5

Sternschnuppen Keine fallenden Sterne!

In klaren Nächten kann man am Himmel Sternschnuppen beobachten: Angeblich lassen sie geheime Wünsche wahr werden. Aber woher kommen die Lichtblitze? Wie entstehen sie? Und sind Sternschnuppen wirklich fallende Sterne? Wir erklären, wie es zu dem kurzen Feuerwerk am Nachthimmel kommt!

Von: Ursel Böhm

Stand: 24.06.2019

Sternenhimmel über dem Dachstein und dem Filzmooser Tal zur Zeit der höchsten Sternschnuppen Dichte vom Rossbrand aus gesehen. | Bild: picture-alliance/dpa

Sternschnuppen sind keine fallende Sterne oder Teilchen davon. Sterne sind riesige, glühende Gasbälle, so wie unsere Sonne oder sogar noch größer. Sterne sehen nur so klein aus, weil sie viele Lichtjahre von uns entfernt sind. Sternschnuppen dagegen sind wirklich erstaunlich klein: Es sind oft nur ein paar Millimeter große Teilchen oder Steinchen, die aus unserem Sonnensystem stammen. Mit einer Riesengeschwindigkeit fallen sie auf die Erde, weil sie von ihr angezogen werden. Während die Schnuppen dann durch die Erdatmosphäre – also die Luft, die die Erde umgibt – fliegen, werden sie und die Luft durch ihre starke Reibung so erhitzt, dass es leuchtet. Und wenn wir Glück haben, können wir am Himmel diese schönen Leuchtspuren sehen. 

Wie entsteht der Lichtblitz?

Wenn wir die Hände aneinander reiben, werden sie warm. Auch Schnuppe und Luft reiben aneinander, allerdings so viel stärker, dass es nicht nur warm wird, sondern sogar leuchtet! Sternschnuppen rasen schließlich mit einer Geschwindigkeit von über 200.000 Stundenkilometern in Richtung Erde. Von München nach Nürnberg bräuchten sie gerade mal drei Sekunden.

Woher kommt der Name "Sternschnuppe"?

In klaren Nächten kann man am Himmel nicht nur das leuchtende Band der Milchstraße sehen: Wer Glück hat, sieht eine Sternschnuppe!

Früher hat man sich erzählt, dass die Engelchen immer die Sterne putzen, damit sie am Himmel schön hell leuchten. Manchmal soll dabei ein kleines Stückchen abgefallen und als Sternschnuppe zur Erde gefallen sein. Die kleinen, glühenden Stückchen, die beim Dochtabschneiden von Kerzen wegfielen, nannte man auch "Schnuppe". Daher der Name: Sternschnuppe.

Sind Sternschnuppen Abfall?

Sternschnuppen bestehen aus unterschiedlichem Material. Zum Beispiel aus Teilchen, die durch Zusammenstöße von Miniplaneten abbrechen. Und manchmal sind Sternschnuppen tatsächlich nichts anderes als Abfall: Reste von Kometen, diesen Eis- oder Staubbrocken, die durchs All rasen. Und zwar wenn ein Komet seine Bahn um die Sonne zieht und die Erde auf ihrem Weg um die Sonne durch diese Kometenbahn fliegt. Dann fallen viele Überreste, die ein Komet auf seinem Weg hinterlassen hat, auf die Erde - als Sternschnuppen. 

Fundstücke vom Himmel auf der Erde: Meteroriten

So könnte es aussehen, wenn ein Meteorit auf die Erde zurast. Zum Glück nur eine Fotomontage!

Manchmal kommt es sogar vor, dass man auf die Erde gefallene Sternschnuppen finden kann. Allerdings nur in Form von metallischen Steinbrocken. Die heißen Meteoriten. Am Himmel sind das dann die ganz großen, ganz hellen Schnuppen - auch "Feuerkugeln" genannt. Sie können sogar faustgroß oder noch größer sein. Und ganz selten kann man sie leicht donnern hören.

Besondere Sternschnuppennächte

Der Sternenregen der "Perseiden" hat seinen Ursprung im Sternbild "Perseus" - daher der Name.

Es gibt mehrmals im Jahr sogenannte Sternschnuppenströme. Da fallen besonders viele Sternschnuppen auf die Erde. Der Grund ist dann die Nähe der Erde zu einer bestimmten Kometenbahn. Mitte April beginnt ein solcher Sternschnuppenstrom: die "Lyriden". Sie heißen so, weil sie scheinbar aus dem Sternbild der Lyra (lat. Leier) kommen. Am meisten Chancen, viele Sternschnuppen zu sehen, hat man um den 11. und 12. August. Da kommen die Perseiden. Pro Stunde können dann bis zu hundert Sternschnuppen fallen. Auch im Winter kann man Glück haben: Um den 14. Dezember erreicht der Meteorstrom der Geminiden seinen Höhepunkt.


5