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Schwimmen Wer hat den Wassersport erfunden?

In Deutschland lernt fast jedes Kind zuerst Brustschwimmen, dann Kraulschwimmen, vielleicht auch Rückenkraulen und Schmetterling. Doch so selbstverständlich war das nicht immer: Erst seit etwa sechzig Jahren ist Schwimmen ein weit verbreiteter Freizeitspaß und Schulsport. Davor konnten es zumeist nur Männer, die eine Ausbildung beim Militär gemacht und es dort als Überlebenstraining gelernt hatten.

Von: Mischa Drautz

Stand: 19.06.2018

Blaues Wasser in einem Schwimmbecken | Bild: picture-alliance/dpa

Im Mittelalter, vor allem zur Ritterzeit, konnte fast niemand schwimmen. Alle fanden es furchtbar, nackt oder nur wenig bekleidet zu sein – also ließ man das Schwimmen lieber bleiben. Außerdem gab es jede Menge Gruselgeschichten über Seeungeheuer. Kein Wunder, dass sich da keiner mehr ins Wasser traute! Doch auch das hatte Folgen: Im Mittelalter starben viele, weil sie unglücklich in einen See fielen und – ohne ein Seeungeheuer zu sehen – einfach ertranken.

Wer heutzutage noch nicht schwimmen kann, braucht als "(Aus-)Rüstung" nur Schwimmflügel.

Wer jetzt denkt, dass Schwimmen also vielleicht erst nach dem Mittelalter erfunden wurde, liegt aber auch falsch. Geschwommen sind Menschen schon viel früher. Wenn Griechen oder Römer in der Antike über einen besonders ungebildeten Menschen lästerten, sagten sie: "Der kann ja weder lesen noch schwimmen!" Schwimmen gehörte also schon in der Antike zu einer guten Bildung dazu. Wobei man sagen muss: Die Römer badeten lieber, als dass sie schwammen. Aber zumindest römische Soldaten waren ausgezeichnete Schwimmer. Sie konnten es sogar in schwerer Rüstung.

Die wohl ältesten Hinweise auf das Schwimmen wurden übrigens ausgerechnet dort gefunden, wo es heute kaum Wasser gibt: in der Wüste Sahara. An Felsen in einer Wüstenhöhle und auf Tongefäße wurden vor etwa 8.000 Jahren Schwimmer gemalt, die eine Art Brustschwimmzug machen. Das ist der älteste Beleg, den man übers Schwimmen finden konnte.

Forscher vermuten aber, dass das Schwimmen noch früher erfunden wurde – wahrscheinlich schon in der Steinzeit. Denn Menschen siedelten sich früh am Wasser an. Also musste man schwimmen lernen, weil es einem, wenn man ins Wasser fiel, eben das Leben rettete. Schwimmen gibt es also wahrscheinlich wirklich so lange, wie es Menschen gibt.


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