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Das Virus und die Folgen Was ist AIDS?

Der AIDS-Erreger ist ein besonders heimtückisches Virus. Es befällt die körpereigenen Abwehrzellen und lässt das Immunsystem zusammenbrechen. Wie kann man sich anstecken? Wie verläuft die Krankheit?

Stand: 26.11.2020

Illustration: HI-Virus | Bild: picture-alliance/dpa

Welt-AIDS-Tag

Am 1. Dezember ist Welt-AIDS-Tag, damit die bisher nicht heilbare Erkrankung nicht in Vergessenheit gerät.

Zu Beginn einer AIDS-Erkrankung steht die Infektion mit dem HI-Virus. Das heißt in Langform "Menschliches Immundefekt-Virus" (Human Immunodeficiency Virus). Dieses Virus befällt und zerstört die körpereigenen Abwehrzellen.

Das Virus kann viele Jahre bis Jahrzehnte latent im Körper schlummern, ohne dauerhaft Krankheitssymptome hervorzurufen. In diesem Zustand bezeichnet man den Betroffenen als "HIV-positiv" - das HI-Virus ist im Körper vorhanden und auf andere übertragbar, aber die eigentliche Krankheit - AIDS - ist noch nicht ausgebrochen.

AIDS heißt "Erworbenes Immundefekt-Syndrom" (Acquired Immune Deficiency Syndrome). Von einer AIDS-Erkrankung spricht man, wenn das Immunsystem durch den Angriff der HI-Viren auf die Abwehrzellen so sehr geschwächt ist, dass der Körper für alle möglichen Infektionen anfällig wird. AIDS führt zu einem vielschichtigen Krankheitsbild mit unterschiedlichen Symptomen, daher spricht man von einem Syndrom. Wie die Krankheit verläuft, erfahren Sie hier.

AIDS ist noch nicht heilbar, weil sich das HI-Virus so schnell verändern kann, das bekannte Medikamente nicht mehr wirken. Man spricht von Resistenzen. Immerhin kann AIDS inzwischen soweit eingedämmt werden, dass die Krankheit chronisch, aber häufig nicht mehr tödlich verläuft. So wird AIDS behandelt.

Aktuelle Daten zur HIV-/AIDS-Situation in Deutschland und den Bundesländern finden Sie auf der Webseite des Robert-Koch-Instituts (RKI). Daten für Europa und die Welt haben in englischer Sprache das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC), UNAIDS und die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Je nachdem, welche Zahlen man in Beziehung setzt, ändert sich die Aussage: Vergleicht man die Zahl der HIV-Neuinfektionen von Deutschland mit den internationalen Zahlen, stagniert die Rate der Infektion in Deutschland auf niedrigem Niveau. Vergleicht man die Zahlen von Deutschland mit den Zahlen Ende der 1990er-Jahre in Deutschland, hat sich die Rate der HIV-Neuinfektionen hierzulande auf hohem Niveau eingependelt, denn Ende der 1990er-Jahre war die Zahl der Infektionen in Deutschland auf den Tiefpunkt gesunken. Es macht auch einen Unterschied, ob man die Zahlen der EU mit Zahlen aus Deutschland vergleicht oder Zahlen der Europäischen Region der WHO, denn die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezieht mehr Länder ein als die EU.

Zwei Begriffe, die nicht verwechselt werden sollten. Die Rate der HIV-Neuinfektionen zeigt, wie sich die Epidemie verbreitet. Steigt die Rate an, ist das besorgniserregend. Mit der Rate der HIV-Erstdiagnosen erkennen Experten die Infektion in einer Region und beraten, was medizinisch getan werden muss. Höhere Zahlen sind nicht so alarmierend wie bei den HIV-Neuinfektionen, denn es geht nicht um neue Infektionsfälle, sondern alte Fälle, die entdeckt wurden. Teilweise liegt der Zeitpunkt der Infektion Jahre zurück.


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