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Wattenmeer Nationalpark zum Durchwaten

Wenn ihr schon mal an der Nordsee wart, seid ihr hier vielleicht auch schon mal durchgewatet: durch das Wattenmeer. So ist nämlich dieser Name entstanden – das Wattenmeer ist ein Meer, das sich durchwaten lässt. Nicht immer, aber immer dann, wenn bei Ebbe das Wasser verschwindet: zweimal am Tag. Die trockenen Flächen nennt man dann Watt.

Von: Simone Wichert

Stand: 22.08.2017

Wattenmeer  | Bild: picture-alliance/dpa

Größtes Wattenmeer der Erde

Auch Willi ist hier schon durchgewatet.

Wattenmeere gibt es überall auf der Welt. Das größte überhaupt ist aber das Nordfriesische Wattenmeer: Es liegt in der Nordsee zwischen Deutschland, Dänemark und den Niederlanden. Das Wattenmeer ist ein riesiger Nationalpark und Heimat vieler Tiere - und deswegen besonders geschützt.

Allein 20.000 Seehunde leben hier. Sie kommen zum Sonnen, Ausruhen und Junge kriegen auf die Sandbänke und dürfen weder gejagt noch gestört werden.

Miesmuscheln aus dem Wattenmeer.

Natürlich gibt es hier auch viele andere Meeresbewohner: etwa siebzig verschiedene Fischarten. Vor allem junge Fische und kleine Fischarten leben hier. Außerdem Garnelen, Krabben, kleine Krebse, Miesmuscheln, Seesterne und Wattwürmer.

Das Wattenmeer wird Weltnaturerbe

Das Wattenmeer ist im Juni 2009 in die UNESCO-Liste des Welterbes der Menschheit aufgenommen worden: Es gilt als äußerst schützenswerter Lebensraum.

Viele Tiere und Pflanzen teilen sich das Gebiet in Dänemark, Norddeutschland und den Niederlanden: Von kleinen Lebewesen, die man mit bloßem Auge nicht erkennen kann, bis hin zu größeren Tieren wie Seehunden.

Alle leben unter harten Bedingungen: Sie müssen sowohl Trockenheit bei Ebbe, als auch das Wasser bei Flut aushalten können, in Süß- und Salzwasser leben und warme und kalte Wassertemperaturen überstehen.

Kleines Wattenmeer-Lexikon

Deich: Ein künstlicher Wall, der verhindern soll, dass das Wasser weiter als bis zu einem bestimmten Punkt fließt.
Ebbe: Ablaufendes Wasser, wenn wegen der Gezeiten der Meeresspiegel sinkt.
Fahrwasser: Ein markierter tieferer Weg für Schiffe in einem flachen Gewässer. Hier wird der Schiffsverkehr entlang der sichersten oder tiefsten Route geleitet.
Flut: Auflaufendes Wasser, wenn wegen der Gezeiten der Meeresspiegel steigt.
Gezeiten: Der Wechsel von Ebbe und Flut auf den großen Gewässern der Erde. Verursacht werden sie von der Anziehungskraft von Sonne und Mond.
Hallig: Kleine Inseln im Wattenmeer, die nicht eingedeicht sind und bis auf die Warften überspült werden können.
Hochwasser: Der höchste Wasserstand beim Übergang von Flut zu Ebbe.
Niedrigwasser: Der niedrigste Wasserstand beim Übergang von Ebbe zu Flut.
Priel: Natürlicher Wasserlauf im Watt, manchmal die Verlängerung eines Flusses. Bei Wattwanderungen muss man hier besonders aufpassen, Priele können tief sein und das Wasser fließt hier schnell.
Sandbank: Kleine Insel aus angeschwemmtem Sand oder Kies, die bei Ebbe frei liegt und bei Flut überspült ist.
Tide: Die Gezeiten heißen auch Tide, das kommt vom niederdeutschen Wort "tiet" - Zeit.
Tidenhub: Der Unterschied zwischen mittlerem Hochwasser und mittlerem Niedrigwasser. An der Nordsee sind das ungefähr zwei bis drei Meter.
Warft: Künstlich aufgeschütteter Hügel auf einer Hallig, der normalerweise nicht überspült wird. Hier haben die Bauern früher ihre Häuser errichtet.

Leben mitten im Wattenmeer

Die Hallig Hooge.

Mitten im Wattenmeer liegen kleinste Inseln, die nicht eingedeicht sind, die Halligen. Sie werden bis zu sechs Mal im Jahr überflutet! Die Hallig wird blank, heißt es dann, denn es kommt der Blanke Hans, die Nordsee.

Warft auf der Hallig Hooge.

Trotzdem leben auch hier Menschen: Auf der Hallig Hooge sind es knapp über hundert. Ihre Wohnhäuser stehen auf den sogenannten Warften, künstlich aufgeschütteten Hügeln, die so hoch sind, dass sie normalerweise vom Wasser verschont bleiben.


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