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Extremwetter durch Klimawandel Mehr Hitzewellen, Dürren, Starkregen und Orkane

Gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen extremen Wetterphänomenen und dem Klimawandel? Wissenschaftler können dies mit verfeinerten Klimamodellen und schnelleren Computern herausfinden.

Stand: 30.07.2021

Zum Sonnenaufgang im Harz färbt sich der Himmel am Horizont. Im Vordergrund stehen abgestorbene Bäume. | Bild: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Matthias Bein

Die Durchschnittstemperatur ist das eine. Natürlich ist es in unseren Breitengraden im Sommer durchschnittlich wärmer als im Winter. Wie das Wetter ist oder wird, lässt sich durch verschiedene Eigenschaften angeben, Temperatur ist nur eine davon. Das Wetter lässt sich auch durch Druck und Dichte der Atmosphäre beschreiben. Ihr Zusammenspiel bestimmt, ob bei uns auf der Erde die Sonne scheint, ob sie von einer Wolkendecke verborgen wird, ob wir einen Regenschirm, lieber die Sonnenbrille oder eine winddichte Jacke einpacken sollten.

Aber dann gibt es auch noch Extremwettererscheinungen. Das sind außerordentliche Wettererscheinungen wie Starkregen, schwere Gewitter, orkanartige Windböen oder eine anhaltende Dürre. Ob derartiges Extremwetter wirklich extrem ist, hängt auch immer vom beobachteten Gebiet ab. Während schneebedeckte Pyramiden in Ägypten eine Sensation wären, würde man sich hierzulande eher Sorgen machen, würde gar kein Schnee fallen. Dafür gibt es in der ägyptischen Hauptstadt Kairo nur knapp zwei Dutzend Millimeter Niederschlag pro Jahr, was als völlig normal gilt.

Was ist Extremwetter?

Extremwetter ist kein meteorologischer Begriff. Das Phänomen beschreibt vielmehr ein außerordentliches Wetterereignis – sintflutartiger Regenfall, ein schweres Gewitter, Dürre, Sturm, ein Tornado, extremer Schneefall, Glätte, eine orkanartige Windböe – das statistisch selten in seiner Wiederkehr, Größe und/oder Dauer ist. Um solch ein Extremereignis zu erkennen, benötigt man valide Vergleichs- und Beobachtungsdaten und muss einen Vergleichszeitraum angeben. Diese klimatologische Normalperiode muss immer auf einen klar definierten geografischen Raum bezogen sein.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet für die Zukunft mit mehr Stürmen, extremen Regenfällen und Hitzewellen aufgrund der Klimaerwärmung - also "mehr Extremwetter". Zwar ist es schwierig, einen Zusammenhang zwischen einem einzelnen, per Definition extremen, Ereignis und dem Klima herzustellen. Aber die beobachtete Häufung solcher Ereignisse kann inzwischen als Indiz dafür gewertet werden, dass die Annahme vieler Klimaforscher stimmt. Diese Annahme lautet, dass Extremwetter mit steigenden Temperaturen zunehmen. Der statistische Nachweis ist zwar nicht ganz einfach, da kurze Beobachtungszeiträume, die natürliche Klima-Variabilität sowie die flächendeckende Erfassung kleinräumiger Ereignisse - zum Beispiel Starkregen oder Gewitter - schwierig sind. Aber seit einigen Jahren kommen Wissenschaftler dem Zusammenhang zwischen dem Extremwetter und dem Klimawandel mithilfe von verfeinerten Klimamodellen und schnelleren Computern immer öfter auf die Spur: Diese Wissenschaft nennt sich Zuordnungsforschung, auch Attributionsforschung genannt.

Die Wettermaschine: Sonne, Wolken, Hochs, Tiefs, Jetstreams ...

Wetter ist ein chaotisches und sehr komplexes System. Verändert sich ein Parameter, wie die durchschnittliche Temperatur, so hat das gravierende Folgen.

Wetter vs. Klima: Klimawandel und Extremwetter

Hitze in Hamburg: Extremwetter, das mit dem Klimawandel zusammenhängt - oder nur ein schöner Sommertag?

Wetter ist ein kurzfristiges Phänomen. Es beschreibt den kurzfristigen Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit. Das Klima hingegen ist eine eher langfristige Angelegenheit. Meist über einen Zeitraum von mehreren Dutzend Jahren beschreibt das Klima die typischen Verhältnisse anhand einer Vielzahl von Einzelbeobachtungen. Deshalb kann man aus einer derartigen Einzelbeobachtung, zum Beispiel einem regnerischen Tag im Juli, keine Rückschlüsse über das Klima ziehen. Erst über jahrzehntelange Beobachtungen aller Tage im Juli und im Jahr können Wissenschaftler sagen, ob dieser eine regnerische Tag zu den typischen Klimaverhältnissen der beobachteten Region passt - oder eben nicht.

Extremwetter ist ein außergewöhnliches Ereignis, das nur selten auftritt. Mit einem Klimamodell aber können Wissenschaftler noch nicht einmal vorhersagen, ob am nächsten Tag die Sonne scheinen wird oder nicht. Klimamodelle beschreiben, genau wie das Klima selbst, eher langfristige Tendenzen. Ob ein einzelnes Dürrejahr oder ein einzelnes Starkregenereignis nun der Klimawandel alleine verursacht hat und ohne diesen überhaupt nicht stattgefunden hätte, lässt sich zwar nicht herausfinden. Aber um herauszufinden, inwieweit Extremwetterereignisse mit der Erderwärmung im Zuge des Klimawandels zusammenhängen, können sich Wissenschaftler etwas einfallen lassen. Dieses Forschungsfeld nennt sich Zuordnungs- oder Attributionsforschung.

Extremwetter in Deutschland und in Bayern

Was Extremwetter anrichten kann, zeigt sich in Teilen Deutschlands immer mal wieder: Ausnahmezustand wegen sintflutartiger Regenfälle. Aufgrund von extremem Dauerregen und daraus resultierendem Hochwasser müssen mitunter ganze Wohngebiete evakuiert werden.

Der Einfluss des Klimawandels auf das Wetter

Bayerns Klimastreifen: Die Visualisierung zeigt, wie sehr Bayern sich im Mittel von den Jahren 1881 bis 2019 erwärmt hat.

Seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 hat sich die durchschnittliche Temperatur in Deutschland bereits erhöht: Von 1881 bis 2019 vermisst der Deutsche Wetterdienst DWD einen Temperaturanstieg von 1,6 Grad Celsius. Eine erhöhte Temperatur der Luft hat Einfluss auf das Wetter: Bei einer Erwärmung von einem Grad kann die Luft sieben Prozent mehr Wasser aufnehmen. Speziell Osteuropa, der Osten Deutschlands und Teile Bayerns geraten zudem immer stärker unter Mittelmeereinfluss. Dabei kann sich ein Tief über dem Mittelmeer wie ein Schwamm voll Wasser saugen, zieht östlich an den Alpen vorbei und regnet sich in Mittel- und Osteuropa ab. Gerade der Mai bietet nach Angaben der Meteorologen hohes Unwetterpotenzial. Wegen der starken Sonneneinstrahlung habe sich der Kontinent bereits erwärmt, die feuchte Luft über dem Meer sei aber noch recht kalt. Die Temperaturgegensätze und die Luftfeuchtigkeit lassen Tiefdruckgebiete über Mitteleuropa entstehen.

Extremwetter und Temperaturrekorde in Bayern

Der Klimawandel bedeutet auch in Deutschland nicht nur eine Veränderung der mittleren Verhältnisse, also einen Anstieg der mittleren Temperatur. Er bedeutet auch eine Veränderung der Extremwerte: Tendenziell gibt es mehr heiße Tage und weniger Frosttage. Die Anzahl von Hitzewellen nimmt zu - und was früher extrem war, ist heute schon fast normal. Deshalb bedeutet der Klimawandel auch mehr Extremwetter. Eine gesteigerte mittlere Temperatur erhöht das Risiko für Dürren, Waldbrände und Hitzewellen.

"Die Hitze-Extreme nehmen nicht einfach nur deshalb zu, weil wir den Planeten erwärmen, sondern weil der Klimawandel zusätzlich Luftströme stört, die wichtig sind für die Entstehung unseres Wetters. Die verringerten täglichen Schwankungen, die wir beobachten, führen zu länger anhaltenden Wetterlagen. Und diese lassen Extreme entstehen, die sich über Wochen erstrecken."

Dim Coumou, Potsdam Institut für Klimafolgenforschung

Extremwetter: Starkregen, Schlammlawinen, Überschwemmungen, Hochwasser

Wissenschaftler gehen vor allem in Bezug auf Starkniederschlagereignisse - also die sintflutartigen Regenfälle - davon aus, dass die Regenmengen mit der globalen Erwärmung zunehmen werden. Der DWD merkt dazu an, dass von 2001 bis 2019 fast jeder Ort Deutschlands von einem Starkregenereignis betroffen war, und Dauerregen besonders die Gebirgsregionen trifft. Sogar in heißen und trockenen Jahren gab es viele Starkregenereignisse. Im Prinzip kann es also überall in Deutschland zu extremen Unwettern, Sturzregen und Überschwemmungen kommen. Allerdings kann der Starkregen in bergigen Gegenden besonders heftig ausfallen. Deshalb sind das Erzgebirge, der Alpenrand oder der Schwarzwald besonders betroffen. Das liegt daran, dass sich dort Regen- und Gewitterwolken besonders stauen und der Niederschlag dort dann intensiver fällt als anderswo.

"Wenn Sie in der bodennahen Atmosphäre mehr Energie haben, weil die Treibhausgas-Konzentrationen gestiegen sind und einen höheren Wärmegehalt in den unteren Atmosphärenschichten bedingen, dann sollten Sie alleine vom Standpunkt der physikalischen Plausibilität davon ausgehen, dass es in Zukunft mehr extreme Ereignisse gibt."

Prof. Heiko Paeth, Institut für Geographie und Geologie, Lehrstuhl für Physische Geographie, Julius-Maximilian-Universität Würzburg

Die Häufigkeit von Extremwetterereignissen in Deutschland steigt

Im August 2005 ist das Kloster Weltenburg bei Kehlheim umschlossen - von Hochwasser der Donau. In den letzten Jahren keine seltene Gefahr.

Obwohl es regionale Unterschiede und auch Unsicherheiten gibt, welche Auswirkungen einzelne veränderte Parameter genau haben, ist somit prinzipiell klar, dass der Klimawandel zu mehr Extremwetterereignissen in Deutschland führen sollte. Und tatsächlich wird eine Zunahme von Extremwettern in Deutschland beobachtet. Im Einzelfall aber hilft diese Beobachtung zunächst wenig. Zwar ist ein Unwetterpotenzial in den Wettervorhersagen Tage vorher zu erkennen. Aber wo genau mehr als hundert Liter Regen pro Quadratmeter fallen werden, kann oft nur Minuten vorher gesagt werden. Feuerwehr und Katastrophenschutz sind direkt mit dem DWD vernetzt und erhalten über eigene, ausfallsichere Systeme ständig Informationen. Sie können Warn-Meteorologen auf Hotlines erreichen. Wenn eine extreme Unwetterlage erkennbar sei, kann der DWD Extraschichten einrichten.

Extremwetter weltweit

Bericht der Weltorganisation für Meteorologie

2020 zweitwärmstes Jahr der Welt

Das Jahr 2020 war laut der Weltorganisation für Meteorologie (World Meteorological Organization, WMO) das zweitwärmste Jahr überhaupt - ganz knapp nach 2016. Die globale Durchschnittstemperatur betrug mit 14,9 Grad Celsius 1,2 Grad Celsius mehr gegenüber dem vorindustriellen Niveau (1850 bis 1900). Damit setzt auch das Jahr 2020 einen Trend fort: Das Jahrzehnt von 2011 bis 2020 ist das heißeste überhaupt gewesen. Seit den 1980er-Jahren war jedes Jahrzehnt wärmer als das vorherige. Die sechs wärmsten Jahre fanden alle seit 2015 statt - 2016, 2019 und 2020 waren die wärmsten.

"Die Bestätigung der WMO, dass 2020 eines der wärmsten Jahre überhaupt war, ist eine weitere deutliche Erinnerung an das unerbittliche Tempo des Klimawandels, der Leben und Lebensgrundlagen auf unserem Planeten zerstört. Heute sind wir bei 1,2 Grad Celsius Erwärmung und erleben bereits beispiellose Wetterextreme in jeder Region und auf jedem Kontinent. Wir stehen vor einem katastrophalen Temperaturanstieg von 3 bis 5 Grad Celsius in diesem Jahrhundert. Frieden mit der Natur zu schließen, ist die bestimmende Aufgabe des 21. Jahrhunderts. Es muss für alle überall oberste Priorität haben." UN-Generalsekretär António Guterres

Außergewöhnliche Temperaturen - trotz La Niña

"Die außergewöhnliche Hitze des Jahres 2020 trat trotz La Niña auf, dabei wirkt das Phänomen vorübergehend kühlend", sagte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas. "Es ist bemerkenswert, dass die Temperaturen im Jahr 2020 praktisch auf dem Niveau von 2016 lagen, als wir eines der stärksten Erwärmungsereignisse - El Niño - verzeichneten."

Das Jahr 2016 hält laut WMO bislang den globalen Temperaturrekord. In diesem Jahr lag die weltweite Durchschnittstemperatur wie im Jahr 2020 um 1,2 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau. Der Unterschied zwischen 2020 und 2016 sei "marginal" und unter Berücksichtigung der Fehlermarge seien die Jahre 2016, 2019 und 2020 praktisch nicht zu unterscheiden, teilte die WMO mit.

"2020 war leider ein weiteres außergewöhnliches Jahr für unser Klima. Wir haben neue extreme Temperaturen an Land, im Meer und besonders in der Arktis gesehen. Waldbrände vernichteten weite Gebiete in Australien, Sibirien, an der Westküste der USA und in Südamerika, die Rauchwolken umrundeten die ganze Erde. Wir haben eine Rekordzahl an Hurrikanen im Atlantik gesehen, einschließlich beispielloser Hurrikane der Kategorie 4 in Mittelamerika im November. Überschwemmungen in Teilen Afrikas und Südostasiens führten zu massiven Umsiedlungen der Bevölkerung und gefährdeten die Ernährungssicherheit von Millionen Menschen." So fasste WMO-Generalsekretär Petteri Taalas das Jahr 2020 zusammen.

Beispiele von weltweiten Extremereignissen 2020 - I

Die Zusammenfassung der WMO, die die Daten von Januar bis Oktober 2020 berücksichtigt, nennt viele Beispiele für Wetterextreme, darunter:

  • Die erstaunlichste Erwärmung wurde in Nordasien beobachtet, insbesondere in der sibirischen Arktis. Dort lagen die Temperaturen 2020 rund 5 Grad Celsius über dem Durchschnitt.
  • In einem Ort in Sibirien wurden am 20. Juni 2020 38 Grad Celsius erreicht, die bislang höchste bekannte Temperatur nördlich des Polarkreises.
  • Seit Mitte der 1980er-Jahre hat sich die Arktis mindestens doppelt so schnell erwärmt wie der weltweite Durchschnitt. Dies verstärkt den langen Abwärtstrend der Meereis-Ausdehnung in der Arktis.
  • Das arktische Meereis hatte im Juli und Oktober 2020 die geringste Ausdehnung seit Beginn der Messungen.
  • Grönland verlor 2020 rund 152 Gigatonnen Eis.
  • Seit Anfang 1993 steigt der Meeresspiegel weltweit um rund drei Millimeter pro Jahr.
  • Die Versauerung der Ozeane nimmt weiter zu. Der durchschnittliche pH-Wert sinkt kontinuierlich.
  • Ein Großteil der Meere erlebte im Jahr 2020 mindestens eine starke Erwärmung.

Beispiele von weltweiten Extremereignissen 2020 - II

  • Millionen Menschen waren 2020 von Überschwemmungen betroffen, zum Beispiel in Ostafrika und in der Sahelzone, in Südasien, China und Vietnam. Allein in Afrika forderten die Überflutungen Hunderte von Todesopfern.
  • Indien erlebte eine der zwei feuchtesten Monsun-Zeiten seit 1994.
  • Der August 2020 war der feuchteste Monat überhaupt in Pakistan.
  • Schwere Dürren traten 2020 in Südamerika auf. Am stärksten betroffen waren Argentinien, Paraguay und Brasilien. Allein in Brasilien lagen die geschätzten Verluste in der Landwirtschaft bei drei Milliarden US-Dollar.
  • In den USA ereigneten sich im Spätsommer und Herbst die größten jemals verzeichneten Waldbrände.
  • Im kalifornischen Death Valley wurden am 16. August 2020 54,4 Grad Celsius erreicht. Die höchste bekannte Temperatur der letzten 80 Jahre.
  • Hitzewellen traten unter anderem auch in der Karibik, in Australien und in Europa auf. In Jerusalem wurde eine Rekordtemperatur von 42,7 Grad, in Kuwait von 52,1 Grad erreicht.

Beispiele von weltweiten Extremereignissen 2020 - III

  • Die Anzahl der Wirbelstürme war 2020 weltweit hoch. Besonders in der Nordatlantikregion traten mit 30 Wirbelstürmen mehr als doppelt so viele wie im langjährigen Durchschnitt (1981-2010) auf.
  • Im November, wenn die Hurrikan-Saison normalerweise schon nachlässt, trafen noch einmal zwei Stürme der Kategorie 4 Zentralamerika, was zu verheerenden Überschwemmungen führte.
  • Der Zyklon Amphan, der im Mai 2020 im Nordindischen Ozean auftrat und die Küstengebiete in Indien und Bangladesch traf, war der teuerste je gemeldete tropische Wirbelsturm: Die wirtschaftlichen Verluste beliefen sich auf rund 14 Milliarden US-Dollar.
  • In Europa war 2020 das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Durchschnittlich war es 1,6 Grad Celsius wärmer als im Referenzzeitraum 1981 bis 2010 und 0,4 Grad Celsius wärmer als im bisherigen Rekordjahr 2019.
  • In Deutschland war das Jahr 2020 das zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen.

Extremwetter – natürlich oder menschengemacht?

War diese Hitzewelle Zufall oder steckt der Klimawandel dahinter? Und was ist mit dem Starkregen, oder dem Orkan, der Dürre oder auch der Kältewelle? Es ist für ein einzelnes Ereignis, egal wie extrem es auch sein mag, unmöglich, zu sagen: Der Klimawandel ist die Ursache. Jedes Wetterereignis könnte rein zufällig auftreten oder Teil der natürlichen Variationen des Wetters sein. Auch Extremwetter hat es schon lange vor dem Klimawandel gegeben.

Allerdings ist klar, dass der Klimawandel Einfluss auf das Wetter und auf Extremwetter hat. Aus Beobachtungen und Klimamodellen ist offensichtlich, dass der Klimawandel bestimmte Extremwetterereignisse entweder wahrscheinlicher oder aber stärker macht. Das betrifft vor allem Hitzewellen und Starkregen aber auch Hochwasser. Aber ob ein einzelnes Ereignis nun wirklich auf das Konto des Klimawandels geht, konnten Forschende bis vor Kurzem nicht wirklich sagen. Das noch recht junge Forschungsfeld der Zuordnungsforschung ändert dies seit einigen Jahren.

Attributionsforschung: Extremwetter dem Klimawandel zuordnen

Zuordnungsforschung wird auch Attributionsforschung genannt. Es handelt sich dabei um ein noch recht junges Forschungsfeld. Forschende, die sich mit der Attributionsforschung beschäftigen, wollen extreme Wetterereignisse zuordnen, indem sie herausfinden, inwieweit der menschengemachte Klimawandel dafür verantwortlich sein könnte. Dabei gibt es unterschiedliche Methoden und Herangehensweisen. Eine Methode besteht darin, klimatische Parallelwelten am Computer zu erschaffen. Virtuelle Welten ohne Klimawandel und virtuelle, "echte" Welten mit Klimawandel werden dann miteinander verglichen, um herauszufinden, wie oft und wie stark gewisse Extremwetterereignisse auftreten.

Wie funkioniert die Zuordnungsforschung?

Mithilfe von komplexen Klimamodellen und leistungsfähigen Computern ist es inzwischen durchaus möglich, für bestimmte Extremwetterereignisse Aussagen darüber zu treffen, ob diese "menschengemacht" oder "natürlichen Ursprungs" sind. Ein Beispiel: Klimaforscher konnten zeigen, dass eine Hitzewelle, unter der die russische Region Sibirien im Jahr 2020 litt - in der Stadt Werchojansk wurden am 20. Juni 2020 38 Grad Celsius gemessen - ohne den Klimawandel fast unmöglich gewesen wäre. Ohne Klimawandel käme es nämlich nur etwa alle 80.000 Jahre zu einer solchen Extremwetterlage. Doch der Mensch erhöht durch die Treibhausgas-Emissionen die Wahrscheinlichkeit für solche Hitzewellen um das 600-fache.

Attributionsforschung: eine Karte des menschengemachten Extremwetters

Die Klimawebsite Carbon Brief hat eine interaktive Karte zusammengestellt, auf der sie bis dato mehr als 350 wissenschaftliche Studien sammelt, die sich mit der Zuordnung von Extremwetterereignissen beschäftigen. Ihre Analyse zeigt, dass 70 Prozent der 405 untersuchten Extremwetterereignisse durch den menschengemachten Klimawandel entweder wahrscheinlicher oder stärker gemacht wurden, 9 Prozent hingegen weniger wahrscheinlich oder schwächer. Das bedeutet: 79 Prozent aller untersuchten Ereignisse waren bis zu einem gewissen Grad vom Klimawandel und dadurch vom Menschen beeinflusst.


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Karl - Heinz Thurow, Donnerstag, 12.Dezember 2019, 00:11 Uhr

20. Klimakrise

Es ist bereits fünf nach zwölf. Wir brauchen dringend den Ausbau erneuerbaren Energien. Der Abstand der Windkarftwerke von Wohngebäuden muss verringert werden.
10 x die Höhe eines Windkraftwerkwes wie in Bayern ist nicht akzeptabel. Aber man muss auch die Bürger in den betreffenden Gegenden finanziell beteiligen!

Lütt Mattn, Samstag, 03.August 2019, 00:19 Uhr

19. Panikmache

Leute, regt euch ein bisschen ab. Ja es ist wärmer geworden und ja den anthropogenen Einfluss kann man nicht leugnen. Aber aus jedem Gewitter ein Extremereignis zu machen ist dumm. Als ich Kind war, hat es ebenso geregnet. Als meine Mutter Kind war hat eine Windhose schon die Veranda Ihres Elternhauses abgedeckt. Heute erhebt man Windhosen zu Tornados. Macht mal nen Punkt. Berlin, Flensburg und andere Städte saufen nicht anbweil es stärker, länger oder intensiver regnet, sondern weil wir jede noch so kleine Fläche versiegeln. Das Wasser kann nicht weg, da liegt das Problem.

Siegfried Marquardt, Mittwoch, 08.August 2018, 14:01 Uhr

18. Orkan von 350 km/h werden dann nicht selten sein!

Hier gilt
?v=?2*??*R= ?2*5*300 m/s?55 m/s ? 200 km/s (2)
(150 km/h + 200 km/h = 350 km/h).
Sturzfluten werden die biblische Sintflut in den Schatten stellen! Und der Meeresspiegel wird aufgrund der Eisschmelze um insgesamt 105 m (Grönland 15 m, Arktis 0,12 m und Antarktis 90 m) ansteigen (und nicht um 10 bis 60 m) und aufgrund der thermischen Ausdehnung der Weltmeere sich um weitere Meter anheben. Bisher hat sich der Meeresspiegel aufgrund der thermischen Ausdehnung seit 1960 um 1,5 m angehoben, denn
H = Vo ?*?t: O =2* 1,33*109*0,21*10-³ km³: 362*108 km² ? 0,28*106 km³: 0,362*109 km²
= 0,0015 km = 1,54 m (3)
(und nicht um 7,5 cm wie kürzlich in der MAZ zu lesen war). Wenn die Eisdecke der Arktis von 3 m Mächtigkeit im Durchschnitt komplett das gesamte Jahr über abgeschmolzen ist, und dies wird nicht allzu lange auf sich warten, dann wird die Hölle auf Erden losgehen, weil die gesamte Strahlungsenergie vom Nordpolarmeer absorbiert wird! (erste Sprungfunktion).

Robert Filler, Donnerstag, 31.Mai 2018, 12:45 Uhr

17. @ Wilhelm Ploeger, #16

Hören Sie doch auf, so einen Stuss zu verbreiten. Der Klimawandel und die Erderwärmung ist ein weltweit gültiger Konsens. Von wem sollte Ihrer Meinung nach denn der Beweis erbracht werden, dass sich das Klima verändert, damit Sie daran glauben? Von PI-News, RT oder Reichsbürgern?

Wilhelm Ploeger, Dienstag, 29.Mai 2018, 16:38 Uhr

16.

Es wär alles so viel glaubwürdiger, wenn hinter der Analyse nicht auch grüne Politik stände, die für ihre teilweise abenteuerlichen Thesen noch den Beweis brauchen. In der Analyse des Wetters der letzten tausend Jahre hat es immer extreme Verhältnisse gegeben. Z.Zt. mögen zusätzliche Komponenten hinzukommen.
Das Wetter in der Vergangenheit und heutehat mehr Gründe als von den Grünen und ihren Claqueeuren behauptet wird.
Aber eines fällt auf: NGO`s sind von den Grünen reichlich gegründet worden, um ihren Thesen Nachdruck zu verleihen. Ausgestattet mit Klagebefugnis und Gemeinnützigkeit wird so die Demokratie unterwandert!!