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Auf der Internationalen Raumstation Forschungslabor - Das "Columbus-Modul" der ISS

Auf der Internationalen Raumstation gibt es mehrere Module. Ein "Modul" ist sowas wie das Zimmer einer Raumstation. Es gibt Module zum Essen, zum Schlafen, für den Transport und zum Arbeiten. Im "Columbus-Modul" wird geforscht.

Von: Michaela Bold

Stand: 06.01.2019

Modell des Columbus-Moduls der ISS bei der Deutschen Luft- und Raumfahrtgesellschaft in Oberpfaffenhofen. | Bild: DLR

Als ob er im Weltraum umherschweben würde: Reporterkind Leander.

Das "Columbus-Modul" ist ein fliegendes Forschungslabor, hier führen die Astronauten auf der Internationalen Raumstation Experimente durch. Es gibt noch zwei andere Forschungsmodule auf der ISS. Eines ist amerikanisch und heißt "Destiny", eins kommt aus Japan und heißt "Kibo PM". "Columbus" ist der Beitrag der Europäer zur Internationalen Raumstation. Auch Alexander Gerst hat hier gearbeitet.

Kontrolle aus Oberpfaffenhofen

Das Columbus-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen in Bayern.

Seit fast 11 Jahren ist das Columbus-Modul schon an der Internationalen Raumstation angedockt. Gestartet ist es damals von Bremen aus, überwacht wird es vom Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen. Das Kontrollzentrum ist ein großer Raum mit vielen Schreibtischen und Computern und riesigen Leinwänden, auf denen man sehen kann, was gerade im Columbus-Modul auf der ISS passiert.

Auf einigen der Leinwände sieht man Livebilder von der ISS, aus dem Inneren des Columbus-Moduls zum Beispiel, aber auch von der ISS von außen.

Auch Astronauten haben Stundenpläne

Auch Reporterkind Xaver hat sich "im Weltraum" fotografieren lassen.

Auf einer anderen Leinwand sieht man den "Stundenplan" aller Astronauten. Auf dem steht genau, wer gerade an welchem Experiment arbeitet, wann eine Versorgungskapsel ankommt, die Dinge von der Erde bringt, aber auch, wann alle Mittagessen gehen können und frei haben. Dieser Stundenplan wird mehrmals am Tag überarbeitet. 

Forschungshilfe von der Erde aus

Das Columbus-Kontrollzentrum verfolgt den Start von Alexander Gerst zur ISS.

Die Leute, die im Kontrollzentrum arbeiten, können auch überprüfen, ob alle Geräte im Modul richtig funktionieren. Wenn ihnen auffällt, dass es ein Problem gibt, dann können sie mit den Astronauten auf der ISS sprechen und so etwas sagen wie: "Wir haben hier unten gemerkt, dass bei euch etwas nicht stimmt. Schaut euch das doch mal genauer an."

Vom Kontrollzentrum aus kann man auch manche Dinge direkt steuern, zum Beispiel die Klimaanlagen. So können die Leute auf dem Boden den Astronauten Arbeit abnehmen, weil die sich dann nicht um solche "Kleinigkeiten" kümmern müssen, sondern sich ganz und gar auf ihre Experimente und Forschungen konzentrieren können.

Mit Weltraumregalen und Halteschlaufen

Im Inneren des Columbus-Moduls.

Das Columbus-Modul sieht aus wie eine riesige umgekippte Milchkanne. Es ist fast sieben Meter lang und etwa vier Meter im Durchmesser. Innen ist es ziemlich eng. Es ist nämlich vollgepackt mit sogenannten "Racks", das sind ganz spezielle Weltraumregale. Die sehen ein bisschen so aus wie die Trollys, die Flugbegleiter durch ein Passagierflugzeug schieben und in denen das Essen und die Kopfhörer drin sind. Nur ohne Rollen natürlich, die braucht man in der Schwerelosigkeit nicht. In diesen Weltraumregalen befinden sich die Geräte, die man für die Experimente braucht und alle Maschinen, die dafür sorgen, dass die Astronauten im Weltall überleben können. Sie sind rundherum an den Wänden eingebaut und sogar an der Decke.

Außerdem gibt es im Columbus-Modul überall Haltestangen an den Wänden wie im Bus und Schlaufen am Boden. In die können die Astronauten die Füße einhängen, damit sie nicht davonschweben, wenn sie die Hände nicht frei haben, um sich festzuhalten. Tische, um Dinge abzulegen, gibt es nicht. Wenn ein Astronaut ein Werkzeug kurz mal nicht mehr braucht, dann kann er es einfach neben sich in die Luft stellen.

 


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