gespräch mit dem Personaler des Wunscharbeitgebers auf der Messe ist es deshalb besonders wichtig, sich auch mit Gestik und Mimik optimal darstellen zu können.

Nicht ganz einfach, denn Zeichen von Nervosität lassen sich nur schwer verstecken und erlauben es dem Bewerber meistens kaum, sich von seiner besten Seite zu zeigen.

Plane vor dem Gespräch mit den von dir favorisierten Unternehmen ein oder zwei Unterhaltungen mit Arbeitgebern ein, die nicht deine erste Wahl wären, um warm zu werden und Kontaktstrategien zu üben.

Wirkung nach außen

Wie wirke ich auf andere? Sich selbst objektiv einzuschätzen ist immer schwierig. Bitte darum gute Freunde und Bekannte um ihr Feedback. Das wird dir helfen, sich der eigenen Körpersprache bewusster zu werden und so auch in Stresssituationen sicher aufzutreten. Bestimmt findest du auch jemanden, mit dem du den Ablauf des Vorstellungsgesprächs bereits im Vorfeld üben kannst, um deine Außenwirkung besser einschätzen zu können.

Optimistische Grundeinstellung

Wichtig ist, sich dem eigenen Auftreten bewusster zu werden und zu lernen, wie du mit einer entspannten und optimistischen Grundeinstellung dein Verhalten positiv beeinflussen kannst. Wenn du dich in einer Situation wohlfühlst,  wirst du automatisch positive Signale aussenden und dich von deiner besten Seite präsentieren können. Die Körpersprache ist immer auch Ausdruck der inneren Verfassung. Es hilft daher wenig, sich bestimmte Verhaltensweisen anzutrainieren,  was dich eher unnatürlich und aufgesetzt wirken lässt.

Interesse wecken!

Bei der Vorstellung ist es wichtig, dass du aktiv auf die Unternehmen zugehst und nicht darauf wartest, angesprochen zu werden. Gehe ruhig auf den ersten freien Mitarbeiter zu. Nach einer kurzen Vorstellung solltest du nachfragen: „Bin ich bei Ihnen richtig?" Sonst läufst du Gefahr, dich mit jemandem zu verplaudern, der gar nicht für den für dich relevanten Bereich zuständig ist.

Übe einen kurzen und prägnanten Einstieg. Wecke Interesse an deiner Person! Überzeuge bereits in der ersten Minute! Setze dazu Akzente: Das bin ich. Das kann ich. Das interessiert mich. Das möchte ich wissen. Je pointierter du deine Qualifikationen und je präziser du deine Fragen formulierst, desto überzeugender ist der Eindruck, den du hinterlässt.

Konkrete Fragen in der Orientierungsphase

Wenn du dich noch in der Orientierungsphase befindest, schadet es nicht, wenn du dies erwähnst. Dein Gesprächspartner kann sich dann besser auf dich einstellen. Informiere dich bereits im Vorfeld umfassend über das Unternehmen, bei dem du dich vorstellen möchtest und notiere dir konkrete "echte" Fragen, die sich nicht durch einen bloßen Blick auf die Unternehmenshomepage hätten klären lassen:

  • Wie sehen konkrete Aufgabenbereiche des jeweiligen Jobangebots aus?
  • Wie erfolgt die Einarbeitung?/ Fragen nach speziellen Traineeprogrammen
  • Wie sind die Entwicklungsmöglichkeiten in Ihrem Unternehmen?

Unternehmenskultur checken


Durch gezielte Fragen nach dem künftigen Aufgabenbereich, Entwicklungsperspektiven oder der Unternehmensphilosophie signalisierst du dem Personaler echtes Interesse und zeigst, dass du dich bereits mit dem Unternehmen auseinander gesetzt hast. Darüber hinaus bietet das persönliche Gespräch die Möglichkeit, die Kultur, die im Unternehmen herrscht, einzuschätzen. Die Präsentation des Arbeitgebers gibt erste wichtige Informationen darüber, wie sehr man sich mit der jeweiligen Unternehmenskultur identifizieren kann, wie harmonisch die "Atmosphäre“ und der Umgang miteinander sind.

Keine Unterhaltung über Einstiegsgehälter

Unkonkrete Fragen wie „Und, was macht Ihr Unternehmen so..?“ oder „Ich habe XYZ studiert. Welchen Job können Sie mir anbieten?“ solltest du genaus vermeiden wie Fragen über leicht erhältliche Informationen (zum Beispiel Branche, Produktspektrum). Und eineEine Unterhaltung über Einstiegsgehälter ist tabu: Manche Unternehmen publizieren zwar Informationen über Einkommensaussichten; ein Gespräch über finanzielle Aspekte gehört jedoch grundsätzlich eher in eine der nächsten Stufen des Bewerbungsprozesse.

Optimales Gesprächsende

Am Ende eines Gesprächs besprich - falls noch nicht geschehen - das weitere Vorgehen zu deiner Bewerbung. Du hinterlässt deine Unterlagen oder erhältst eine Visitenkarte von deinem Gesprächspartner. Bedank dich am Ende für das Gespräch und die wertvollen Informationen. Nimm nicht unaufgefordert give aways mit. Dein Ansprechpartner wird dir wahrscheinlich sowieso etwas anbieten.

Pausen nicht vergessen!

Zwischen den Bewerbungsgesprächen solltest du ausreichend Zeit für Pausen einplanen. Einen Teil dieser Zeit kannst du für Fachvorträge, wie zum Beispiel Tipps und Tricks von Profis zum Thema Bewerbung nutzen. Nimm dir aber auch genügend Zeit zur Regeneration. Nur so kannst du wieder frisch und motiviert ins nächste Gespräch gehen.

Achtung vor Besucher-Stoßzeiten

Deinen Wunscharbeitgeber solltest du nicht zu den Besucher-Stoßzeiten kontaktieren. Warte ab, bis der Messestand weniger stark frequentiert ist und das Firmenpersonal ausreichend Zeit hat. Grundsätzlich solltest du mehrere Runden durch die Messehalle planen: Wo vormittags und mittags viel Andrang war, kann man sich nachmittags vielleicht mehr Zeit für dich nehmen.

NACH DER MESSE

Reflexion des Erlebten

Egal, ob du bereits einige Bewerbungsmappen abgeben konntest oder nur eine ganze Menge Visitenkarten gesammelt hast:

Reflektiere in Ruhe die Ergebnisse der Gespräche anhand deiner Notizen.

Warten oder Nachhaken?

Auf der Messe hast du gute Gespräche mit Firmenvertretern geführt und deine Bewerbungsmappe abgegeben. Nun hättest du gerne Klarheit über deine Chancen.

Als Faustformel gilt: zehn bis vierzehn Tage abwarten, danach darf nachgehakt werden.

Keinen Frust anmerken lassen!

Sollte sich trotz Ankündigung niemand bei dir gemeldet haben, lass dir eine eventuelle Verärgerung oder Unsicherheit nicht anmerken.

Frage  nicht, weshalb du noch keine Antwort bekommen hast oder welche Erfolgsaussichten deine Bewerbung hat.

Höfliches Erkundigen!

Erkundige dich vielmehr höflich, bis wann du mit einer Antwort des Unternehmens rechnen kannst.

Die Informationen haben wir mit Unterstützung von Akademika zusammengestellt. Damit du alles nochmal im Überblick hast, bevor du dich zur nächsten Karrieremesse aufmachst, bekommst du hier eine To do-Liste zum Abhaken.

Auf einen Blick alles zum Abhaken!

Weitere Infos bekommst du unter:


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