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Grausame Vergangenheit Hexenverfolgung im Mittelalter

Hexen gibt und gab es nicht. Und trotzdem sind viele tausend Menschen genau so bezeichnet worden und ganz grausam verfolgt worden. Wie kam es dazu?

Stand: 01.05.2019

Schon im alten Ägypten und Rom hat man an eine Art Hexen geglaubt – solche Zwischenwesen, die zaubern können. Aber nochmals vorneweg: Hexen gibt es nicht und hat es nie gegeben.

Medizinfrauen und Medizinmänner

Aber es gab natürlich immer Menschen, oft Frauen, die sich mit Kräutern auskannten, Medikamente mischen und herstellen konnten und somit Menschen heilen. Diese wurden manchmal als Hexen bezeichnet. Das hat viele Menschen beeindruckt und lange Zeit hatten diese "Hexen" oder besser gesagt "Medizinfrauen" als "weise Frauen" auch einen sehr guten Ruf. Das hat sich im Mittelalter aber geändert.

Sommersprossen und lesen könnten – wer wurde als "Hexe" bezeichnet?

Sommersprossen sehen toll aus. Für manche Menschen früher war es ein Zeichen, dass jemand böse magische Kräfte hat. So ein Quatsch!

Oft brauchte man einen Sündenbock für Krankheiten, die man sich nicht erklären konnte oder für eine Hungersnot. Da hat man den Grund für das Unglück dann einfach Hexen oder Hexern in die Schuhe geschoben. Um als Hexe bezeichnet zu werden, reichte es manchmal schon, wenn jemand Sommersprossen und rote Haare hatte. Absurd! Es konnte aber auch jemand sein, der schon immer Außenseiter war oder oft auch Frauen, die lesen konnten. Das war damals eher ungewöhnlich und vielen anderen Menschen unheimlich! Ab dem 15. Jahrhundert hat sich auch die Kirche eingemischt und gesagt, Hexen könnten dem Land schaden und sie verfolgen lassen.

Was ist mit den so genannten "Hexen" passiert?

Dieses Bild zeigt eine Frau bei der "Hexenprobe" - mit Gewicht und zusammengebundenen Beinen sollte sie in einen See geworfen werden.

Manche Frauen wurden verhaftet und kamen vor einen Richter. Wobei sie in ihrem Hexenprozess meist keine wirkliche Chance hatten, freigesprochen zu werden. Bis vor 300 Jahren wurden viele von ihnen sogar noch auf Scheiterhäufern verbrannt. Und dann gab es noch die schrecklichen "Hexenproben" – da wurde zum Beispiel der verdächtigen Frau ein schweres Gewicht an den Körper gehängt und sie wurde in einen See geworfen. Blieb sie oben schwimmen, galt sie als Hexe. Oft starben die Verdächtigen jedoch bei der Probe, weil sie einfach untergingen.

Der Hexenspuk ist endlich vorbei

Vor gut 200 Jahren war der Spuk in Europa dann endlich rum. Die Leute haben immer mehr gelernt und erfahren und vermuteten hinter jeder Krankheit oder jedem schlechten Wetter nicht mehr eine böse Zauberkraft. Heute reden wir von Hexen eigentlich nur noch zur Faschingszeit oder um den 1. Mai herum. Denn diese Nacht wird auch Walpurgisnacht genannt. Der Geschichte nach tanzten und feierten die Hexen dann besonders wild.


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