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Rot, Blau, Grün Wie wir Farben sehen

Der Himmel ist blau, Gras ist grün, Milch weiß und Schokolade braun. Unsere Welt ist kunterbunt. Aber stell dir vor: In Wirklichkeit gibt es diese Farben gar nicht. Jetzt erwiderst du vielleicht, dass du diese Farben doch ganz deutlich vor dir sehen kannst. Das stimmt. Aber all diese Farben entstehen erst in deinem Kopf: Nur durch dein Gehirn wird die Welt bunt! Dabei passieren in deinem Kopf verschiedene Dinge gleichzeitig, ohne dass du etwas davon merkst!

Von: Simone Wichert und Veronika Baum

Stand: 10.01.2022

Kreativer Regenbogen in Aquarellfarbe mit Pinsel auf einem Blatt Papier | Bild: colourbox.com

Wenn es abends dunkel wird, verschwinden auch die Farben langsam aus unserem Leben. In der Nacht, wenn es stockfinster ist, ist alles Schwarz und Grau. Unsere bunte Welt braucht also immer Licht. Nur dann können wir Farben sehen.

Ohne Licht sehen wir schwarz!

Wenn das weiße Sonnenlicht auf einen Regentropfen trifft, wird das Licht "gebrochen" - und man sieht seine bunten Farben.

Licht erscheint uns weiß. Was wir dabei nicht sehen: Dieses weiße Licht ist ein Gemisch aus verschiedenen Farben. Licht verbreitet sich in Wellen - ganz ähnlich wie die Wellen im Meer. Natürlich kann man Lichtwellen nicht hören! Sie sind trotzdem überall um uns rum. Es gibt verschiedene Wellenformen: kurze, mittlere und lange. Jede Farbe hat ihre eigene Länge: Die Farbe Blau hat zum Beispiel ganz kurze, Rot ziemlich lange Wellen. Alle Wellen zusammen ergeben weißes Licht. Wie das Licht der Sonne!

Ein weißer Lichtstrahl fällt durch ein geschliffenes Glasprisma, ändert seine Richtung und spaltet sich in seine bunten Farben auf.

Um uns herum trifft das weiße Sonnenlicht, in dem alle Farben drinstecken, auf alle möglichen Gegenstände. Durch deren Oberfläche gehen manche Wellen einfach hindurch und verschwinden im Inneren. Sie werden verschluckt. Andere Wellen können nicht durch: Sie werden an der Oberfläche zurückgeworfen - das nennt man auch reflektiert. Nur diese Lichtwellen treffen in unsere Augen. Je nach Gegenstand sind es eben manchmal kurze, manchmal lange Wellen - und manchmal eine Mischung.

Der Farben-Check

Auch Checker Tobi wollte herausfinden, was Farben eigentlich sind. Er trifft dafür einen Graffiti-Künstler, stellt selbst Farben her und er checkt, wie wichtig Farben im Tierreich sind.

Teamwork: Auge und Gehirn machen es bunt

Im Auge geht es mit der Verarbeitung der Lichtwellen weiter. Das passiert in den Sinneszellen. Sie liegen im Inneren des Auges. Wenn wir uns im Spiegel anschauen, sehen wir von unserem Auge nur einen kleinen ovalen Ausschnitt: die dunkle Pupille, die blaue, grüne oder graue Iris drumherum und ein bisschen weiße Hornhaut links und rechts davon. Dabei ist unser Auge eigentlich kugelrund und viel größer: ungefähr so groß wie ein Tischtennisball. Innen auf seiner Rückseite liegen ganz bestimmte Zellen - dicht gedrängt: die Sehsinneszellen.

Stäbchen und Zapfen

Die Sehsinneszellen sind winzig: 100 Millionen davon passen in jedes Auge. Es gibt zwei verschiedene Sorten: Stäbchen, damit unterscheiden wir Schwarz und Weiß und alle Grautöne. Farben sehen wir mit den Zapfen. Beide Sehsinneszellensorten sind empfindlich und wachsam: Sobald von irgendwo Lichtwellen ins Auge treffen, schlagen sie Alarm!

Dieser Alarm geht direkt ans Gehirn. Zu dem hat unser Auge nämlich einen heißen Draht: den Sehnerv! Es melden sich aber nicht immer alle Zapfen. Jede Zapfensorte schlägt nur bei einer bestimmten Lichtwellensorte Alarm! Und für alle Farben der Welt brauchen wir nur drei Sorten Zapfen: blau, grün und rot. Den Rest erledigt unser Gehirn: Aus blau, grün und rot mischt es alle Farben zusammen.

Fällt zum Beispiel ganz kurzwelliges Licht ins Auge, melden das die Zapfen für die Farbe blau an unser Gehirn. Fällt auch noch langwelliges Licht auf die Zapfen, melden auch die Zapfen für rot das unserem Gehirn. Wenn sie beide das gleichzeitig tun, mischt unser Gehirn diese beiden Meldungen zusammen - ähnlich wie wir im Farbkasten - und sagt uns: "Der Gegenstand ist lila!"


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