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Zurückgeworfenes Licht Warum sieht man sich im Spiegel?

Wie oft schaust du täglich in den Spiegel? Geschätzt zwischen einem und zwanzig Mal. Meistens sehen wir uns ganz gut, außer der Spiegel ist sehr alt oder von Wasserdampf beschlagen. Aber warum sehen wir uns eigentlich im Spiegel? Die Antwort ist ganz einfach und irgendwie auch sehr kompliziert!

Von: Geli Schmaus

Stand: 09.05.2018

Mädchen spiegelt sich | Bild: picture-alliance/dpa

Zurückgeworfenes Licht

Wir sehen uns in einem Spiegel, weil der Spiegel das Licht zu uns zurück wirft und zwar so, dass die gesamte Bildinformation erhalten bleibt.

Das Licht kommt also mit genau der Information zurück, mit der es in den Spiegel gelangt ist. Aber wieso kommt das Licht zurück und wieso so exakt? Es gibt drei Möglichkeiten, was mit Licht passiert, wenn es auf einen Gegenstand fällt:  

  1. Das Licht geht durch den Gegenstand hindurch, wie zum Beispiel bei Glas.
  2. Der Gegenstand schluckt das Licht, wie zum Beispiel schwarzer Stoff.
  3. Der Gegenstand wirft das Licht zurück, zum Beispiel eine weiße Wand oder ein Spiegel.

Glatte glänzende Oberfläche

Der einfachste Spiegel ist ein polierter Metallblock: Weil das Metall reflektiert (also die Lichtstrahlen zurückwirft), wenn man es poliert, wird die Oberfläche glänzend. Aber ein Metallblock ist viel zu teuer und seine Bearbeitung zu aufwändig. Daher haben die Menschen schon vor Hunderten Jahren die Idee gehabt, dass man Glas nimmt, denn Glas hat eine sehr glatte Oberfläche, es wird gegossen. So ist die Oberfläche glatt wie Wasser.

Warum spiegeln wir uns dann in der weißen Wand nicht, in einem Spiegel aber schon?

Weil eine Wand rau und nicht glatt ist, wird das Licht in alle Richtungen gestreut. Das heißt: Die Lichtstrahlen werden in viele unterschiedliche Richtungen zurückgeworfen. Ein Spiegel dagegen besteht aus einer dünnen Metallschicht, die auf eine Glasplatte aufgetragen ist. Diese Metallschicht ist so glatt, dass das Licht im gleichen Winkel wieder zurückgeworfen wird, in dem das Licht auch auf die Platte gefallen ist. Heute verwendet man für die Metallschicht meistens Aluminium. Und damit erfüllt ein Spiegel die zwei einzigen Eigenschaften, die ein Spiegel braucht:

  1. Er muss Licht zurückwerfen, also reflektieren, das geht am besten durch Metall.
  2. Er muss glatt sein, diese Eigenschaft besitzt Glas.

Damit die Schicht nicht zerkratzt oder beschädigt wird, befindet sich die Metallschicht bei einfachen Haushaltsspiegeln meistens hinter der Glasplatte – sonst könnte man den Spiegel auch nicht so leicht putzen!


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