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Lebensmittelallergie Beschwerden dauerhaft vorbeugen

Lebensmittelallergien und -unverträglichkeiten lassen sich bislang nur schwer therapieren. Die wirkungsvollste Behandlung besteht darin, die entsprechenden Lebensmittel weiterzuverarbeiten oder ganz zu meiden.

Stand: 15.06.2020

Frau macht Abwehrgeste | Bild: colourbox.com

Bestimmte Allergene in Nahrungsmitteln werden durch Kochen, Zerkleinern oder Säuern zerstört, das trifft vor allem auf Obst- und Gemüsesorten zu. Wer beispielsweise keine frischen Karotten verträgt, für den könnte ein Eintopf oder Möhrenkuchen eine bekömmliche Alternative sein. Ausschlaggebend ist, dass eine Weiterverarbeitung stattfindet.

Bei anderen Lebensmitteln wie Nüssen oder tierischen Produkten verändern sich beim Kochen die Allergene hingegen nicht oder nur unwesentlich. Hier hilft nur der komplette Verzicht. Betroffene müssen besonders darauf achten, ob sich das Lebensmittel in verarbeiteten Nahrungsmitteln "versteckt". Oft ist das bei Nüssen, Eiern, Getreide, Milch, Soja und Sellerie der Fall.

Die 14 kennzeichnungspflichtigen Hauptallergene

  • Weizen und daraus hergestellte Erzeugnisse
  • Krebstiere und Krebstiererzeugnisse
  • Eier und Eierzeugnisse
  • Fisch und Fischerzeugnisse
  • Erdnüsse und Erdnusserzeugnisse
  • Soja und Sojaerzeugnisse
  • Milch und Milcherzeugnisse
  • Sellerie und Sellerieerzeugnisse
  • Senf und Senferzeugnisse
  • Sesamsamen und Sesamsamenerzeugnisse
  • Lupinen und Lupinenerzeugnisse
  • Weichtiere und daraus hergestellte Erzeugnisse
  • Schwefeldioxide und Sulfite
  • Nüsse (Hasel-, Wal-, Kaschu-, Pecan-, Para-, Macademia-, Queenslandnuss, Pistazie und Mandel) sowie daraus hergestellte Erzeugnisse

Supergau beim Restaurantbesuch

Im Restaurant kann man nie sicher sein, dass nichts Falsches auf dem Teller landet.

Trotz aller Vorsicht ist nicht auszuschließen, dass eine bestehende Allergie ausgelöst wird. Ein Restaurantbesuch etwa kann für Lebensmittelallergiker ein gefährliches Abenteuer sein. Für Notfälle sollten sie immer ein Set dabei haben. Denn viele Allergiker sterben, weil sie für den Ernstfall nicht gewappnet sind. Sogenannte Antihistaminika oder Kortisontabletten etwa können leichtere Beschwerden wie Juckreiz oder Kopfschmerzen lindern. Bei sehr starken Reaktionen helfen Spritzen mit Adrenalin. Ein Notfallset mit Medikamenten und ein Allergiepass können Leben retten, deshalb sollten Allergiker nie ohne aus dem Haus gehen.

Hyposensibilisierung - nur in bestimmten Fällen

Eine Wespengift-Allergie lässt sich mit einer Hyposensibilisierung gut behandeln.

Die einzige Therapie, mit der nicht die Symptome, sondern die Ursache der Allergie bekämpft wird, ist die bei Heuschnupfen häufig angewandte Hyposensibilisierung. Dabei soll sich der Körper langsam an die Allergene gewöhnen und unempfindlich dagegen werden. Über mehrere Jahre werden ihm deshalb vom Arzt Allergene in steigender Konzentration in den Oberarm gespritzt. Aussicht auf Erfolg hat diese Behandlung bei Nahrungsmittelallergien meist dann, wenn der Patient nur auf wenige Lebensmittel allergisch ist. Pseudoallergien lassen sich mit dieser Therapieform nicht behandeln. Pseudoallergien sind Unverträglichkeitsreaktionen, die von den Symptomen her stark an Allergien erinnern, bei denen jedoch keine Immunreaktion des Körpers nachgewiesen werden kann. Bestimmte Arzneimittel etwa können solche Pseudoallergien auslösen.


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