Abgesagt Festival der ARD-Preisträger 2021

Stand: 05.05.2021

Das seit 2001 jährlich veranstaltete Festival der ARD-Preisträger muss Corona-bedingt wie im vergangenen Jahr kurzfristig abgesagt werden. Durch das seit vorletztem Wochenende bundesweit in Kraft getretene neue Infektionsschutzgesetz und die damit einhergehende Schließung aller Kultureinrichtungen bei definierten Inzidenzwerten war das Projekt nicht mehr zu halten.

Festival der ARD-Preisträger 2014 | Bild: BR/Christoph Hiller

Viel Engagement und monatelange Vorbereitung liegen in der Organisation des Festivals der ARD-Preisträger. In diesem Jahr waren zwölf Konzerte mit dem Lux Trio (3. Preis 2018), der Mezzosopranistin Natalya Boeva (1. Preis 2018) und dem Klarinettisten Joë Christophe (1. Preis 2019) an neun Spielstätten geplant, unter anderem beim Schwarzwald Musikfestival, den Schwetzinger SWR Festspielen, dem Mozartfest Würzburg und im Studio 2 des Bayerischen Rundfunks. Für die jungen Musikerinnen und Musiker wäre die Tournee eine Chance gewesen, sich noch einmal abseits der Wettbewerbsanspannung gemeinsam einem Publikum vorzustellen, Erfahrungen im künstlerischen Miteinander zu sammeln und Kontakte für ihre berufliche Zukunft zu knüpfen.

Alternativ bekommen die Preisträgerinnen und Preisträger die Möglichkeit, Musikaufnahmen in den SWR- und BR-Studios in Stuttgart und München zu machen. Die Produktionen werden in den Radioprogrammen SWR2 und BR-KLASSIK präsentiert.

Festival der ARD-Preisträger Impressionen

Die Landschaft der Musikwettbewerbe ist in den letzten Jahrzehnten - vorsichtig formuliert - unübersichtlich geworden. Die Zahl der Wettbewerbe ist explodiert, und immer wieder werden Stimmen laut, die ihren Sinn generell in Zweifel ziehen. Doch die Frage, ob es vielleicht zu viele Wettbewerbe gibt, ändert nichts daran, dass die renommierten und traditionsreichen unter ihnen für viele junge Künstler das Sprungbrett zu einer internationalen Karriere bleiben, und dass sie deshalb eine große Verantwortung tragen.

Der Internationale Musikwettbewerb der ARD gehört zu den ältesten Wettbewerben überhaupt. Er setzt sich auch weiterhin zum Ziel, unter den vielen jungen Musikerinnen und Musikern, die sich jedes Jahr in München dem enormen Konkurrenzdruck stellen, echte Persönlichkeiten zu entdecken. Die technischen Anforderungen müssen selbstverständlich hoch sein, doch es geht nicht darum hochvirtuose Automaten zu finden, sondern junge Menschen, die mit ihrer Musik wirklich etwas zu sagen haben, die spüren, dass der Musikbetrieb bei aller Hektik und Konkurrenz auch vom künstlerischen Miteinander lebt. Wie sehr dieses Bewusstsein in den letzten Jahren gewachsen ist, zeigt die wachsende Zahl kleiner und großer Kammermusikfestivals in ganz Europa, bei denen Musiker nicht zuletzt als Freunde zusammen kommen.

Die Botschaft dieser Festivals lautet: Kammermusik verbindet. Und so sollen auch diese Kammerkonzerte die Preisträger des ARD-Musikwettbewerbs dazu ermutigen, mit Anderen Musik zu machen, in neuen Ensemble-Formationen, mit Kolleginnen und Kollegen, die man zuvor vielleicht nur flüchtig, bei der Preisverleihung, in den Schlusskonzerten wahrgenommen hat, die man möglicherweise auch gar nicht kennt, weil es sich um Preisträger vorangegangener Jahre handelt.
 
In diesem Sinne wünschen wir den Musikern und natürlich auch dem Publikum schöne, anregende und spannende Erfahrungen.

Das Festival der ARD-Preisträger wird ermöglicht durch die freundliche Unterstützung des Siemens Arts Program sowie der Theodor-Rogler-Stiftung.

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