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Karneval von Venedig Der mit den Masken

Venedig, "La Serenissima", die fröhlichste aller Städte, war durch ihren Handel mit wertvollen Waren sagenhaft reich geworden. Diesen Reichtum zeigten die stolzen Venezianer gerne. Zum Beispiel, wenn sie Karneval feierten. Die Venezianer ließen es dabei so richtig krachen.

Stand: 02.03.2017

Karnevalseröffnung in Venedig mit dem Volo dell'Angelo - dem Engelsflug | Bild: picture-alliance/dpa

Zum ersten Mal wird ein Karnevalsumzug in Venedig vor über tausend Jahren erwähnt. Und zwar berichtet ein Dokument, dass ein damals üblicher Karnevalsbrauch verboten wurde: Junge Burschen füllten Rosenwasser in ausgeblasene Eierschalen und warfen damit nach Frauen. Manchmal waren es auch faule Eier. Auf die Verbote der Stadtväter scheint aber im Karneval niemand viel gegeben zu haben. Die Stimmung blieb jedenfalls ausgelassen und freizügig. 

Während anderswo sogenannte "Eselsfeste" veranstaltet wurden, meistens ziemlich ordinäre Veranstaltungen, bei denen Bischöfe und andere Würdenträger schwer durch den Kakao gezogen wurden, wurden in Venedig exotische Tiere wie lebende Nashörner zur Schau gestellt. Auch Feuerwerk, Artisten, kostümierte Ruderregatten und andere Attraktionen durften nicht fehlen. 

Colombina, Arlecchino und Capitano

Auch unterm Jahr wurde es zu bestimmten Zeiten üblich, Masken zu tragen. Besonders natürlich die typisch venezianischen Masken, die es in unterschiedlichen Ausführungen gab, die aber alle zumindest die Augen und die Nase bedeckten. Dazu wurde gern ein dreispitziger Hut getragen und ein schwarzer Umhang. 

Sehr elegant, es gab aber auch andere Kostüme: Die lebenslustige und kluge Magd "Colombina", die ihren adeligen Verehrern gerne eine Abfuhr erteilt, um sich dafür mit jemandem anderen einzulassen. Oder den armen und zerlumpten, aber sympathischen "Arlecchino", den Harlekin. Auch die "Köchin" war ein beliebtes Kostüm, eine zwar ordinäre, aber schlaue Person. Außerdem gab es den "Capitano", den Schiffskapitän. 

Napoleon und der Carnevale di Venezia

Venezianische Maske.

Das ging so bis zum Jahre 1797. In diesem Jahr kam Napoleon Bonaparte, der französische Feldherr und Kaiser, nach Italien. Napoleon eroberte Venedig und tauscht es dann mit den Österreichern gegen ein paar Landstriche an der Nordseeküste ein. Das stolze Venedig, eingetauscht wie ein Stück Vieh! Eine Schande, die den Venezianern tatsächlich die Lust am wilden Treiben des Karnevals madig machte. Als dann die Österreicher auch noch begannen, den Karneval nach ihren Vorstellungen zu organisieren, blieben die lustigen Venezianer lieber daheim. Sogar als die Österreicher schon lange wieder über die Alpen verschwunden waren, kam der Karneval in Venedig nicht mehr so richtig in Schwung. 

Schwarz-weißer Harlekin.

Zwar gibt es ihn seit einigen Jahren wieder, den berühmten Karneval in Venedig, aber der Glanz vergangener Tage ist abgeblättert. Die ganze Stadt lebt inzwischen vor allem von den Touristen. Und die kommen zum Karneval, um dort ihre teuren Masken herzuzeigen und mit den geradezu fantastischen Preisen ihrer Hotelzimmer zu protzen. So richtig lustig wie früher ist es aber nicht mehr ... 


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