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Die Immunschwächekrankheit geht jeden an - immer noch

Stand: 26.11.2020

ARCHIV - 30.11.2018, Nepal, Kathmandu: Aktivisten stellen auf einer Veranstaltung im Vorfeld des Welt-Aids-Tags Kerzen auf, die eine rote Schleife formen - ein weltweit anerkanntes Symbol für die Solidarität mit HIV-Infizierten. (Zu dpa «UNAIDS: Corona-Pandemie ist Rückschlag für Kampf gegen HI-Virus») Foto: Skanda Gautam/ZUMA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Bild: dpa-Bildfunk/Skanda Gautam

In Sachen HIV und AIDS kann immer noch keine Entwarnung gegeben werden. Das Robert-Koch-Institut lieferte am 26. November 2020 die Zahlen für das Jahr 2019. Eine Erhebung von Zahlen zu HIV-Neuinfektionen oder zu Menschen, die in Deutschland mit dem HI-Virus leben, ist nicht leicht zu erstellen. Deswegen können sie nur mithilfe von Modellrechnungen abgeschätzt werden, so das RKI. Denn gut bei der Hälfte der Betroffenen wird eine Infektion mit einem fortgeschrittenen Immundefekt oder erst mit dem Vollbild AIDS diagnostiziert.

Zahlen und Fakten des RKI

  • Ende 2019 betrug die Zahl der Menschen mit einer HIV-Infektion in Deutschland 90.700.
  • 10.800 HIV-Infektionen waren bis dahin noch nicht diagnostiziert und die Betroffenen lebten ohne Kenntnis ihrer Infektion. Dieser Wert ist relativ konstant seit dem Jahr 2008.
  • Geschätzt haben sich 2.600 Menschen neu mit HIV infiziert. Dabei sind Menschen aus Deutschland und mit deutscher Herkunft erfasst, die sich im Ausland mit HIV infiziert haben. Das ist eine leichte Steigerung um 100 Betroffene zum Jahr 2018.
  • Der Anteil der Menschen, die mit HIV diagnostiziert sind und wie in den HIV-Behandlungsleitlinien empfohlen eine antiretrovirale Therapie erhalten, ist von 80 Prozent im Jahr 2006 auf 96 Prozent 2019 angestiegen.
  • Der Anteil erfolgreicher Therapien erhöhte sich leicht und liegt bei etwa 96 Prozent, so das RKI.

Wer ist von HIV in Deutschland betroffen?

In Deutschland leben die meisten HIV-Infizierten in den Großstädten. Immer noch sind vor allem Männer betroffen, die Sex mit Männern haben, aber immer wieder stecken sich auch Frauen an. Meist wird bei ihnen erst spät ein AIDS-Test gemacht. Ein großes Versäumnis, denn je früher eine HIV-Infektion entdeckt und behandelt wird, desto besser sind die Aussichten, trotz Infektion lange zu leben.

HIV und AIDS weltweit

Weltweit lebten nach Angaben des UN-AIDSprogramms UNAIDS im Jahr 2019 fast 38 Millionen Menschen mit HIV, davon 1,7 Millionen Neuinfektionen. 690.000 Menschen sind an den Folgen gestorben.

HIV in Zeiten von Corona

Die Vereinten Nationen warnen vor Rückschlägen im Kampf gegen HIV/AIDS durch die Corona-Pandemie. Wegen der Lockdowns in vielen Ländern könne es in diesem Jahr bis zu 293.000 zusätzliche HIV-Infektionen und 148.000 zusätzliche AIDS-Tote geben, warnt Winnie Byanyima, Exekutivdirektorin von UNAIDS. Denn die Gesundheitsdienste vieler Länder seien durch den Kampf an zwei Fronten stark belastet oder der Einsatz unterbrochen.

Wachsende Bedrohung durch HIV: Die Ursachen sind vielfältig

Zum einen haben in vielen Ländern Lockdowns und Schulschließungen dazu geführt, dass Vergewaltigungen zugenommen haben - und sexuelle Gewalt sei ein Haupttreiber der HIV/AIDS-Pandemie, so Byanyima. Zudem zeige sich, dass weniger Menschen zu AIDS-Tests und zu Behandlungen kämen. Das führe zu einer lebensgefährlichen Schwächung des Immunsystems. Außerdem könne so das HI-Virus wieder verbreitet werden.

Therapierte Menschen geben das Hi-Virus nicht weiter

Das Hi-Virus vermehrt sich im Körper nicht weiter, wenn Betroffene therapiert werden und Medikamente nehmen. Die Viruslast im Blut reduziert sich nach einiger Zeit so sehr, dass das Virus im Blut nicht mehr nachweisbar ist. Damit ist es dann auch nicht mehr übertragbar - auch beim Sex nicht.

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