Wissen


308

Weltbevölkerung Mehr als 7,7 Milliarden Menschen auf der Welt

Mehr als 7,7 Milliarden Menschen bevölkern derzeit die Erde. Und in jeder Sekunde werden es mehr. Bis zum Ende des Jahrhunderts könnte die Weltbevölkerung fast elf Milliarden betragen.

Stand: 11.07.2019

Wachsende Weltbevölkerung: Chinesische Badegäste drängen sich an einem heißen Tag in einem Salzwasserpool. | Bild: picture-alliance/dpa

Mehr als 7,7 Milliarden Menschen leben Mitte Juli 2019 auf der Erde. Im Jahr 2050 werden es laut der UN-Bevölkerungsprojektion 2019 rund 9,7 Milliarden Menschen sein und im Jahr 2100 sollen 10,9 Milliarden Menschen auf der Erde leben.

Das bedeutet: Pro Jahr wächst die Zahl der Menschen auf der Erde um 82 Millionen. Das entspricht etwa der Einwohnerzahl Deutschlands. Besonders hoch sind die Geburtenraten in Ländern in Afrika südlich der Sahara. Das starke Bevölkerungswachstum dort behindert die soziale und politische Entwicklung und belastet Natur und Umwelt. Allerdings ist in diesen Ländern der Pro-Kopf-Ausstoß an klimaschädlichen Gasen wie Kohlendioxid im Vergleich zu den reichen Ländern auf der Nordhalbkugel verschwindend gering.

20 Milliarden Menschen bis zum Ende des Jahrhunderts?

11. Juli - Weltbevölkerungstag

Am 11. Juli 1987 gab es fünf Milliarden Menschen auf der Erde. Das nahmen die Vereinten Nationen zum Anlass, den Internationalen Weltbevölkerungstag einzuführen. Nicht aus Freude, sondern um das weitere Wachstum möglichst zu bremsen.

2018 lebten mehr als 7,6 Milliarden Menschen auf der Erde. Das sind rund 2,6 Milliarden mehr als dreißig Jahre davor. Würde sich dieses Wachstum völlig ungebremst fortsetzen, wären es bis zum Jahr 2100 rund zwanzig Milliarden Menschen. Davon gehen die Vereinten Nationen jedoch nicht aus: Die UN-Bevölkerungsprojektion 2019 hat die Zahl für das 2100 sogar von bisher 11,2 Milliarden Menschen auf nun 10,9 Milliarden reduziert.

Sinkende Geburtenraten

Grund für das abgeschwächte Bevölkerungswachstum sind die sinkenden Geburtenraten. Bekam eine Frau um 1950 im weltweiten Durchschnitt fünf Kinder, waren es im Jahr 1990 noch 3,2 Kinder. 2019 liegt die Zahl der Kinder bei 2,5 und soll bis 2050 auf 2,2 Kinder sinken. Bei etwa zwei Kindern pro Frau wäre die sogenannte "Erhaltungsrate" erreicht. Sinkt die Geburtenrate wie angenommen unter diesen Wert, wird die Weltbevölkerung langsam wieder abnehmen.

Rasantes Bevölkerungswachstum

Verlauf der Bevölkerungszahlen seit 1800

Der explosionsartige Anstieg der Weltbevölkerung ist ein Phänomen der jüngeren Zeit. Vor 8.000 Jahren, zum Ende der letzten Eiszeit, lebten nach Schätzungen des unabhängigen Population Reference Bureaus auf unserem Planeten nur rund fünf Millionen Menschen. Vor 2.000 Jahren waren es rund 300 Millionen. Rasant wurde der Anstieg erst ab Mitte des 18. Jahrhunderts, nachdem die erste Milliarde erreicht war. Zwei Milliarden Menschen gab es im Jahr 1927, drei Milliarden 33 Jahren später im Jahr 1960. Bis zur vierten Milliarde dauerte es dann nur noch 14 Jahre (1974). 1987, nur 13 Jahre später, wurde die fünfte, 1999 die sechste Milliardengrenze überschritten. Am 31. Oktober 2011 wurde der siebenmilliardste Mensch geboren.

Geburtenrate in Entwicklungsländern deutlich höher

In vielen Ländern ist schon heute die Geburtenrate weitaus niedriger: Eine europäische Frau bekommt im Durchschnitt nur 1,59 Kinder in ihrem Leben, in Deutschland lag die Geburtenrate 2017 bei 1,57. In den ärmsten Regionen der Welt, etwa in den südlich der Sahara gelegenen Ländern Afrikas, bekommen Frauen im Schnitt 4,6 Kinder. Nicht nur, weil Kinderreichtum vermeintlich eine Absicherung fürs Alter darstellen könnte, sondern auch, weil Frauen sehr jung heiraten und Mütter werden.

Junge Mütter

  • Jedes dritte Mädchen in einem Entwicklungsland ist im Alter von 18 Jahren schon verheiratet.
  • Jedes fünfte Mädchen in einem Entwicklungsland ist im Alter von 18 Jahren bereits Mutter.
  • Jeden Tag bekommen 20.000 Mädchen unter 18 ein Kind.

Zudem kann jede vierte Frau in einem Entwicklungsland nicht verhüten, obwohl sie will, erläutert die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW). Unterdrückung, fehlende Verhütungsmittel oder mangelndes Wissen seien die Ursache für etwa 74 Millionen ungewollte Schwangerschaften pro Jahr.

Jahr 2100: Zehn Milliarden Menschen in den Entwicklungsländern

Dennoch sinkt auch in Afrika die Geburtenrate, aber viel zögerlicher als bei uns: 1960 lag die Geburtenrate in den Sub-Sahara-Staaten noch bei 6,6 Kindern pro Frau, heute sind es "nur" noch knapp fünf - so viele, wie bei uns Ende des 19. Jahrhunderts. Das führt dazu, dass sich die dortige Bevölkerung bis zum Jahr 2050 von heute rund einer Milliarde Menschen auf voraussichtlich 2,2 Milliarden Menschen mehr als verdoppeln wird – mit einem hohen Anteil junger Menschen.

Wenn die Welt ein Dorf wäre - heute und 2050

Wenn die Welt ein Dorf mit nur 100 Einwohnern wäre, kämen im Jahr 2018 davon 60 aus Asien, 16 aus Afrika, zehn aus Europa, acht aus Lateinamerika, fünf aus Nordamerika und einer aus Ozeanien. Und im Jahr 2050 würden in dem Dorf schon 129 Menschen leben.

Die größten Städte weltweit

Stadtmenschen

Die Weltbevölkerung ist zumeist urban: Schon seit 2007 lebt die Mehrheit der Menschen in Städten oder Metropolregionen. 2018 waren es 55 Prozent der Weltbevölkerung. Der Trend wird sich noch fortsetzen: Im Jahr 2050 werden vermutlich siebzig Prozent der Menschheit in der Stadt leben, schätzen die Vereinten Nationen. 2018 gibt es weltweit 548 Millionenstädte. In 33 Städten übersteigt die Bevölkerungszahl die Zehn-Millionen-Grenze.

Metropolregion Tokio (Japan)

Tokio ist mit seinen Vorstädten die größte Metropolregion der Welt. Hier leben mehr als 39,8 Millionen Menschen – und zwar auf extrem engem Raum. Auf jeden Quadratkilometer kommen mehr als 6.000 Menschen. (Stand 2017)

Jakarta (Indonesien)

Noch viel dichter ist es in der indonesischen Hauptstadt Jakarta: über 14.500 Menschen pro Quadratkilometer leben hier, mehr als 31 Millionen insgesamt. In den Vorstädten und Slums Jakartas sind die Bevölkerungszahlen regelrecht explodiert.

Delhi (Indien)

In der Metropolregion von Indiens Hauptstadt Neu-Delhi gibt es knapp 28 Millionen Menschen. Indien ist auf dem Weg zum bevölkerungsreichsten Land. Momentan liegt es noch hinter China mit 1,378 Millionen Einwohnern Mitte 2016. Doch der Abstand wird immer kleiner und laut Prognosen wird es zukünftig mehr Inder als Chinesen geben.

Seoul, Manila, Mumbai, Karatschi und Shanghai

Südkoreas Hauptstadt Seoul hat mehr als 23 Millionen Einwohner. Mit je fast 23 Millionen Einwohnern folgen die Mega-Metropolregionen Manila, die Hauptstadt der Philippinen, das indische Mumbai, Karatschi in Pakistan sowie Shanghai (China).

Mehr als 20 Millionen: New York, São Paulo, Peking, Mexiko-Stadt

Auf Platz 9 bis zwölf der größten Metropolregionen folgen mit mehr als 20 Millionen Einwohnern: New York in den Vereinigten Staaten, São Paulo in Brasilien, Chinas Hauptstadt Peking sowie Mexikos Hauptstadt Mexiko-Stadt.


308