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Blutroter Mond Was passiert bei einer Mondfinsternis?

Am 27. Juli 2018 ist in Deutschland eine totale Mondfinsternis zu sehen: Sie wird als Jahrhundertereignis gefeiert, weil sie mit vier Stunden und 40 Minuten die längste totale Mondfinsternis dieses Jahrhunderts ist. Was genau passiert bei einer Mondfinsternis?

Von: Simone Wichert und Veronika Baum

Stand: 26.07.2018

Illustration zur Entstehung einer Mondfinsternis. | Bild: BR

Drei Himmelskörper sind an einer Mondfinsternis beteiligt: Mond, Erde und Sonne. Der Mond bewegt sich um die Erde, Erde und Mond bewegen sich gemeinsam um die Sonne und die Erde dreht sich auch noch um sich selbst.

Erde und Mond werden von der Sonne angestrahlt. Der Mond leuchtet deswegen für uns normalerweise hell gelblich bis weiß, weil er das Sonnenlicht reflektiert und wir das von der Erde aus sehen. Auch die Erde wird von der Sonne angestrahlt und wirft dabei ihren Schatten ins Weltall. Wenn der Mond auf seiner Umlaufbahn um die Erde durch diesen Erdschatten zieht, die Erde also so zwischen ihm und der Sonne steht, dass die Sonne den Mond nur teilweise oder gar nicht beleuchten kann, gibt es eine Mondfinsternis. Fällt gar kein Sonnenstrahl auf den Mond, spricht man von einer totalen Mondfinsternis. 

Die totale Mondfinsternis vom 27.07.2018 in Zahlen

Dauer der Mondfinsternis: vier Stunden und 40 Minuten
Dauer der totalen Mondfinsternis: 1 Stunde, 42 Minuten, 56 Sekunden
Der Mond tritt in den Kernschatten der Erde ein: Für uns nicht sichtbar. Der Mond steht noch unter dem Horizont.
Mondaufgang (in München): 27. Juli , 20:48:38 Uhr. Der Vollmond geht bereits teilweise verfinstert auf!
Die Sonne geht unter (in München): 27. Juli, 20:56 Uhr
Totale Mondfinsternis beginnt: 27. Juli, 21:30:15 Uhr. Jetzt ist der Mond als "Blutmond" zu sehen.
Maximale Verdunkelung: 27. Juli, 22:21:44 Uhr
Totale Mondfinsternis endet: 27. Juli, 23:13:11Uhr
Der Mond verlässt den Kernschatten der Erde: 28. Juli, 00:19:00 Uhr. Jetzt steht der Mond wieder als Vollmond am Himmel.
Die Sonne geht auf (in München): 28. Juli, 05.44 Uhr
Der Mond geht unter (in München): 28. Juli, 06.07 Uhr

Warum wird der Mond blutrot?

Nur während der totalen Mondfinsternis, wenn der Mond in den Kernschatten der Erde gewandert ist, gibt es den sogenannten "Blutmond". Denn auch wenn die Erde den Mond komplett verdeckt, ist der Mond noch zu sehen, er leuchtet dann nur etwa 10.000 Mal dunkler als sonst. Und das liegt am Streulicht aus der Erdatmosphäre: Langwelliges rotes Licht fällt in den Erdschatten und strahlt den Mond sanft an. Es taucht ihn sozusagen in eine Art "Abendrot". Die Farbe des Blutmondes hängt auch davon ab, wieviel Staub- und Ascheteilchen gerade in der Erdatmosphäre vorhanden sind, es kann deswegen immer wieder ein anderer Rotton sein.

Warum gibt es nicht jeden Monat eine Mondfinsternis?

Immer wenn der Mond - von der Sonne aus gesehen - hinter der Erde vorbeizieht, ist Vollmond. Das macht der Mond alle 28 Tage. Doch es gibt nicht jedes Mal eine Mondfinsternis. Warum? Weil der Mond auf seiner Bahn nicht jedes Mal durch den Schatten der Erde wandert. Meist zieht der Mond etwas ober- oder unterhalb vorbei und wird so voll von der Sonne angestrahlt - und wir sehen ihn als Vollmond am Himmel! Damit es eine Mondfinsternis gibt, müssen Sonne, Erde und Mond genau auf einer Achse liegen. Für den "Mann im Mond" passiert dann übrigens auch ein tolles Naturschauspiel: Die Erde schiebt sich - vom Mond aus gesehen - genau vor die Sonne. Eine Sonnenfinsternis!

Im alten Ägypten galt eine Mondfinsternis als böses Omen - denn "der Himmel hatte den Mond verschluckt" - und das deuteten die Leute damals als Vorbote für Kriege, Krankheiten und andere Katastrophen. Wir dagegen freuen uns heute über dieses seltene Himmelsschauspiel.


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