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Rösser statt Technik Holzrücken wie anno dazumal

Der Winter ist die Zeit für die Holzarbeit - das weiß wohl jeder Waldbesitzer. Doch Bäume schlagen und aus dem Wald schaffen ist eine anstrengende Arbeit. Mittlerweile gibt es aber eine Menge Technik, die diese Arbeit mit vielen 100 PS an Kraft erleichtert. Warum also geht Klemens Noll immer noch mit ein oder zwei PS in den Wald?

Stand: 22.02.2011 | Archiv

Pferd und Mann bei der Waldarbeit | Bild: BR

Die Erde erzittert förmlich, wenn der mächtige Baum zu Boden fällt.

Waldarbeit ist hart.

Und dann kommt der große Moment für Renaldo. Das Ross schleppt den gefällten Stamm quer durch den Wald, um ihn dorthin zu bringen, wo er weitertransportiert wird. Diese Methode kannte man schon vor hunderten von Jahren. Aber warum wendet Klemens Noll in einer hochtechnisierten Zeit immer noch diese altmodische Methode an?

Schonende Methode

Renaldo ist ein fleißiges Arbeitspferd - und hat unfassbar viel Kraft.

Der Waldboden wird geschont - und die Bäume. Schließlich bräuchten die modernen Maschinen mindestens eine vier Meter breite Schneise, um in den Wald hinein und heraus zu kommen. "Dafür macht er zehnmal so viele Bäume in der gleichen Zeit, wie Sie mit ihren zwei Pferden", argumentiert Tobias Ranzinger. Dieses Argument lässt Klemens Noll jedoch nicht gelten: Schließlich habe die Maschine auch 300 PS - würde er mit 300 Pferden in den Wald gehen, wäre er viel schneller mit der Arbeit fertig, als die Maschine.

Mit Respekt vor den Bäumen

Klemens Noll setzt auf schonende Holzarbeiten.

Außerdem würde mit den Maschinen ein wichtiger Aspekt der Waldarbeit komplett wegfallen: Man nehme sich keine Zeit mehr, die Bäume auch wirklich zu betrachten. Schließlich sei es wichtig, sich zu überlegen, warum der Förster genau diesen und jenen Baum zur Fällung markiert hat. Und dann müsse auch genau geschaut werden, wohin der Baum fallen soll, wo er die wenigsten Schäden im Wald verursacht. Mit dem Pferd kein Problem, denn es kommt auch in die unwegsamsten Ecken. Im Gegensatz dazu hinterlassen die schweren Maschinen verdichteten Boden, auf dem laut Klemens Noll die nächsten 30 bis 40 Jahre kein Baum mehr wachsen kann.

Gespräch mit Förster Bauernfeind

So richtig einig werden sich Klemens Noll und Stefan Bauernfeind wohl nie.

Nur ein paar Kilometer entfernt sieht Tobias Ranzinger dann die Arbeit der großen Maschinen "King of the forest" prangt auf einer von ihnen. Für Klemens Noll ist diese Aufschrift sicher ein Hohn. Sein Traum ist es, dass sämtliche Waldarbeiten nur noch mit Pferden erledigt werden und dadurch auch viele Leute bei der Waldarbeit zusammenhelfen.

Förster Stefan Bauernfeind lobt die Arbeit von Klemens Noll - doch er selbst benutzt trotzdem die Maschinen. Es stünden schlichtweg zu wenige Pferde zur Verfügung, betont er. Und auch nicht genügend Leute, die auf diese Weise arbeiten wollen. Außerdem betont der Förster, dass die neuesten Maschinen sehr wohl boden- als auch bestandsschonend arbeiten. Klemens Noll überzeugt er mit diesen Argumenten nicht. Und das will er auch gar nicht.

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Im Winter haben die Landwirte, die vor allem auf Ackerbau setzen, Zeit die Waldarbeit zu erledigen. Außerdem ist der Boden hart gefroren und dadurch befahrbar. Das Holz ist "aus dem Saft", das heißt, es ist trocken und deshalb gut zu fällen.


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