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Rosch Haschana Jüdisches Neujahrsfest im Herbst

Wenn am 15. September 2023 die Sonne untergegangen ist, endet für Jüdinnen und Juden nicht nur ein Tag. Wenn es dunkel wird, beginnt zugleich ein neuer Tag, ein neuer Monat und ein neues Jahr – das Jahr 5784 im jüdischen Kalender. Immer im Herbst feiern Jüdinnen und Juden ihr Neujahrsfest "Rosch Haschana" - das ist Hebräisch und bedeutet "Kopf des Jahres" - also Jahresanfang.

Author: Veronika Baum

Published at: 17-9-2023

Jüdische Kinder essen in Honig eingetauchte Apfelschnitze. Ein jüdischer Brauch am Neujahrsfest Rosch Haschana. | Bild: picture alliance / AP Images | Will Vragovic

Das Buch des Lebens

Rosch Haschana wird zwei Tage lang gefeiert. Die Neujahrstage sind in der jüdischen Tradition Tage des Erinnerns und Innehaltens. Die Gläubigen schauen zurück, wie sie im vergangenen Jahr gelebt haben und denken über ihre Fehler nach. In ihrer Vorstellung sitzt Gott auf einem Thron und hat ein großes Buch, in dem alle ihre Taten festgehalten sind. In den zehn Bußtagen zwischen Rosch Haschana und dem Versöhnungstag Jom Kippur versuchen Jüdinnen und Juden ihre Beziehung zu Gott zu erneuern. Rosch Haschana ist also auch die Chance auf einen Neuanfang.

Der Tag des Widderhorns: Die Schofar-Trompete

Als Höhepunkt des Neujahrsfestes in der Synagoge gilt das Blasen der Schofar. Dieses uralte Instrument ist aus einem Widderhorn gemacht und wird ähnlich wie eine Trompete gespielt. Der besondere Klang der Schofar soll die Gläubigen dazu ermahnen, sich im kommenden Jahr gottesfürchtig und vorbildlich zu verhalten.

Süßer Brauch: Apfelschnitze mit Honig

Bei der Feier in der Familie spielt das Essen eine große Rolle. Bei Tisch werden Wein und Brot gesegnet.

Das neue Jahr wird dabei mit einem besonderen Brauch begrüßt: Man isst einen Apfelschnitz mit Honig. Der Apfel steht als "vollkommene Frucht" - ohne Anfang und Ende - für die Ewigkeit. Ein Stückchen dieser Ewigkeit wird in den süßen Honig getaucht und gegessen. Dazu wünscht man sich gegenseitig ein "gutes und süßes Jahr". Auf Hebräisch heißt es "Schana Tova".

Der jüdische Kalender

Die Festtage des jüdischen Kalenders richten sich - unter Einbeziehung des Sonnenjahres - nach der Mondbewegung um die Erde. Auch das christliche Osterfest und muslische Feste - wie das Zuckerfest - werden nach dem Mondkalender festgelegt. Nach dieser Einteilung fällt Rosch Haschana in den Herbst - entweder in den September oder in den Oktober. Der Beginn der jüdischen Zeitrechnung ist das Jahr 3761 vor Beginnn des allgemein gültigen Weltkalenders, in dem die Jahre seit der Geburt von Jesus Christus gezählt werden. Im Jahr 2023 beginnt also das jüdische Jahr: 2023 plus 3761 - also 5784.

Das jüdische Jahr und seine Feiertage


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