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Umweltaktivistin Greta Thunberg Schulstreik für den Klimaschutz

Seit Mitte Januar 2019 sind in Deutschland immer freitags viele Schülerinnen und Schüler auf den Straßen - und das schon am Vormittag, wenn sie eigentlich noch zur Schule gehen sollten. Doch sie streiken. Sie verpassen Unterricht, weil sie den Politikern und anderen Erwachsenen zeigen wollen, dass unbedingt mehr für den Klimaschutz getan werden muss. Greta Thunberg aus Schweden hat diese Aktion angestoßen. Hier stellen wir sie und die Aktion "Fridays for future" vor.

Von: Mischa Drautz und Simone Wichert

Stand: 11.02.2019

Greta Thunberg ist ein Mädchen aus Schweden; ihr Vater ist Schauspieler, ihre Mutter Opernsängerin. Die Umwelt ist Greta wichtig: Sie will, dass endlich mehr für den Klimaschutz getan wird. Mit acht Jahren hatte Greta in der Schule zum ersten Mal davon gehört, dass die Erde immer wärmer wird und dass daran auch wir Menschen schuld sind. Seitdem versucht sie, die Umwelt möglichst wenig zu verschmutzen. Sie fliegt nicht mehr mit dem Flugzeug und spart möglichst viel Strom. Doch Greta war klar: Es müssten viel mehr Menschen umdenken:

"Die Politiker und die meisten anderen Erwachsenen reden nur, aber sie tun nicht wirklich was für den Klimaschutz."

Greta Thunberg

Statt Schule: Greta demonstriert mit ihrem Plakat.

Im Herbst 2018 hatte Greta endgültig die Nase voll! Am ersten Schultag nach den Sommerferien ging sie deshalb nicht in die Schule, sondern stellte sich ganz allein mit einem riesigen Plakat in der Hand vor das schwedische Parlament in Stockholm. Darauf stand: "Skolstrejk för klimatet", also "Schulstreik für das Klima". Drei Wochen lang protestierte Greta jeden Tag. Ihre Lehrer, ihre Eltern – und überhaupt die meisten Erwachsenen fanden das erst mal ziemlich seltsam. Klein kriegen ließ sich Greta von ihnen jedoch nicht.

"Die Erwachsenen verhalten sich doch wie kleine Kinder. Deswegen ist es jetzt an uns jungen Menschen, unsere Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Denn wir lassen uns nicht die Zukunft stehlen."

Greta Thunberg

Das sahen auch andere Schüler in Stockholm so und demonstrierten nun gemeinsam mit Greta. Kinder und Jugendliche in anderen schwedischen Städten folgten ihrem Vorbild. Und mittlerweile wird auch in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern für den Klimaschutz gestreikt – während der Schulzeit. Den Vorwurf von Erwachsenen, Kinder wollten doch nur die Schule schwänzen, findet Greta besonders ungerecht.

"Ich frage mich, welchen Sinn es hat, in der Schule für eine Zukunft zu lernen, wenn es diese Zukunft wegen der Umweltschäden bald nicht mehr gibt. Deswegen ist mir der Streik wichtiger als Schule."

Greta Thunberg

Weil sie die Schule aber nicht hinwerfen will, besucht Greta jetzt wieder vier Tage pro Woche den Unterricht – und streikt nur noch freitags. Das haben Schüler europaweit nachgemacht. Deswegen stehen die Aktionen auch unter dem Motto "Fridays For Future": "Freitage für die Zukunft". Greta wird zwar manchmal beschimpft, aber von noch viel mehr Menschen wird sie weltweit respektiert für ihr Engagement. Zeitungen titeln: "Dieses Mädchen fordert die Welt heraus." Und Greta ist hartnäckig. Sie wird weiter für Kinderrechte und die Umwelt eintreten und damit den Erwachsenen auf die Füße steigen.

"Wir Kinder tun oft nicht das, was ihr Erwachsenen von uns verlangt. Aber wir ahmen euch nach. Und weil ihr Erwachsenen euch nicht für meine Zukunft interessiert, werde ich eure Regeln nicht beachten."

Greta Thunberg

Eine deutsche Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen hat übrigens im Februar 2019 vorgeschlagen, Greta Thunberg wegen ihres Umweltengagements den Friedensnobelpreis zu verleihen.

Schulstreiks auch in Bayern

Einer der vielen Schulstreiks: in Deggendorf.

Die "Schulstreik-für-den-Klimaschutz"-Aktion ist mittlerweile auch in Bayern angekommen. In München, Würzburg, Passau, Landsberg oder Coburg waren bereits größere Demonstrationen, zum Teil mit bis zu 3.000 Schülern. Die Aktion findet also immer mehr Unterstützer.

Die meisten Schülerstreiks in Bayern beginnen freitags gegen 10 oder 11 Uhr. Was ganz laut gerufen wird, ist oft: "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!" Manchmal marschieren die Schülerinnen und Schüler auch durch die Innenstädte. Man muss übrigens nicht zwingend in einer Großstadt wohnen, wenn man bei der Aktion mitmachen möchte. Viele fahren freitags in die nächstgelegene Großstadt, um dort bei der Demo dabei zu sein. Oder sie organisieren eine Demo in ihrer eigenen Heimatstadt.

"Fridays for future" ist das Motto der Schülerstreiks.

Wann und wo die Streiks stattfinden, ist für Jüngere gar nicht so leicht zu erfahren. Ältere Kinder und die meisten Jugendlichen tauschen sich über Smartphone-Nachrichtendienste aus. Wer die nicht hat, kann vielleicht seine Eltern bitten nachzuschauen – oder fragt in seiner Schule zum Beispiel bei den Schulsprechern nach. Die wissen fast immer Bescheid. Mittlerweile werden in Schulen auch immer mehr Aufkleber und Zettel mit Infos verteilt. Dann muss man nur noch entscheiden, ob man beim Streik für den Klimaschutz wirklich mitmachen möchte und dies auch mit seinen Eltern besprechen, denn die gehen ja davon aus, dass man zu dieser Zeit noch in der Schule ist.

Ganz groß, so hoffen zumindest die Organisatoren, soll der Streik am 15. März 2019 werden, denn an diesem Tag wird international gestreikt: Viele Menschen in ganz Europa und in auf ganzen Welt wollen auf die Straße gehen. Eins scheint auf jeden Fall sicher: Schnell werden die Kinder und Jugendlichen beim Thema Klimaschutz nicht aufgeben.


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