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Die Fuggerei in Augsburg Die älteste Sozialsiedlung der Welt

Die Fuggerei in Augsburg ist die älteste Sozialsiedlung der Welt. 1521 stiftete der reiche Kaufmann Jakob Fugger diese Wohnungen für arme katholische Bürger seiner Stadt. Er wollte damit Gutes tun und Gott dafür danken, dass er so viel Glück in seinem Leben hatte. Heute leben rund 150 Menschen in der Fuggerei. Unter ihnen sind natürlich auch Kinder.

Von: Susanne Roßbach

Stand: 15.11.2021

Fuggerei Augsburg: Im Herbst werden die Weinblätter rot. | Bild: BR | Susanne Roßbach

Die Bewohner zahlen heutzutage genauso viel Miete wie die Menschen vor 500 Jahren: 88 Cent im Jahr. Das entspricht einem Gulden. Dazu kommen die Nebenkosten von rund 85 Euro für Strom, Heizung und Wasser. Zudem sind die Bewohner dazu verpflichtet, täglich für Jakob Fugger und seine Familie drei Gebete zu sprechen: ein Vaterunser, ein Ave Maria und das Glaubensbekenntnis der katholischen Kirche.

Wie in vielen anderen Städten in Deutschland gibt es auch in Augsburg nur wenige Wohnungen mit einer niedrigen Miete. Deshalb können viele Rentner und Alleinerziehende sich oft kaum eine Wohnung leisten, weil sie nur wenig Geld zur Verfügung haben. Jedes Jahr kommen 200.000 Touristen in die Fuggerei, um sich die schönen Häuser anzusehen.


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