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Von Fleckvieh bis Schwarzbunte Sind alle Kühe Rinder?

Auch Stadtkinder wissen, dass es in den Bergen nicht wirklich lila Kühe gibt. Die Kuh ist schließlich unser wichtigstes Haus- und Nutztier und liefert uns vor allem Fleisch und Milch. Aber wie steht es um das Wissen rund um Familie Kuh? Was ist der Unterschied zwischen Ochse, Bulle und Stier? Warum hat eine Kuh gleich vier Mägen? Und wie entsteht aus grünem Gras weiße Milch?

Von: Celina Caspar und Veronika Baum

Stand: 10.06.2021

Wie heißt es richtig? Rind oder Kuh?

Familie Rind besteht aus Mutter Kuh, Vater Stier und Kind Kalb. Rind ist also der Oberbegriff und wird sowohl für weibliche als auch für männliche Tiere verwendet. Ein Kalb ist in seinem ersten Lebensjahr ein Jungrind, dann wird ein weibliches Tier zur Färse - das ist ein Tier, das noch keinen Nachwuchs bekommen hat. Mit der Geburt des ersten Kälbchens wird eine Färse zur Kuh. Und nur Kühe können Milch geben. Eigentlich ist sie ja als Nahrung für ihren Nachwuchs gedacht. Männliche Tiere sind Stiere. Sie werden auch Bullen genannt. Wenn die Tiere als Arbeitstiere eingesetzt werden sollen, werden sie kastriert. Das heißt ihre Hoden werden entfernt und sie können keine Kälbchen mehr zeugen. Dann heißen sie Ochsen.

Wie wird aus Grünzeug Milch?

Schon gewusst?

Alle Wiederkäuer wie zum Beispiel die Ziegen, Schafe, Rehe, Hirsche und Steinböcke haben solche "Vierer-Mägen". Mal sind sie etwas größer, mal kleiner. Aber das Prinzip ist bei allen gleich.

Kühe fressen am Tag siebzig Kilo Grünzeug und trinken dazu etwa einhundert Liter Wasser, was ungefähr soviel ist wie eine volle Badewanne. Kühe sind Wiederkäuer. Weil nämlich das Gras nicht so leicht bekömmlich ist, brauchen sie ein raffiniertes Verdauungssystem aus vier Mägen.

Die vier Mägen der Kuh

Pansen

Die Kuh rupft mit ihrer Zunge das Gras ab und schluckt es ohne viel zu kauen. Es landet jetzt im ersten Magen, dem Pansen. Den kann man sich wie eine große Gärkammer vorstellen. Manche sagen sogar "Pansen-See", weil das Gras hier mit viel Flüssigkeit eingeweicht wird. Im Pansen der Kühe sitzen viele winzig-kleine Lebewesen: die Bakterien und Einzeller, die wie "Hilfsarbeiter" das Futter für die Kuh zerkleinern.

Netzmagen

Nach diesem Einweich-Bad im ersten Magen wird das Futter wieder in die Mundhöhle hochgewürgt und jetzt richtig gut gekaut, eben wiedergekäut, wie der Name der Tiere schon sagt. So wandert das Gras dann immer hin- und her, bis es schön zerkleinert ist. Dann schwappt ein Teil weiter in den Netzmagen. Der sortiert noch mal die feinen Teilchen von den gröberen.

Blättermagen

Die kleinen Teilchen wandern weiter in den Blättermagen, der Rest wandert zur "Nachbearbeitung" zurück ins Maul. Im Blättermagen werden dann Wasser und Nährstoffe aufgesaugt.

Labmagen

Der letzte Magen der Kuh, der Labmagen, ist dem von uns Menschen sehr ähnlich. Mit Hilfe von Magensäure wird der Pflanzenbrei völlig zersetzt und wandert dann weiter in den Darm.

Aus dem Gras, das die Kuh frisst, wird am Ende auch im Euter die Milch hergestellt. Natürlich ist sie weiß und nicht grün. Denn das Gras wird ja im Verdauungssystem der Kuh aufgespalten - und nur die Nährstoffe aus dem Futter sind die Ausgangsstoffe für die Milch. Sie gelangen durch das Blut ins Euter der Kuh. Dort gibt es spezielle Milchzellen. Diese können die Ausgangsnährstoffe umwandeln und neu zusammensetzen. Kuhmilch besteht aus sehr viel Wasser: fast 90 Prozent. Der Rest sind Milchzucker, Fett, Eiweiß, Mineralstoffe und Vitamine.

Kitzelt es Kühe, wenn sie gemolken werden?

Heute werden fast alle Kühe automatisch mit der Melkmaschine gemolken. Um herauszufinden, ob es Kühe kitzelt, wenn sie gemolken werden oder ob es ihnen vielleicht sogar weh tut, hat sich radioMikro-Reporterin Geli Schmaus auf den Weg gemacht zu Bäuerin Sonja und ihrem Bauernhof in Angelsbruck bei Rosenheim. Der perfekte Ort für den Kuh-Kitzeltest!


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