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Gorilla Sanftmütiger Menschenaffe aus dem Urwald

Gorillas sind die größten Menschenaffen. Der männliche Anführer einer Gorilla-Großfamilie kann bis zu 200 Kilogramm schwer sein. Anders als in Filmen wie "King Kong" dargestellt, sind Gorillas aber ganz sanftmütige Vegetarier. Ihr größter Feind ist der Mensch, der ihren Lebensraum zerstört.

Von: Mischa Drautz und Veronika Baum

Stand: 27.02.2019

Gorillas sind die größten Menschenaffen, die auf der Erde leben. Sie können etwa so groß werden wie ein Erwachsener und bis zu 200 Kilogramm wiegen. Es gibt zwei verschiedene Gorillaarten: Westliche Gorillas sind bräunlich und leben im Regenwald oder in Sumpfgebieten in Zentralafrika. Östliche Gorillas haben noch dunkleres, fast schwarzes Fell und leben in den Bergregionen Zentralafrikas. Bei allen älteren Männchen wird das Rückenfell im Alter heller. Deswegen spricht man oft von "Silberrücken-Gorillas". So ein Silberrücken ist der Anführer einer Gruppe. Zu ihr gehören meist noch mehrere Gorilla-Weibchen, ihr Nachwuchs und wenige junge Männchen. Insgesamt leben meistens so zwischen acht und 20 Gorillas in einer Großfamilie zusammen.

Bedrohte Riesen

Auf den Spuren der Berggorillas / Tierreporterin Anna ist im afrikanischen Uganda unterwegs, auf der Suche nach Berggorillas | Bild: BR/TEXT + BILD Medienproduktion GmbH & Co. KG zum Video Anna und die wilden Tiere Auf den Spuren der Berggorillas

Tierreporterin Anna ist im afrikanischen Uganda unterwegs. Ihr Ziel: ein Besuch bei den Berggorillas, den größten lebenden Affen unseres Planeten. Mit dabei: die Biologin Ingrid und Ranger David, der sich im tropischen Nebelwald bestens auskennt. [mehr]

Gorillas leben im Regenwald und bauen sich jede Nacht aus Pflanzen ein neues Schlafnest auf dem Waldboden, manchmal auch auf einem Baum. Gorillas sind nämlich gute Kletterer, auch wenn sie fast nur auf dem Boden unterwegs sind.

Übrigens: Jeder Gorilla hat einen einzigartigen Nasenabdruck – so wie bei Menschen der Fingerabdruck einzigartig ist. Leider sind Gorillas weiterhin vom Aussterben bedroht, weil ihr Lebensraum immer mehr zerstört wird und weil Menschen die Tiere jagen und töten.

Gorillas Steckbrief

Lateinischer Name: Gorilla
Arten: Westlicher Flachlandgorilla, Cross-River-Gorilla, Östlicher Flachlandgorilla, Berggorilla
Größe: zwischen 1,25 bis 1,75 Meter
Gewicht: Von 70 Kilogramm (Weibchen) bis 200 Kilogramm (Männchen)
Alter: 20 bis 40 Jahre
Verwandte: Orang-Utans und Schimpansen (Familie der Menschenaffen)
Lebensraum: Regenwälder in Zentralafrika
Nahrung: vorwiegend Pflanzenfresser
Besonderheiten: Gorillas sind die größten lebenden Affen.
Bestand: Berggorillas sind weiterhin vom Aussterben bedroht, auch wenn sich der Bestand aktuell leicht erholt hat.

Ein besonderer Hinterkopf

Bekannt sind Gorillas auch für ihren extrem ausgeprägten Hinterkopf. Ihr Kopf sieht also nicht rund, sondern eiförmig aus. Der Kopf ist deshalb so groß und lang, weil er über Muskeln den besonders großen und schweren Kiefer halten muss. Gorillas haben nämlich besonders kräftige Kiefer, weil sie damit ihre oft harte Nahrung zermahlen können müssen. Sie sind Vegetarier und fressen am Tag bis zu 30 Kilogramm Blätter, Wurzeln und Baumrinde. Wenn es Gemüse und Obst zu finden gibt, umso besser! Hör dir an, was radioMikro-Reporter Mischa Drautz im Münchner Tierpark Hellabrunn gemeinsam mit Tierpflegerin Marion Tüllmann über die Hinterköpfe der Gorillas herausgefunden hat.

Gähn und rülps! So unterhalten sich Gorillas

Affenforscher haben auch versucht herauszufinden, wie Affen sich mitteilen. Man glaubt zum Beispiel zu wissen, dass Gorillas nervös sind, wenn sie gähnen. Oft knüpfen sie untereinander Kontakt, indem sie sich anrülpsen. Wenn ein Gorilla einem anderen zeigen will, dass er stark ist, trommelt er sich mit den Fäusten auf die Brust und wirft mit Pflanzen um sich. Das Auf-die-Brust-Trommeln machen Gorillas manchmal aber auch einfach zur Begrüßung.


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