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Kinderrechte Das sind eure Rechte!

Kinder haben Rechte! Das ist nicht nur in Deutschland so, sondern in allen Ländern, die vor 30 Jahren die sogenannte UN-Kinderrechtskonvention unterschrieben haben. Wir erklären euch, was eure Rechte sind und warum es immer noch viel zu tun gibt - bei uns und auf der ganzen Welt.

Von: Börni Schulz und Veronika Baum

Stand: 19.11.2019

Symbolbild: Kinder spielen gemeinsam auf einem Klettergerüst. | Bild: colourbox.com

Eine Ohrfeige oder eine andere schmerzhafte Strafe konnten sich Schülerinnen und Schüler noch vor wenigen Jahrzehnten ganz leicht einhandeln. Eure Großeltern erinnern sich vielleicht noch: Wenn dem Lehrer irgendetwas nicht passte, ob zu Recht oder nicht, dann gab‘s was auf die Finger, aber nicht zu knapp!

Auch daheim rutschte den Eltern gerne die Hand aus, wenn sie glaubten, die Kinder seien zu frech. Und sogar fremde Erwachsene durften Kinder schlagen, wenn sie etwas angestellt hatten. Lange Zeit galten Kinder als Eigentum ihrer Eltern - ohne eigene Rechte.

Kinder sind heute "unschlagbar"!

Heute ist es ein Kinderrecht, dass Kinder ohne Gewalt aufwachsen. Weder die Eltern, noch die Lehrkräfte, noch sonst irgendwer darf Kinder schlagen. Das ist Körperverletzung und wird bestraft. Das ist nicht nur in Deutschland so, sondern in allen Ländern, die am 20. November 1989 die UN-Kinderrechtskonvention unterschrieben haben. Das ist eine Vereinbarung aller Länder der Erde, die Rechte von Kindern zu achten.

Die zehn wichtigsten Grundrechte von Kindern auf einen Blick

1. Das Recht auf Gleichbehandlung, egal, welcher Religion, welcher Herkunft und egal, ob Junge oder Mädchen.
2. Das Recht auf einen Namen und eine Staatszugehörigkeit.
3. Das Recht auf Gesundheit.
4. Das Recht auf Bildung und Ausbildung.
5. Das Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung.
6. Das Recht, sich zu informieren, seine Meinung zu sagen und sich zu versammeln.
7. Das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung.
8. Das Recht auf Hilfe in Notlagen und auf Schutz vor Ausnutzung und Verfolgung.
9. Das Recht auf eine Familie, elterliche Fürsorge und ein sicheres Zuhause.
10. Das Recht auf Betreuung bei Behinderung.

Die Buchstaben "UN" stehen übrigens für "United Nations" also für die englische Übersetzung von "Vereinte Nationen".

Leider werden immer noch in einigen Ländern, die die Kinderrechte eigentlich anerkannt haben, die Rechte der Kinder missachtet. Obwohl sich die Länder verpflichtet haben, sich daran zu halten. Und die USA haben die Konvention zwar entscheidend mitgeprägt, aber sie ist dort nicht bindendes Gesetz. In Deutschland hat der Bundestag am 5. April 1992 der Kinderrechtskonvention zugestimmt. Seitdem ist sie bei uns gültig.

Wie geht es den Kindern weltweit?

Kleine Berührungen am Grenzzaun: An der Grenze zwischen den USA und Mexiko treffen sich Familien, die durch die Grenze getrennt sind.

Kinder haben ein Recht auf Familie und ein sicheres Zuhause. Die Organisation "SOS Kinderdörfer", die sich weltweit für Kinder in Not einsetzt, schätzt jedoch, dass weltweit 220 Millionen Kinder ihre Eltern verloren haben oder die Gefahr besteht, dass sie ohne ihre Eltern aufwachsen müssen. Das betrifft jedes zehnte Kind. Die Ursachen sind Armut, Krieg, Naturkatastrophen oder Flucht und Vertreibung. Damit ist auch die Gesundheit dieser Kinder in Gefahr und oft können sie nicht zur Schule gehen.

Wie geht es den Kindern bei uns?

Recht so! Unter dem Motto "Krach schlagen" setzen sich Kinder für ihre Rechte ein.

Auch in Deutschland gibt es in Sachen Kinderrechte noch genug zu tun: Immer mehr Kinder gelten als "arm" und oft haben Kinder aus benachteiligten Familien in der Schule nicht dieselben Chancen wie ihre Klassenkameraden. Leider kennen auch immer noch viele Menschen die Kinderrechte gar nicht. Die Bundesregierung möchte die Kinderrechte jetzt ins Grundgesetz schreiben lassen. Dann wären die Kinderrechte auch im wichtigsten deutschen Gesetzbuch verankert.


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