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Sprache von Tieren Können sich Tiere unterhalten?

Hört man Tieren zu, dann klingt es manchmal so, als würden sie sich miteinander unterhalten: Die eine Katze miaut, die andere maunzt zurück, dann schnurren beide. Erzählt da eine Katze der anderen, was sie draußen bei der Jagd nach Mäusen so erlebt hat? Und fragt die andere Katze vielleicht zurück, ob sie von der Maus was abhaben kann? Können sich Tiere so richtig miteinander unterhalten? Wir erzählen dir mehr über die Sprache von Eichelhäher, Elefant, Wal und Ameise.

Author: Kathrin Reikowski und Veronika Baum

Published at: 18-1-2023

Was ist "Sprache" bei Tieren?

Zunächst müssen wir klären, was "Sprache" bei Tieren eigentlich ist. Eine echte Unterhaltung wie bei uns Menschen ist zwischen Tieren grundsätzlich nicht möglich. Sich unterhalten, Witze oder eine Geschichte erzählen – das können Tiere eher nicht. Aber im Tierreich können unter Artgenossen, also beispielsweise zwischen zwei Katzen, sehr wohl so etwas wie Nachrichten ausgetauscht werden. Tiere können also wichtige Infos an ihre Artgenossen weitergeben. Und diese Infos können sogar andere Tiere hören, sehen, spüren oder riechen. In den allermeisten Fällen geht es bei diesem Austausch von Nachrichten um Dinge, die gerade jetzt passieren. Also um eine greifbare Gefahr, eine ganz bestimmte Wasser- oder Nahrungsquelle oder um ein eindeutiges Angebot: Schaut mal, wie toll ich bin.

Der Eichelhäher: Ein Warnruf für alle

Den Ruf des Eichelhähers verstehen sogar Tiere anderer Tierarten. Wenn der kleine Vogel mit dem blauen Streifen auf dem Flügel im Wald ein Raubtier sieht, dann ruft er ganz laut. Und viele andere Tiere haben gelernt, diesen Ruf als Warnung vor einer möglichen Gefahr zu deuten und in Deckung zu gehen. So haben die kleinen schlauen Eichelhäher auch den Beinamen "Polizei des Waldes" bekommen.

Der Elefant: "Morsezeichen" per Stampfen

Elefanten haben kaum Feinde, brauchen aber viel Wasser um zu überleben. Sie leben in oft trockenen Savannen. Deswegen können Elefanten über sehr, sehr weite Strecken anderen Elefanten mitteilen: Hier gibt es was zu trinken! Aber sie trompeten es nicht etwa mit ihren Rufen heraus: Wenn eine Elefantenherde eine Wasserstelle gefunden hat, dann stampfen die Elefanten auf den Boden. Weil sie mehrere Tonnen wiegen, breiten sich die Schwingungen sehr gut aus. Auf der anderen Seite haben Elefanten besonders weiche und empfindliche Fußsohlen, die mit einer dicken Fettschicht gepolstert sind. So spüren die Tiere die Schwingungen des Bodens noch in über 50 oder 60 Kilometer Entfernung – das ist ungefähr die Entfernung von Augsburg nach München.

Lachlabor: Können sich afrikanische und asiatische Elefanten unterhalten?

Würde ein asiatischer Elefant einen afrikanischen treffen, könnten sie sich verstehen oder tröten die aneinander vorbei? Mischa und Tina hören Elefanten zu und versuchen herauszufinden, ob sie unterschiedlich klingen. Hilfe bekommen die beiden vom Zoo-Pädagogen Christian Dienemann vom Tiergarten Nürnberg und natürlich von Kindern.

Der Wal: Kilometerweit hörbare Rufe und Gesänge

Große Buckelwale können sich kilometerweit durch das Meer rufen. Und sie haben, genau wie Delfine, oft sogar bestimmte Laute für ein anderes Tier – rufen sich also durch eine bestimmte Klangfolge beim Namen. Weil Wasser den Schall so gut leitet, sind Walgesänge auch in tausend Metern Tiefe gut zu hören. Je tiefer Wale rufen, desto weiter sind die Laute durch das Wasser hörbar.

Ameisen: Dieser Duft spricht Bände ...

Auch ganz kleine Tiere wie Ameisen können einander "erzählen", wenn sie Futter gefunden haben. Sie markieren den Weg zum Futter mit Duftstoffen – und eine Ameisenstraße entsteht. Eine Art Geheimsprache also! Auch wenn ein Hindernis auf den Weg zum Futter fällt, können Ameisen schnell einen Umweg bauen und den anderen Ameisen so mitteilen: "Hier geht's lang".


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