13

Sterne und Sternbilder Warum haben manche Sternbilder so abgedrehte Namen?

An den Sternenhimmel hat jeder schon mal geschaut – und dabei vielleicht versucht, den hellsten Stern oder sonst etwas Spannendes zu erkennen. Kennt und erkennt ihr die Sternbilder und wisst ihr, woher sie ihre Namen haben?

Von: Mischa Drautz

Stand: 17.01.2018

Die Sternbilder Großer Bär (Großer Wagen, oben) und Kleiner Bär (Kleiner Wagen, darunter) am Sternenhimmel. Blickrichtung nach Norden. | Bild: imago/Leemage

Die alten Ägypter haben am Himmel die Tierkreissternbilder entdeckt, die man auch heute noch als Sternzeichen kennt: Fisch, Widder oder Steinbock. Auch Indianer, Chinesen und andere alte Völker haben sich schon vor langer Zeit ihre Sternbilder zusammengereimt.

Vor etwa einhundert Jahren hat sich dann die Internationale Astronomische Union gegründet. Diese hat aus all den Sternbildern 88 Stück ausgewählt: Das sind heute die offiziellen 88 Sternbilder. Von diesen kennt man aber eigentlich nur die berühmtesten: zum Beispiel den Großen und Kleinen Bären, die in Deutschland auch Großer und Kleiner Wagen genannt werden. Doch schaut man sich die lange Liste der Sternbilder genau an, stellt man fest: Es gibt welche mit lustigen Namen wie Luftpumpe, Delphin oder Giraffe. Aber woher stammen diese Namen? 

Technische Geräte als Sternbilder

Jede Menge Sternbilder mit komischen Namen am Nördlichen Sternenhimmel!

Das Sternbild Luftpumpe kann man nachts sogar hier in Deutschland am südlichen Horizont erkennen. Mit den meisten Sternbildern ist das aber so eine Sache. Man muss schon sehr viel Phantasie haben, um aus den Sternen ein Bild herauszulesen. Die Luftpumpe als Sternbild hat vor etwa 250 Jahren ein Seefahrer entdeckt. Damals haben Seefahrer mit dem Schiff viele neue Gegenden erkundet, neue Sterne gesehen und sich dann Bilder dazu ausgedacht. Und weil Seefahrer anscheinend ziemliche Technikfans waren, haben sie den Sternbildern oft Namen von technischen Geräten gegeben: Ein Sternbild heißt deswegen eben Luftpumpe, aber es gibt auch noch Sternbilder mit dem Namen KompassTeleskop oder Mikroskop.

Poseidons Boten am Himmel

Ein weiteres Sternbild mit einem ungewöhnlichen Namen ist der Delphin. Dieses Sternbild kannten schon die Griechen in der Antike. Es setzt sich aus etwa zehn Sternen zusammen, die man sehen kann. Auf den ersten Blick schauen die Sterne verbunden zwar eher wie ein Flugdrachen aus, den man im Wind steigen lässt, aber mit ein bisschen Vorstellungskraft kann man auch einen Delphinkörper mit langem Flossenschwanz erkennen – und "Delphin" ist natürlich ein schöner Name für ein Sternbild. Die Griechen wussten auch eine Geschichte zu erzählen, warum ein Delphin am Himmel zu sehen ist: Delphine waren die Boten des griechischen Meeresgottes Poseidon. Irgendwann einmal wurde der Sohn des Poseidon auf einer Schifffahrt von der Besatzung überfallen und stürzte über Bord. Ein Delphin rettete den Sohn – und aus Dankbarkeit wurde der Delphin dann von den Göttern an den Himmel gesetzt.

Phantasievolle Kartographen

Doch nicht nur griechische Sagen oder abenteuerlustige Seefahrer sind für unsere heutigen Sternbilder verantwortlich, sondern auch die Kartenmacher. Das Sternbild der Giraffe gibt es vermutlich nur deshalb, weil ein holländischer Kartenmacher vor etwa vierhundert Jahren eine Lücke auf seiner Karte irgendwie ein bisschen zu groß fand. Also ergänzte er auf seiner Karte einfach eine Giraffe. Versucht man das Sternbild zu erkennen, sieht man selbst bei bestem Willen vielleicht einen Stuhl, aber keine Giraffe. Doch warum hat sich trotzdem der Begriff "Giraffe" durchgesetzt? Einfach weil die anderen Kartenmacher später die Giraffe in ihren Karten übernommen haben. Und mittlerweile zählt die Giraffe ganz automatisch zu den traditionellen Sternbildern.


13