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Jom Kippur Jüdische Gemeinden feiern Jom Kippur

Jom Kippur ist der höchste jüdische Feiertag. Juden auf der ganzen Welt feiern ihn. Jom Kippur bedeutet "Versöhnungsfest". Es ist ein Fasten- und Ruhetag.

Von: Bernhard Schulz

Stand: 10.10.2019

Jom Kippur ist ein sehr stiller Tag

Die Menora, der siebenarmige Leuchter, ist ein Symbol des Judentums

An diesem Feiertag wollen gläubige Juden zur Ruhe kommen. Sie bleiben daheim bei ihren Familien und besuchen gemeinsam die Synagoge. Sie fasten und verrichten keinerlei Arbeiten. Der Tag gehört ganz dem Nachdenken über das eigene Leben und den Glauben. Viele Juden hören an diesem Tag auch kein Radio und lassen Fernseher und Internet ausgeschaltet. Jom Kippur ist ein besinnlicher Tag, an dem sie sich mit Gott und mit ihren Mitmenschen versöhnen wollen.

Jom Kippur am 9.10.2019

Die Synagoge von Halle an der Saale.

An diesem Tag hat ein 27-jähriger Mann in Halle an der Saale versucht, die Synagoge zu überfallen. Nachdem er die Türe des jüdischen Gotteshauses nicht öffnen konnte, erschoß er einen Menschen, der zufällig auf der Strasse unterwegs war. Auch in einem benachbarten Döner-Imbiss gab es ein Todesopfer. Zwei weitere Menschen wurden durch Schüsse vom Täter verletzt.
Die Gläubigen, die in der Synagoge waren, hatten Glück. Der Mörder kam nicht durch die verschlossene Türe.

Wer ist der Attentäter und warum hat er es getan?

Bei dem Mörder handelt es sich um einen jungen deutschen Mann, der offensichtlich politisch rechtsextrem und rassistisch eingestellt ist. Rechtsextreme und Rassisten glauben, dass Ausländer in Deutschland keinen Platz haben sollten und dass Menschen mit deutschen Vorfahren mehr wert sind, als andere.

Eine besondere Form des Rassismus ist der Antisemitismus, der gegen jüdische Menschen gerichtet ist.

Rassismus? Was soll das?

Rassismus ist ungerecht und dumm. Denn ob ein Mensch schlau, fleissig, gerecht oder liebenswert ist, liegt immer an dem Menschen selbst und nie an seiner Herkunft, seiner Hautfarbe oder seiner Religion.

Judentum und jüdisches Leben

Das Judentum gehört ganz selbstverständlich zu Deutschland. Viele Deutsche sind jüdischen Glaubens.

Juden gibt es auf der ganzen Welt. Das Judentum ist eine Religion. Es hat nichts mit Hautfarbe, Geburtsort, Staatszugehörigkeit oder Abstammung zu tun. Allerdings begreifen viele Juden den Staat Israel als ihre Heimat. In Deutschland leben ungefähr 100.000 Menschen jüdischen Glaubens. In Bayern gibt es 13 jüdische Gemeinden mit etwa 9.000 Gläubigen. Jüdisches Leben gehört ganz selbstverständlich zu Deutschland und zwar schon immer. Sogar in römischer Zeit, vor etwa 2000 Jahren, lebten Juden in Köln und anderen Städten. Damals gab es ein Deutschland, so wie wir es kennen, noch gar nicht. Im Mittelalter gab es in vielen Städten jüdische Wohnviertel, zum Beispiel in Regensburg.

Gettos, Pogrome und Schoa

Juden wurden oft benachteiligt. Sie waren immer in der Minderzahl und mussten in eigenen Vierteln wohnen, den Gettos. Sie durften viele Berufe nicht ausüben und wurden oft misstrauisch beäugt. Wenn etwas Schlimmes passiert war, zum Beispiel eine Seuche um sich griff, wurden oft die Juden beschuldigt, sie hätten die Seuche verursacht. Auch wenn das völlig unsinnig war, denn die Juden starben ja genauso an dieser Seuche. Trotzdem kam es wegen Vorurteilen und Verdächtigungen immer wieder zu sogenannten Pogromen. Dabei wurden Juden getötet, vertrieben und ihr Eigentum geraubt oder zerstört.

Zu Pogromen kam es nicht nur in Deutschland zu allen Zeiten.

Die schrecklichsten Judenverfolgungen gab es während der Nazi-Diktatur in Deutschland. Sie werden Schoa oder Holocaust genannt. Die Nazis töteten dabei über sieben Millionen Menschen: Nicht nur Juden, sondern auch viele andere, die sie aus verschiedenen Gründen nicht mochten. Diesen wahnsinnigen Massenmord verherrlichen die Rechtsextremen bis heute.

Der jüdische Kalender

Der jüdische Kalender ist ein Mondkalender. Er richtet sich nicht nach der Sonne, so wie der normale Kalender, nach dem wir unser Jahr einteilen. Deswegen ist auch Jom Kippur zwar immer im Herbst, im September oder Oktober, aber nie am genau gleichen Datum. Es wird jedes Jahr neu errechnet, an welchem Datum es stattfindet. Beim christlichen Osterfest ist das übrigens genauso.

Das jüdische Jahr und seine Feiertage


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